Girocard Frühere EC-Karte beliebter als Kreditkarte

Max Geißler
von Max Geißler
28.04.2016
Auf einen Blick

Auf Reisen vertrauen die Deutschen auf Plastikgeld. Vor allem die Girocard steht hoch im Kurs. Welche Vorteile hat die frühere EC-Karte, wo lauern Stolperfallen?

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Nicht ohne meine Karte, so denken viele Deutsche, wenn sie ins Ausland fahren. Tatsächlich ist das Plastikgeld im Urlaub kaum noch wegzudenken. Laut einer Online-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank nutzen rund 78 Prozent der Befragten auf Reisen ihre Girocard zum Einkaufen und Geldabheben. Klassische Kreditkarten von Visa oder Mastercard kommen hingegen bei 52 Prozent der Befragten zum Einsatz.

Girocard: Günstig Geld ziehen

Mit der Girocard von Mastercard können Reisende heute überall auf der Welt Geld abheben und bei fast 15 Millionen Händlern einkaufen. Mit dem Vorgänger der Girocard, der früheren EC-Karte, war dies nicht so einfach. Vor allem in fernen Ländern gab es oft Schwierigkeiten beim Einsatz, denn die EC-Karte war hauptsächlich in Europa verbreitet. Heute gilt diese Einschränkung nur noch für die Girocards von Visa. Die sogenannte V Pay-Karte ist aufgrund des hohen Sicherheitsstandards hauptsächlich in der EU sowie in einigen angrenzenden Ländern, etwa in Grönland, Island, Israel und der Türkei, einsetzbar. Anbieter dieser Girocard sind unter anderem Comdirect, Consorsbank und Volkswagen Bank.

Die Girocard hat den Vorteil, dass man an inländischen Bankautomaten kostenlos Bargeld ziehen kann. Dazu benötigt man einen Automaten des eigenen Geldhauses oder eines Kooperationspartners. Im Ausland fallen jedoch Gebühren von vier bis sechs Euro an. Hier empfiehlt es sich, den Einsatz der Kreditkarte zu prüfen, denn viele Kreditkarten ermöglichen kostenloses Bargeldziehen am Automaten. Bargeld zum Nulltarif gibt es zum Beispiel mit den Kreditkarten von DKB und Consorsbank. Innerhalb der Euro-Zone ist das Geldziehen mit der Kreditkarte der ING-Diba kostenfrei möglich.

Kostenlos shoppen mit der Girocard in Europa

Mit der Girocard kann man zugleich bargeldlos in Läden, Restaurants und Tankstellen bezahlen. Im Gegensatz zur klassischen Kreditkarte werden die einzelnen Transaktionen häufig sofort ausgeführt, das heißt das Girokonto wird sofort belastet. Positiv: Shoppen und Tanken innerhalb der Euro-Zone ist gebührenfrei, die Transaktionskosten tragen die Händler. Außerhalb der Eurozone sind die Kosten höher, deshalb berechnen die Händler beim Einsatz der Girocard umsatzabhängige Gebühren.

Lichtblick: 2015 verabschiedete das Europäische Parlament eine Regelung zur Deckelung von Kreditkartengebühren. Danach dürfen Banken künftig nur eine bestimmte Höchstgrenze für den Einsatz ihrer Kreditkarten von Einzel- und Großhändlern verlangen. Die Obergrenze für grenzüberschreitende Transaktionen von EC-Karten und Girocards wurde auf 0,2 Prozent pro Transaktionswert festgesetzt. Das heißt, Händler müssen maximal 0,2 Prozent des Rechnungsbetrags an die kartenausgebende Bank abführen. Auch die Kosten für den Einsatz echter Kreditkarten (z.B. Visa- und Mastercards) wurden gedeckelt. Hier gilt jetzt eine Obergrenze von 0,3 Prozent des Umsatzes.

Diebstahlschutz bei EC-Karten

Um unberechtigte Abhebungen möglichst einzudämmen und die Sicherheit für ihre Kunden zu erhöhen, haben fast alle Banken eine Verfügungsgrenze beim Geldabheben mit der Girocard festgelegt. Diese beträgt in der Regel 1.000 Euro pro Tag und 2.000 bis 2.500 Euro die Woche – dies gilt sowohl für Verfügungen in Deutschland als auch im Ausland. Sollten Sie mehr Geld benötigen, können Sie den Verfügungsrahmen Ihrer EC-Karte jedoch problemlos erweitern. Ein Anruf bei der Bank genügt und das Limit wird zeitlich befristet heraufgesetzt.

Biallo-Tipp zur Girocard:

Sollte die Girocard verloren gehen oder gestohlen werden, so sollten Sie dies sofort melden und die Karte sperren lassen. Es gilt die einheitliche Sperrnummer (+49) 116 116.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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