Surfvolumen statt Magerzinsen

Online-Banking Surfvolumen statt Magerzinsen

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
27.09.2016
Auf einen Blick

Zinsen von der Bank? Das war gestern, denken Sie nun vielleicht. Mit der Banking-App eines Mobilfunkbetreibers gibt es jetzt statt Zinsen einfach mehr Datenvolumen für das Smartphone.

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Mit O2-Banking schlägt der Mobilfunkriese Telefonica ein neues Kapitel in Sachen private Bankgeschäfte auf. Zinsen gibt es dabei nicht, zumindest nicht im konventionellen Sinn. Doch die haben ohnehin viele Banken, Staaten und Unternehmen abgeschafft. Einzelne Geldhäuser verlangen mittlerweile gar Strafzinsen. Hier setzt der Telefonbetreiber O2 ein. Zinsen gibt es nicht auf Euro und Cent ausbezahlt, sondern vielmehr auf Megabyte und Gigabyte.

Wie funktioniert O2-Banking?

Mit O2-Banking ist keine klassische Anlage in Festgeld oder Tagesgeld möglich. Es handelt sich vielmehr um eine App für das mobile Bankkonto. Kunden können dann ihr Girokonto vom Smartphone aus steuern. So sind beispielsweise Überweisungen per Mobilfunknummer möglich, die Legitimierung – versteht sich fast schon von selbst – funktioniert per Videotelefonie. Neben dem klassischen Girokonto, werden kleine Sofortkredite ausgereicht und für den klassischen Zahlungsverkehr steht eine Kreditkarte (Mastercard) bereit.

O2-Banking für O2-Kunden

In erster Linie richtet sich die App an O2-Kunden. Schließlich profitieren diese von der Idee am meisten. Wie bekomme ich nun die Daten-Zinsen? Wie viel mehr Surfen kann ich damit? Wie bei Olympia gibt es auch bei dem Münchner Handynetzbetreiber drei Auszeichnungen: Gold, Silber und Bronze. "Abhängig von der Nutzung des O2-Banking-Kontos und der Mastercard erwirbt der Kunde einen Bronze-, Silber- oder Gold-Status. Damit ist für Kunden der Telefonica-Tochter ein monatliches Extra-Datenvolumen von 100 MB, 300 MB oder 500 MB verbunden. Bis Jahresende beträgt der Datenbonus im Silber-Status sogar 500 MB und im Gold-Status ein Gigabyte", sagt Stefanie Seidlitz, Pressesprecherin von Telefonica Deutschland.

Nicht-O2-Kunden droht die Kostenfalle

Wer nicht bei O2-Kunde ist, für den verblasst der Charme dieses neuartigen Banking-Ansatzes. Denn nur Kunden von O2 erhalten das Extrasurfvolumen. Wer nicht bei O2 als Kunde registriert ist, muss - wie übrigens auch O2-Kunden - aufpassen, dass er nicht in die Gebührenfalle tappt. Erst ab dem Silberstatus entfällt die Kontoführungsgebühr. Kostenlose Bargeldversorgung ist dafür schon im Bronze-Status möglich. Ansonsten können Nicht-O2-Kunden die gleichen Alltagshilfen nutzen, etwa Überweisungen per Handynummer oder Legitimierung per Video durchführen sowie eine kostenlose Kreditkarte nutzen.

Wie funktioniert die Einteilung in Gold-, Silber- und Bronze-Kunde?

Die Goldmedaille geht an Kunden, die ihr Gehaltskonto einrichten oder monatlich auf mindestens 500 Euro Kartenumsatz kommen. Bargeldabhebungen und Kontoführung sind dann kostenlos. Für den Silberstatus muss der monatliche Umsatz 100 Euro oder mehr betragen. Auch hier ist das Konto gratis und das Geldabheben am Automaten dreimal im Monat kostenfrei. Danach wird es allerdings mit 3,99 Euro pro Abhebung teuer. Wer die geforderten 100 Euro an Kartenumsatz nicht erreicht, wird Bronze-Kunde. Hier ist nur eine Abhebung im Monat kostenfrei. Außerdem beträgt die Kontoführungsgebühr 99 Cent pro Monat.

Bei welcher Bank führen Kunden ihr Konto?

Wer sich für O2-Banking entscheidet, eröffnet damit ein Girokonto bei der Fidor Bank. "Die Fidor Bank besitzt eine deutsche Vollbanklizenz und unterliegt der Regulierung durch die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Ihre Einlagen sind durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert", berichtet Seidlitz.

Tipp für O2-Kunden: Wenn Sie bereits O2-Kunde sind und in Sachen Bankgeschäfte eine Affinität zu technischen Spielereien haben, ist das neue Konzept eine interessante Alternative zum klassischen Banking. Gerade die Idee mit dem Extra-Surfvolumen ist charmant und eine clevere Antwort für die dahinschleichenden Zinsen in der heutigen Bankenwelt. So machte etwa bereits im November 2014 eine Meldung die Runde, wonach bei der Deutschen Skatbank künftig Strafzinsen fällig würden. Im Juni dieses Jahres hatte die zehnjährige Bundesanleihe bereits negative Zinsen erreicht. Und jetzt noch ein aktuelles Beispiel aus der Privatwirtschaft: Wer sein Geld dem Konsumgüterhersteller Henkel leiht, muss dafür noch eine Gebühr entrichten.

Tipp für Nicht-O2-Kunden: Wer nicht beim deutschen Ableger von Telefonica Kunde ist, für den ist die App nur begrenzt sinnvoll. Gerade was die Kosten in puncto Girokonto und Kreditkarte angeht, gibt es bessere Anbieter, etwa DKB oder ING-Diba. Beide Institute bieten auch einen praktischen Kontowechselservice an, Kreditkarte und Girokonto sind kostenlos. Übrigens: Seit neuestem müssen Banken beim Girokontowechsel helfen.
 

Hier finden Sie wirklich kostenlose Girokonten:

3
 
Anbieter
Ertrag pro Jahr
Dispozinsen
Guthabenzinsen
 
1.
 +6,10 €
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2.
 +5,34 €
6,99%
 bis 0,35%
3.
 +4,58 €
8,99%
 0,3%
Geldeingang 2.500 €, niedrigster Kontostand 900 €
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Thomas Brummer
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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