Startseite | RSS | Mobil | Sitemap |
Mittwoch, 28.09.2016 19:03 Uhr
Newsletter:
Suche:
Startseite
Startseite > Konten & Karten > Exklusiv: Berliner und Touristen aufgepasst
Artikel bewerten:
AAA
07.05.2016 15:20

Exklusiv: Berliner und Touristen aufgepasst So zocken Berliner Sparkasse und Geldautomaten-Betreiber am Abend ab

von Horst Biallo Autor
Die Nächte in Berlin nutzen nicht nur dunkle Gestalten für ihre Geschäfte. Auch die Berliner Sparkasse und Euronet, ein Geldautomaten-Betreiber, sind mit von der Partie. Lesen Sie diese unglaubliche Geschichte. Die Fakten stimmen wie immer. Den Rest haben wir uns für Sie ausgedacht...
Exklusiv: Berliner und Touristen aufgepasst So zocken Berliner Sparkasse und Geldautomaten-Betreiber am Abend ab
Berlin bei Nacht: Ein schönes, aber auch hartes Pflaster.

Alexanderplatz, Donnerstag, den 5. Mai, 23:15 Uhr

Kerstin Hofmann aus Wedding hat sich im Kino "CineStar" die Hitkomödie "Bad Neighbors 2" angesehen. Sie will sich mit ihrer Clique noch einen letzten Cocktail gönnen, bevor es mit der S-Bahn zurück ins langweilige Charlottenburg geht. Die 19-Jährige ist wie immer ziemlich klamm. Ihr Freund, Lars, hat nur noch 15 Euro in der Tasche. Den will sie nicht anpumpen.

"Wo ist denn der nächste Geldautomat?" fragt sie in die Runde. "Lasst es uns an der S-Bahn versuchen," meint ihre Freundin Hannah. Und sie streben kichernd und feixend Richtung Bahnhof Alexanderplatz. "Schau mal, da ist die Berliner Bank," ruft Lars.

Da draußen kein Geldautomat zu finden ist, wollen sie in die Schalterhalle rein. Doch die Tür ist verrammelt.

So ein Mist. Doch zum Glück entdecken sie gegenüber direkt am Eingang zur S-Bahn diesen Geldautomaten. Kerstin schiebt ihre Girocard der Deutschen Bank in den Schlitz des Geldautomaten. Der gehört Euronet.

Das ist Deutschlands größter unabhängiger Geldautomaten-Betreiber. Von diesen gelb-blauen Automaten gibt es mittlerweile Dutzende in Berlin. Und vor allem dort, wo viel gefeiert und getrunken wird. Zum Beispiel im Szene-Viertel Friedrichtshain.

Sie gibt ihre vierstellige Geheimnummer ein, drückt im Display auf "20 Euro" und wartet einen Augenblick. Auf dem Bildschirm dann die große Überraschung: "4,99 Euro für einen Geldbetrag von 20 Euro?" schimpft sie. "Das soll doch ein Witz sein". Sie drückt die Taste "Abbruch" und bekommt ihre Girokarte zurück. Bei der Berliner Bank hätte sie nichts gezahlt, weiß Kerstin ganz genau. "Komm lass uns nach Hause fahren," nölt ihr Freundin Maria Sangya aus Charlottenburg, die sie noch vom Gymnasium kennt. "Man seid ihr langweilig", meint Carlo. "Hier um die Ecke ist ein Kundencenter der Stadtsparkasse. Dauert nur ein paar Minuten. Die haben rund um die Uhr geöffnet".
 


23:30 Uhr, nur hundert Meter vom Fernsehturm entfernt

Im Schalterraum beäugt ein schlecht gelaunter Uniformierter von der Security die nüchternen und angetrunkenen jungen Leute. An allen Geldautomaten haben sich kleine Schlangen gebildet. Nach zehn Minuten warten, ist Kerstin dran. Sie schiebt ihre blaue Maesto-Karte in den Automaten. Und will auch hier nur 20 euro abholen. "Das gibt es doch gar nicht. Das sind ja die gleichen Abzocker wie die an der S-Bahn-Station", schimpft sie. "Ich habe keine Lust mehr," meint sie schlecht gelaunt. Das ist ja wie im Film. "Sparkasse und Euronet. Bad Neighbors." Das passt.
 

24:30 Uhr, Hackescher Markt

Boris Pasternak, ein in München lebender Autohändler aus dem Westend, feiert seinen Junggesellen-Abschied in Berlin. Am Pfingst-Samstag will er endlich Evi heiraten, mit der er schon acht Jahre zusammenlebt. Der 35-Jährige sieht sich eher als ewiger Stenz, wie man in München sagt. Also als Frauenheld.

Die Tapas beim Spanier unten an der S-Bahn waren auch mal besser, weiß er von seinem letzten Berlin-Trip vor drei Jahren. Nur die Bedienungen sind immer noch wie alles in Berlin. "Arm, aber sexy".

Besonders die blonde Schönheit aus Lettland hat es ihm angetan. Sie spricht weiter Leute an, die auf der Suche nach einem Platz draußen sind. Der Abend ist lau. Die Stimmung prächtig. Der Alkohol fließt in Strömen. Je mehr Boris mit seinem Kumpels aus Pasing, Laim und Aubing trinkt, desto schöner erscheint ihm die Blonde aus Riga. Und nicht nur die.
"Ich bin eigentlich schon ziemlich angertrunken," sagt Boris. "Ich will heute mal früher ins Bett. Ich mach mich mal Richtung Synagoge auf," sagt er zu seinen Freunden, die sich in Berlin nicht so gut auskennen wie er. Boris geht in Richtung Oranienburger Strasse. "Verdammt dreckige Stadt", sagt Xaver zu Luggi. "Überall der Gestank. Und die Graffitti. Echt krass". Hier soll es angeblich sogar Werbung für ein Bordell auf öffentlichen Bussen geben. Habe ich vorgestern in der seriösen Zeit "Die Welt" gelesen." Schade, dass wir schon Samstag zurück müssen.

Was er in der "Welt" am Dienstag nämlich auch gelesen hat: In dem von Kenan Simsek im Jahr 2005 aufgemachten „FKK- und Saunaklub“ zahlt ein Freier am Sonntag nur 40 statt 80 Euro.
Wer es genau wissen will: Unternehmer Simsek hat seinen florierenden Laden ironisch nach der griechischen Göttin "Artemis" benannt. Sie steht für die Jagd, aber auch für die "Jungfräulichkeit."

Tatort Oranienburger Straße 24.50 Uhr

Kommen wir zum Schluss unserer Geschichte. Boris wird wegen seiner 1,65 Leibesgröße und mächtigem Ranzen trotz jungem Mannesalter oft gehänselt. Er hat noch ein kleines Geheimnis, dass wir nun für Sie, liebe Leser, lüften.

Er hat natürlich weniger die schöne Synagoge an der Oranienburger Straße im Sinn. Ihm haben es schon vor drei Jahren mehr die langbeinigen Damen dort angetan. Die an so lauen Frühlings-Abenden wie dem heutigen entlang stolzieren. Und nach männlicher Kundschaft Ausschau halten.

Er spricht eine große blonde Schönheit an. Swetlana aus der Ukraine verlangt 100 Euro. Er hat aber leider zu wenig dabei. "Kreditkarte wird die sicher nicht nehmen," denkt er sich. "Ich komm gleich wieder", sagt er und läuft schnell zur S-Bahn-Station zurück.

Zum Glück ist gleich links am Platz noch vor den Kneipen ein Geldautomat. Da können ihn seine Freunde nicht sehen. Der ist auch von Euronet. "4,99 Euro“ liest er
"Ganz schön viel Geld für 50 Euro“, denkt er. Andererseits kennt er aber den Preis. Denn den gleiche Automaten kennt er von seinen heimlichen Besuchen im "Leierkasten" in München.

Wer nicht weiß, was in diesem Etablissement stattfindet: Hier gehen Damen dem ältesten Gewerbe der Welt nach. Der Automat steht gleich rechts am Eingang. (Bild links)
Sie kommen nach Berlin zu Besuch. Oder leben in dieser tollen Stadt?

Dann sollten Sie sich grundsätzlich Bargeld tagsüber besorgen, also am besten vor 20 Uhr, damit Sie nicht vor verschlossener Tür stehen.

Finden Sie keinen Automaten Ihrer Bank, sollten Sie diese Gebühren kennen, wenn Sie bei einer anderen Bank oder Sparkasse "fremdgehen":

Deutsche Bank  *: 1,95 Euro
• Hypovereinsbank *: 1,95 Euro
• Postbank *: 1,95 Euro
• ING-Diba (meist an Aral-Tankstellen): 1,95 Euro
• Commerzbank *: 3,90 Euro
• Berliner Bank *: 3,95 Euro
• Reisebank: 1,00 % des Abhebebetrags, mind. 2,85 Euro
• Berliner Volksbank: 3,95 Euro
. Berliner Bank: 3,95 Euro
• Sparda Bank: 4,90 Euro
• Berliner Sparkasse: 4,95 Euro
• Euronet: bis zu 5,99 Euro.


Kunden von Direktbanken haben es besser. Sie können mit ihrer Visa- oder Mastercard an allen Bankautomaten in Berlin kostenlos Bargeld ziehen. Aber aufpassen. Dies gilt meist nicht für Automatenbetreiber wie Euronet. Da kann es anders sein. Aber das verraten wir Ihnen in Kürze in einer der nächsten Exklusiv-Geschichten.

* Gehören alle zur Cash-Group. Den Kunden stehen rund 9.000 Automaten in Deutschland zur Verfügung.
Jetzt auf Facebook teilen:
  Anbieter Details Ertrag pro Jahr
Sie sparen pro Jahr 
 
1.
 
Kommentare
+9,15 € 
73,05 gespart
2.
 
Kommentare
+5,34 € 
69,24 gespart
3.
+4,58 € 
68,48 gespart
Datenstand: 21.09.2016
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
OO Online-Konditionen
Leserkommentare
24.05.2016 - von KlausG
Böse Banken,Abzocke, etc.
Lieber Horst Biallo, vor etwa 10 Jahren war ich ein grosser Fan ihres Verbraucherportals. Ich bin fast täglich ihr Gast gewesen. Leider hat sich das stark geändert. Ihre Lieblingsthemen sind oft Beschimpfungen von Banken und Sparkassen, das immer gleiche Thema Abzocke am Geldautomaten - Bildzeitung-Niveau (soll doch jeder bei seiner Hausbank oder Bankengruppe abheben, dann kostet es nichts) oder schlecht recherchierte Artikel. Die Qualität ist im Vergleich zu früher wirklich deutlich zurückgegangen. Schade eigentlich.
20.05.2016 - von Till Wollheim
5 € Gebühr bei 20 € Abhebens ist richtig!
Erstens ist niemand mehr gezwungen Geldautomaten zu benützen. Man kann mit dem Handy bezahlen. Wirte die sowas nicht anbieten, sollte man einfach meiden! Rate, wie schnell die umstellen! Ich war in Überlingen in einem vegetarischen Restaurant, dort bekomme ich bei Bezahlung mit Girocard auf Wunsch die Quittung als E-Mail heim geschickt und in meinem Bankingprogramm ist sofort die Abrechnung erstellt! Zudem hebt man am Geldautomaten nicht 20 € ab - das ist ja bekloppt! Da hebt man mindestens 200 € auf Reisen und zuhause 500 € ab. Dann relativieren sich auch allfällige Entgelte.
10.05.2016 - von Rolf Plum
Nicht nur große Missstände, sondern alle gehören auf dem"Tisch"
Hallo Horst Biallo, vielen Dank für die Recherche und die aufgedeckten Schweinereien. Es kann und darf nicht nur um vermeindlich große Abzocke bzw. ggf. Betrug gehen. Auch die kleinen (wobei klein relativ zu sehen ist!) Abzockereien ergeben insgesamt einen großen Batzen Geld. Als meine Frau vor über 30 Jahren noch Bankerin war, habe ich davon geschwärmt, zukünftig losgelöst von Schalterzeiten Geld über Automaten abheben zu können. Damals wie heute wurde immer vom Kostendruck geredet und das sich was ändern müsse. Gutes Personal hat seinen Preis - ein Automat macht aber keine Pause, keinen Urlaub, wird nicht krank usw. Die Erfassung der Daten und gleichzeitige Buchung übernimmt ebenfalls die verlängerte Werkbank - sprich der Computer (dies musste früher manuell nachbearbeitet werden!). Also einfachener als heute gehts kaum noch. Wo entstehen also diese hohen Kosten, die solche Gebühren rechtfertigen? Da ich Grenznähe zu NL/B wohne werden bei uns fast nächtlich Geldautomaten gesprengt. Ist dass die Absicherung dafür? Tschö wa
10.05.2016 - von Horst Biallo
An Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
Hallo, danke für Ihren Kommentar. Dass eine Bank Gebühren nimmt, ist ihr nicht zu verdenken. Es kommt halt auf die Höhe an. Das habe ich kritisiert. Warum nehmen fast alle privaten Banken 1,95 von fremden Kunden und verdienen damit auch noch Geld? Warum müssen die Sparkassen fast 5 Euro nehmen? Selbst bei einem Abhebebetrag von 20 Euro? Das ist und bleibt unverschämt. Und dreist. Einfach Abzocke. Da können Sie Ihre Sparkasse noch so verteidigen. Machen Sie sich um uns Journalisten mal keine Sorgen. Sie sollten sich eher Sorgen um sich selbst und ihren Arbeitsplatz (bei einer Sparkasse, vielleicht in Berlin?) machen.
09.05.2016 - von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
Niemand wird zu seiner Hausbank gezwungen
Liebe Biallo-Redakteure, es ist ja en vogue auf Kreditinstitute und Versicherungen einzuschlagen - vor allem wenn die bösen Banken Gebühren für Dienstleistungen verlangen. Es ist aber auch wirklich unverschämt, einen Geldautomaten zu betreiben und dann Gebühren dafür zu verlangen, wenn fremde Kunden diesen Service in Anspruch nehmen. Die Sparkasse betreibt knapp 25.000 Geldautomaten und alle Sparkassenkunden können dort deutschlandweit kostenfrei Geld verfügen. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken sieht es ähnlich aus. Aber bei diesen "Bankstern" müsste ich ja Kontoführungsgebühren bezahlen! Deutschland und seine Journalisten graben seit Jahren voller Innbrunst ihr eigenes Grab...
08.05.2016 - von Volker
Danke
Eure Exclusiv stories sind super. danke
08.05.2016 - von Dasigi
Die Kleinen müssen bluten
Mir wird schön langsam diese alte Forderung der '68 vom 'Stamokap' sympathisch. Haben die damals schon geahnt wie diese Saubande von Banken mit uns Kleinen umgehen? Und die EU dazu. Es gehört schön langsam politisch dagegen vorgegangen, aber wie, wenn schon immer die Bürgermeister (meistens Sozi) in den Aufsichtsräten sitzen und sich über die Zuwächse freuen und nicht wissen wollen von wem sie aufgebracht werden.
08.05.2016 - von manni müller
as every year
Danke, aber mich langweilt das. dieser Müll von Banken und Sparkassen
07.05.2016 - von Lamprecht
Fünf Euro Gebühr bei 20 Euro abheben?
Das kann doch nicht wahr sein. Wer hat sich das ausgedacht. Die sollten sich schämen
07.05.2016 - von Rudolf
Sparkassen, immer wieder
Mensch Bialo, die können Sie wohl nicht leiden. Dabei haben Deutsche Bank und Commmerzbank doch viel mehr Dreck am stecken. Kümmert Euch doch mal auch um die. Oder traut Ihr Euch nicht?
07.05.2016 - von Rossner
Abzocke. Ist das
Und nix anderes
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:

Ziffern hier eingeben: (neu laden)
Überschrift:
Kommentar:
Abschicken
Foto: Copyright: visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien ID:12322
Nach oben
Top 5 Tagesgeld
Anbieter Zins  
Audi Bank direct
1,10 %
Audi Bank direct
ING-DiBa
1,00 %
ING-DiBa
Renault Bank direkt
0,80 %
Renault Bank direkt
Ferratum Bank
0,75 %
Ferratum Bank
Consorsbank
0,60 %
Consorsbank
Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Monate
Übersicht der aktuellen Geldautomaten-Gebühren, Foto: colourbox.com
Anzeige
.
© 2016 Biallo & Team GmbH