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06.05.2016 15:36

Online-BankingSicher zahlen und überweisen

von Max Geißler Autor
Betrügereien beim Online-Banking haben Konjunktur. Zugleich sind Überweisungen via Internet nicht ohne Risiko. Wie erhöhen Internet-Nutzer die Sicherheit?
Sicherheit Risiko Internet online zahlen Finanzportal Biallo.de
Online-Banking - aber sicher!
Über das Internet werden immer wieder Spionageattacken gestartet. Leider nehmen viele Computerbesitzer Warnungen nicht ernst und schützen ihren PC nicht ausreichend vor solchen Angriffen. Nicht einmal jeder zweite Kontoinhaber verwendet beim Online-Banking eine Firewall, um sensible Daten zu sichern, ermittelte das Hamburger Software- und Beratungshaus PPI in einer Studie. Die Folge sind jährliche Schäden in Millionenhöhe.
Darüber hinaus sorgt nur ein Drittel für die Verschlüsselung des drahtlosen Netzwerkes. Damit gehören nicht die Kreditinstitute, sondern die Sicherheitslücken in heimischen PC's zu den gefährlichsten Einfallstoren für Kriminelle. „Deutsche Geldhäuser verbessern ihre Sicherheitsverfahren permanent, um Finanztransaktionen und Online-Banking sicherer zu machen. Das nützt aber nichts, wenn die Bankkunden am heimischen Computer die Gefahr nicht erkennen oder leichtfertig handeln“, sagt Michael Schunk, Bankexperte bei PPI.

Mehr Internet-Sicherheit durch verschiedene Passwörter

Bei vielen Bankkunden hapert es schon am sicheren Umgang mit ihrem Passwort. Knapp die Hälfte der Internet-Nutzer gibt Kennwörter und Pin-Nummern an Dritte weiter, so die PPI-Studie. Hinzu kommt, dass viele bei der Auswahl ihrer Passwörter meist nicht besonders einfallsreich sind. Sechs von zehn Kunden nutzen für verschiedene Internet-Dienste wie Online-Banking oder Online-Shops dasselbe Passwort. Kriminelle haben es so relativ einfach. Gerät das Passwort in falsche Hände, haben Betrüger leicht Zugriff auf verschiedene Online-Aktivitäten des Betroffenen – auch auf seinen Banking-Account.

Deshalb: Wählen Sie verschiedene Passwörter, installieren Sie eine gute Firewall und aktualisieren Sie regelmäßig ihr Virenprogramm. Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung beim Online-Banking können Sie Überweisungslimits einrichten oder das Konto für Auslandsüberweisungen sperren lassen.

Online-Banking: Zahlendreher vermeiden

Seit Inkrafttreten der Zahlungsverkehr-Richtlinie Ende 2009 bestehen nunmehr auch Risken bei Falschüberweisungen, zum Beispiel, wenn Sie sich bei der 22-stelligen IBAN-Nummer vertippen. Machen Sie einen Tippfehler im Überweisungsformular, können Sie das Geld nicht mehr so einfach zurückbuchen lassen. Um falsche Überweisungen auszuschließen, sollten Sie deshalb vor jeder Überweisung die IBAN bzw. BIC-Nummer sowie den Geldbetrag genau prüfen, bevor Sie den Auftrag freigeben. Überweisen Sie häufig Geld via Online-Banking an den selben Empfänger, lohnt die Anlage einer Online-Überweisungsvorlage – sie verhindert das Risiko eines Zahlendrehers.

Sicher bezahlen im Internet

Problematisch ist das sichere Bezahlen im Internet. Verschiedene Verfahren stehen zur Wahl, jedes hat allerdings seine Vor- und Nachteile. Beliebt und sehr häufig beim Online-Banking im Einsatz sind Kreditkarten. Dabei geben Sie in das Bezahlformular Name, Adresse, Kreditkartennummer, Sicherheitsnummer, das Kreditinstitut sowie die Gültigkeitsdauer der Karte ein. Zur Erhöhung der Sicherheit haben viele Geldinstitute eine zusätzliche Barriere eingebaut: Mit dem „SecureCode“ bei Mastercard und dem „Verified by Visa“ wird bei Einkäufen zusätzlich ein vom Kunden frei gewähltes Passwort abgefragt. „Da immer mehr Internethändler auf das Secure- oder Verified-Verfahren zurückgreifen, können wir unseren Kunden diese Sicherheitsschranke als wirksamen Schutz gegen Kartenmissbrauch im Internet nur empfehlen“, sagt Ralf-Christoph Arnold vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

Kreditkartenzahlungen gewährleisten hohe Netzsicherheit. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass Bezahlvorgänge im Internet stets auf speziell verschlüsselten Seiten erfolgen, die den unerlaubten Zugriff auf sensible Kontodaten verhindern. Ob die Internet-Seiten verschlüsselt sind, erkennen Sie am Schloss-Symbol im Browser-Fenster. Andererseits besteht bei Kreditkartenzahlungen nach der neuen Zahlungsverkehrs-Richtlinie generell kein Anspruch mehr auf Widerruf geleisteter Zahlungen. Möchten Sie das Geschäft rückgängig machen, können Sie zwar die Ware an den Verkäufer zurücksenden, es besteht aber kein Anspruch auf Erstattung des Kaufpreises. Im schlimmsten Fall müssen Sie den Betrag vom Lieferanten einklagen – insbesondere bei Auslandsgeschäften ein mühsames Unterfangen.

Rückbuchungsvorteil bei Lastschriftverfahren

Sollte der Händler bzw. Internet-Verkäufer das Lastschriftverfahren anbieten, sind Sie als Käufer im Vorteil. Zwar muss man dem Verkäufer Zugriff auf sein Konto erlauben, damit er den Betrag abbuchen kann. Dies sollte bei seriösen und bekannten Anbietern aber kein Problem sein. Die meisten Familien lassen heute ihre Strom-, Gas- oder Wasserrechnung von den örtlichen Stadtwerken oder vom Energieversorger abbuchen. Das Gleiche geschieht bei der Miete, der Kfz-Steuer, dem Hypothekenkredit, Zeitungsabos, Telefonrechnungen oder bei Versicherungsprämien. Vorteil: Unberechtigte Abbuchungen können Sie sechs Wochen lang zurückbuchen lassen. Ein Anruf bei der Bank genügt.

Alternative Bezahlmöglichkeiten im Internet

Das Problem des Zahlungswiderrufs besteht auch bei alternativen Internet-Bezahlsystemen wie etwa Paypal. Der Internet-Bezahldienst ermöglicht Überweisungen per E-Mail. Zwar entfällt dadurch die Eingabe von Bankdaten, dafür geben Sie als Kunde Paypal den Zahlungsauftrag und hinterlegen dort Ihre Bankdaten. Der Überweisungsvorgang ist elektronisch verschlüsselt und wird entweder im Lastschriftverfahren abgewickelt oder über das Kreditkartenkonto. Zwar können Sie geleistete Zahlungen widerrufen, da er aber Paypal einen Zahlungsauftrag erteilt hat, kann der Dienstleister auf der Ausführung des Auftrags bestehen. Nach Aussagen von Paypal, können bereits abgewickelte Zahlungen nicht zurückgefordert werden.

Ausnahme: Die Ware ist schadhaft, entspricht nicht den Erwartungen oder trifft gar nicht erst bei Ihnen ein. Dann ersetzt der Bezahldienst dem Käufer den Kaufpreis und die Versandkosten. Dazu muss dieser binnen 45 Tagen nach Zahlung online eine Beschwerde einreichen.

 Mein Tipp:
Mit einem DKB-Girokonto können Sie mit wenigen Klicks ein Paypal-Konto eröffnen und behalten via Online-Banking bequem Ihre Paypal-Umsätze im Blick.

Online-Banking braucht hohe Sicherheit

In der Regel richtet sich die Zahlungsmethode nach dem Zweck des Einkaufs oder nach den angebotenen Bezahlmöglichkeiten des Verkäufers. Die größtmögliche Sicherheit beim Online-Banking bieten das Lastschriftverfahren sowie das Bezahlen per Rechnung. Allerdings kann dies einige Tage in Anspruch nehmen und somit den Kauf verzögern. Die direkte Rechnungsbegleichung führt häufig zu Zusatzkosten. Für die Bezahlung kleinerer Beträge eignen sich Micropayment-Verfahren wie Paypal. Für Geschäfte mit ausländischen Anbietern kann die Nutzung einer Kreditkarte von Visa- oder Master-Card sinnvoll sein. Hierbei sollten Sie zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie das Secure- oder Verified-Verfahren bevorzugen. Oberste Priorität in Sachen Sicherheit im Internet hat allerdings der Schutz des eigenen Rechners mittels Virensoftware und Firewall. Wenn Sie sich ausreichend schützen, können Sie ungestört im Internet einkaufen gehen und Transaktionen via Online-Banking vornehmen. Die Nutzung bekannter und bewährter Bezahlsysteme stellt kein erwähnenswertes Sicherheitsrisiko beim Onlineeinkauf dar. So liegt die Betrugsrate bei Paypal nach Angaben des Unternehmens bei deutlich weniger als einem Prozent.
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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
06.05.2016 - von mannidry
IBAN-Zahlendreher
nach meinen Test-Erfahrungen führt ein Zahlendreher bei der online-IBAN-Eingabe im Überweisungsformular zu einem Fehlerhinweis, da die 2-stellige-Prüfziffer nicht mehr mit dem BLZ/KtoNr-Algorithmus übereinstimmt.
28.05.2015 - von KühneBernd
Paypal – nur Hoffnung auf Schutz!
Da wird mehr die Hoffnung und Glaube statt echter Schutz verkauft. Schon die Lektüre der Bedingungen, sollte klar werden lassen, dass ein wirklicher Käuferschutz nicht gegeben ist. Die zahlreichen negativen Erfahrungen von „Kunden“ bestätigen das!
13.07.2014 - von fritti
Paypal Kundenschutz???
Von wegen Paypal Kundenschutz. Ich hatte einen Code für einen Flug gekauft. Der Code war bei Flug-Buchung nicht mehr gültig. Paypal verweigerte mit fadenscheinigen Ausreden die Rückzahlung!
25.05.2011 - von Tom757
Paypal
Paypal Kundenschutz??? Ich warte seid Januar auf mein Geld für nicht gelieferte Ware. Nach ca. 15 eMails und Telefonaten mit Paypal habe ich aufgegeben. Paypal hat versprochen zu prüfen!!!! ich bin nicht alleine, wie zahlreiche Kommentare in versch. Foren ergeben haben.
10.09.2010 - von Peter Rostalski
Sicher zahlen
Sehr hilfreich, auch die Zahlungsmodalitäten auf Seite 2
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