Was die Krankenkasse zahlt

Akupunktur Was die Krankenkasse zahlt

von Anja Lang
23.05.2016
Auf einen Blick

Akupunktur heilt und lindert mit gezielten Nadelstichen viele Krankheiten. In welchen Fällen die gesetzliche Krankenkasse die Kosten hierfür übernimmt.

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Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin und wird in China schon seit über dreitausend Jahren praktiziert. In der westlichen Welt anfänglich noch belächelt, hat sich Akupunktur inzwischen auch hierzulande längst als anerkannte Heilmethode etabliert. Sie wird von vielen Ärzten und Heilpraktikern, oft ergänzend zur klassischen Schulmedizin, angewandt.

Akupunktur wirkt ganzheitlich

Akupunktur wirkt im ganzen Körper und kann bei sehr vielen Krankheiten zur Heilung beziehungsweise Linderung beitragen. Das ist zum Beispiel bei neurologischen Beschwerden, wie Kopfschmerzen und Migräne, der Fall. Aber auch bei Rücken- und Gelenkschmerzen, bei Erkrankungen der Atemwege, genauso wie bei Problemen des Verdauungssystems kann eine Akupunkturbehandlung eine Besserung der Beschwerden  oder gar eine Heilung bewirken. Auch bei der Bekämpfung von Suchtkrankheiten, wie Rauchen oder Ess-Sucht, kann Ihnen Akupunktur helfen.

Das zahlt die gesetzliche Krankenkasse

Seit 2007 übernehmen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Akupunktur-Behandlung als verpflichtende Kassenleistung.Aber Achtung, nur für genau zwei Krankheitsbilder: Chronische Rückenschmerzen und chronische Knieschmerzen aufgrund von Arthrose. Als chronisch bezeichnen die Krankenkassen dabei Beschwerden, die mindestens schon ein halbes Jahr andauern. Leiden Sie also schon seit mindestens sechs Monaten an einer der beiden oben genannten Krankheiten, übernehmen die Krankenkassen die Kosten von bis zu zehn Akupunktursitzungen - in Ausnahmefällen werden auch bis zu 15 Sitzungen bezahlt. Wichtig: Die Behandlung darf ausschließlich von Ärzten mit einer besonders hochwertigen Zusatzqualifikation in Akupunktur ausgeführt werden. Lassen Sie die Akupunktur bei einem Heilpraktiker durchführen, zahlen die Kassen nicht. Die Kostenübernehme einer erneuten Behandlung wird Ihnen frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunktursitzung gewährt.

Zahlt die Kasse Akupunktur auch bei Migräne, Allergien und Co?

Bei allen anderen Krankheitsbildern, wie Migräne und chronischen Kopfschmerzen, Allergien, Nikotinabhängigkeit, etc. bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung mit Akupunktur bislang leider nicht. Die Krankenkassen argumentieren dabei mit der GERAC-Studie (German Acupunktur Trials), die zwischen 2002 und 2007 in Deutschland durchgeführt wurde. Sie ist die weltweit größte Untersuchung zur Wirksamkeit von Akupunktur nach westlichen klinischen Standards. Dabei zeigte sich, dass Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen deutlich besser wirkte, als alle bisher üblichen Therapieformen. Das allerdings auch, wenn die Nadeln nicht auf den festgelegten chinesischen Punkten gesetzt werden. Kritiker monieren deshalb eher einen Placebo-Effekt. Für alle anderen Krankheitsbilder, also chronische Rückenbeschwerden und chronische Knieschmerzen wegen Arthrose, konnte die Wirksamkeit dagegen nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Akupunktur deshalb nur bei diesen beiden Krankheitsbildern. Bei allen anderen Beschwerden leisten die gesetzlichen Krankenkassen für Akupunktur-Behandlungen nicht.

Private Krankenkassen und Zusatzversicherungen zahlen Akupunktur

Anders ist das bei vielen privaten Krankenversicherungen. Je nach Tarif, erstatten sie meistens die Kosten von Akupunkturbehandlungen, im Rahmen einer Schmerzbehandlung, für eine Vielzahl von Beschwerden. Sind Heilpraktiker-Leistungen im Tarif eingeschlossen, wird selbstverständlich auch eine Akupunkurbehandlung beim Heilpraktiker bezahlt. Dasselbe gilt für private Krankenzusatzversicherungen, mit denen Sie sich als Kassenpatient zusätzlich absichern können.

Soviel kostet eine Akupunkturbehandlung

Sollten Sie keine private Krankenzusatzversicherung haben, die die Kosten einer Akupunktur-Behandlung übernimmt, müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen: Eine Sitzung dauert etwa zwischen 30 und 45 Minuten und kostet pro Sitzung, je nach Aufwand und Dauer, zwischen 30 und 80 Euro.

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