Zusatzbeitrag steigt – So halten Sie gegen

Gesetzliche Krankenkasse Zusatzbeitrag steigt – So halten Sie gegen

Annette Jäger
von Annette Jäger
02.08.2016
Auf einen Blick

Schlechte Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte: die Beiträge werden teurer. Grund ist der weiter steigende Zusatzbeitrag. Doch es gibt eine Sparmöglichkeit.

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Derzeit liegt der Zusatzbeitrag durchschnittlich bei 1,1 Prozent vom Bruttoeinkommen. Im kommenden Jahr soll er um 0,3 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent steigen – bis 2019 sogar auf 1,8 Prozent. Das sagt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen voraus.

So viel kostet Sie der steigende Zusatzbeitrag

Gesetzlich Krankenversicherte bezahlen alle einen einheitlichen Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent auf ihr Bruttoeinkommen. Diesen Betrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zusätzlich kann jede Kasse seit 2015 einen Zusatzbeitrag erheben, den Sie als Versicherter selbst bezahlen müssen. Wie hoch dieser ist, bestimmt jede Kasse selbst. Im Durchschnitt liegt er in diesem Jahr bei 1,1 Prozent vom Bruttoeinkommen. Bei einem Einkommen von 3.000 Euro im Monat sind das 396 Euro im Jahr an Zusatzkosten. Steigt der Zusatzbeitrag um 0,3 Prozentpunkte wie prognostiziert, sind ab 2017 zusätzlich 108 Euro im Jahr fällig, liegt er 2019 dann sogar bei 1,8 Prozent zahlt der Versicherte 648 Euro an Zusatzbeitrag.

So kontern Sie steigende Zusatzbeiträge

Einzig und allein ein Kassenwechsel reduziert diese Mehrkosten. Denn nicht alle Kassen verlangen den prognostizierten Durchschnittsbeitrag, manche liegen deutlich darunter. So verlangt in diesem Jahr die Barmer GEK einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent, die hkk nur 0,59 Prozent. Das bedeutet bei unserem Beispiel mit dem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro eine Differenz von rund 184 Euro im Jahr, die Sie sparen, wenn Sie bei der hkk versichert sind. Rechnen Sie sich mit unserem Krankenkassen-Rechner aus, wie hoch Ihr Beitrag bei den verschiedenen Krankenkassen ist.

Wechseln Sie die Krankenkasse und sparen Sie Zusatzbeiträge

Ein Wechsel der Krankenkasse spart Ihnen bares Geld. Ein Kassenwechsel ist völlig unkompliziert und Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass die neue Krankenkasse Sie wegen eventueller Erkrankungen ablehnt - die Krankenkassen haben eine Annahmepflicht, sie müssen alle aufnehmen.

Sobald die Krankenkasse die Erhöhung des Zusatzbeitrags schriftlich ankündigt, können Sie die Kasse wechseln. In diesem Fall müssen Sie auch nicht die sonst obligatorische 18-monatige Mindest-Mitgliedschaft erfüllen, um kündigen zu können. Schreibt die Kasse Sie also zum 15. Februar an, darf sie frühestens am 15. März den Zusatzbeitrag einziehen. So lange haben Sie Zeit, zu kündigen. Ihre schriftliche Kündigung schicken Sie am besten per Einschreiben an Ihre alte Krankenkasse. Innerhalb von 14 Tagen schickt Ihnen die Kasse eine Bestätigung. Diese legen Sie Ihrer neuen Krankenkasse vor.

Mein Tipp: Vergleichen Sie vor einem Wechsel die Leistungen Ihrer alten und der neuen Krankenkasse. Jede Kasse bietet individuelle Zusatzleistungen an, die vielleicht vorteilhaft für Sie sind, zum Beispiel zusätzliche Kinder- und Jugenduntersuchungen, Mutter-Kind-Kuren, spezielle Programme für chronisch Kranke, kostenlose Reiseimpfungen oder günstige Zahnreparaturen. Preis und Leistung müssen zu Ihrer Lebenssituation passen – dann erst macht ein Kassenwechsel Sinn.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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