Fallstrick Kurantrag Nur wer sich auskennt, wird nicht abgewimmelt

Fallstrick Kurantrag Nur wer sich auskennt, wird nicht abgewimmelt

Annette Jäger
von Annette Jäger
24.09.2014
Auf einen Blick

Jeder Patient hat das Recht auf eine Kur. Allerdings benötigt er einen langen Atem, denn vor der Abreise in die medizinische Erholung steht erst mal ein Papierkrieg.

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Jeder Patient hat das Recht auf eine Kur, wenn sie medizinisch notwendig ist. Allerdings ist der Papierkrieg bis zur Genehmigung für viele Ärzte ein „lästiger Aufwand“, wie eine Ärztin gesteht. Zudem sei die Voraussetzung der „medizinischen Notwendigkeit“ oft ein umstrittener Punkt zwischen Kasse, Arzt und Patient. Fazit: Wer eine Kur beantragen möchte, sollte das Verfahren genau kennen.


Die Kuren, zu denen die Großeltern vor 20 Jahren aufbrachen, waren oft reine Vorsorgemaßnahmen: Nach dem Frühstück im Traditions-Hotel und den ausgedehnten Spaziergängen kam mal eine Massage dran. Von dieser Qualitätsstufe hat man sich lange verabschiedet, auch weil das Geld knapper geworden ist.

Rechtsanspruch auf eine Kur

Grundsätzlich haben Krankenkassen und Rentenversicherer, die für die Kosten eines Kuraufenthaltes aufkommen, nichts gegen eine Kur. Im Gegenteil: Der gesamte Bereich der medizinischen Rehabilitation ist inzwischen eine Pflichtleistung der Kassen. Damit haben Patienten einen besseren Stand, was die Bewilligung angeht.

Es gibt ambulante sowie stationäre Kuren. Einige dienen der Vorsorge, andere der Rehabilitation. Was geeignet ist, bespricht man am besten mit seinem Arzt. Patienten, die eine Kur in Anspruch nehmen möchten, sollten wegen ihrer Beschwerden unbedingt einen Arzt aufgesucht haben. Wer sich mit einem Erschöpfungs-Syndrom oder ständigen Rückenbeschwerden nie zum Arzt begibt, dann aber in Kur fahren möchte, hat oft schlechte Karten. Eine Kur kommt nur dann in Frage, wenn alle anderen therapeutischen Maßnahmen vor Ort bereits ausgeschöpft wurden. Aber auch dann wird der Arzt zunächst ambulanten Behandlungsmaßnahmen - also vor Ort - den Vorzug geben (mit Ausnahme der Mutter-Kind-Kuren). Erst wenn diese auch nicht zur Heilung führen, kommt eine dreiwöchige stationäre Kur in Betracht. Eine Kur ist eine Intensivierung der ambulanten Versorgung.

Erste Anlaufstelle ist der Arzt

Alle vier Jahre darf man in der Regel eine Kur beantragen Auch junge Patienten und Kinder haben einen Anspruch. Allerdings muss man hier die nächste Hürde nehmen: Der Arzt muss bei Anträgen an die Krankenkasse eine spezielle Qualifizierung im Bereich Rehabilitation oder physikalische Medizin haben. Das bedeutet für den Patienten, dass er unter Umständen zu einem ihm unbekannten Arzt gehen muss, der sein Beschwerdebild nicht genau kennt.

Im Kur-Antrag sollte man alle Fragen sorgfältig beantwortetn. Oftmals werden die Anträge von den Ärzten nachlässig ausgefüllt. Der Patient sollte eventuell fehlende Therapien oder Diagnosen nachtragen. Für den Gutachter muss sich ein umfangreiches Bild der Beschwerden ergeben. Das erhöhe deutlich die Chancen auf eine Bewilligung.

 

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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