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Krankenkasse und Zuzahlungen Beim Medikamentenkauf Geld sparen

Annette Jäger
von Annette Jäger
02.12.2014
Auf einen Blick

In der Apotheke fallen beim Medikamentenkauf oft satte Kosten an, auch wenn man ein Rezept hat. So kann man bei den Zuzahlungen sparen.

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Da soll sich einer auskennen: Der eine Patient bezahlt in der Apotheke 20 Euro an Zuzahlungen beim Einlösen seines Medikamenten-Rezeptes. Ein anderer Kunde erhält bei gleicher Diagnose ein anderes Mittel und kommt kostenlos weg. Ob und wie viel man beim Kauf von Medikamenten bezahlen muss, ist Glückssache, so scheint es. Doch dahinter steckt System.

Zuzahlungen bei Arzneimitteln, Krankengymnastik & Co.

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen müssen sich an den Ausgaben für ihre Gesundheit mit Zuzahlungen beteiligen. Die Eigenleistung muss unter anderem bei Rezepten für Arzneimittel, bei Krankengymnastik oder Massagen erbracht werden. Bei Medikamenten sind zehn Prozent vom Abgabepreis, mindestens fünf, maximal zehn Euro pro Arzneimittel fällig. Bei chronisch Kranken kann sich dies übers Jahr hinweg summieren. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind befreit. Bei nichtverschreibungspflichtigen Medikamenten gilt eine Befreiung von Zuzahlungen nur bis zum zwölften Lebensjahr.

Mit Rabattverträgen der Krankenkassen sparen

Hat die Krankenkasse einen Rabattvertrag für einen bestimmten Wirkstoff mit einem Pharmahersteller geschlossen, ist die Apotheke verpflichtet, dessen Produkt an den Kunden abzugeben. Für Versicherte können Rabattverträge von finanziellem Vorteil sein, da die Zuzahlungen zum Teil reduziert werden. Da die Verträge meist auf zwei Jahre befristet sind, erhalten Versicherte immer mal ein anderes Medikament.

Nach zuzahlungsbefreiten Medikamenten fragen

Gibt es keinen Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Hersteller, kann man möglicherweise ein zuzahlungsbefreites Medikament erhalten. Der Apotheker ist sogar verpflichtet, eines der drei preisgünstigsten Medikamente abzugeben, sofern es eine Alternative zum Originalpräparat gibt. Viele sogenannte Generika – wirkstoffgleiche Kopien eines Medikaments – sind erheblich günstiger und oft komplett von Zuzahlungen befreit. Eine Liste von derzeit über 10.000 zuzahlungsbefreiten Arzneimitteln wird vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen ständig aktualisiert: www.gkv-spitzenverband.de).

Reduzierte Zuzahlung

Auch wenn ein bestimmtes Medikament nicht komplett zuzahlungsfrei ist, kann man sparen. Beispiel: Bei einer Gruppe wirkstoffgleicher Medikamente kostet das teuerste 100 Euro, das günstigste 50 Euro. So reduziert sich der Anteil der Zuzahlungen. Fünf Euro pro Medikament kann der Patient dann auf jeden Fall sparen. Kunden können ihren Apotheker direkt danach fragen. Wenn der Arzt ohne medizinische Notwendigkeit ein spezielles Medikament verordnet, für das der Patient sogar einen Aufpreis zusätzlich zur Zuzahlung leisten muss, sollte man erst mit dem Arzt bzw. der Krankenkasse Rücksprache halten.

Befreiung von Zuzahlungen

Zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen (ein Prozent bei chronisch Kranken) müssen Versicherte im Jahr an Zuzahlungen aufbringen. Pro Kind gilt ein Freibetrag von 7.008 Euro, für Ehe- oder Lebenspartner 4.977 Euro. So muss eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 50.000 Euro im Jahr 619,75 Euro an Zuzahlungen für die gesamte Familie leisten, ein chronisch Kranker 309,87 Euro. Wer mehr bezahlt - z. B. weil ein Krankenhausaufenthalt nötig wird, bei dem auch Zuzahlungen anfallen oder größere Mengen an teuren Medikamenten verschrieben werden müssen - kann man sich den Mehrbetrag von der Krankenkasse erstatten lassen.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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