Kosten für Osteopathie ist Kassenleistung

Krankenkasse Kosten für Osteopathie ist Kassenleistung

von Anja Lang
28.05.2016
Auf einen Blick

Osteopathie ist eine Naturmedizin, die ausschließlich auf dem Einsatz der Hände basiert. Auch viele gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich inzwischen an den Kosten.

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Anfang 2012 machte die Techniker Krankenkasse den Anfang und übernahm für ihre Versicherten einen Großteil der Kosten einer osteopathischen Behandlung. Im Laufe der Jahre zogen immer mehr gesetzliche Krankenkassen nach. Dabei zwang vor allem der Wettbewerb die Krankenkassen zum Handeln, denn viele Patienten wünschen sich sanfte Medizin ohne Skalpell und Tabletten, wie die Osteopathie sie zu bieten hat.
 

Osteopathie - schmerzfrei durch den sanften Druck der Hände

Über fünf Millionen Deutsche suchen, laut Verband der Osteopathen Deutschlands (VOD), Jahr für Jahr Rat bei einem Osteopathen. Besonders bei Gelenkproblemen, Rückenschmerzen, Schleudertrauma, Migräne, aber auch bei Hyperaktivität oder der Behandlung von Schreikindern, soll die Osteopathie gute Erfolge erzielen.

  • Was viele selbst positiv erfahren und darauf schwören, ist wissenschaftlich aber nur in Teilbereichen belegt. Das liegt an der eigenen Philosophie der Osteopathie, die sich naturwissenschaftlich nicht beurteilen lässt und auch daran, dass teilweise einfach noch zu wenige Studien vorliegen.

    Der Gesetzgeber hat die Osteopathie deshalb nicht in den Pflichtkatalog der gesetzlichen Krankenkassen mit aufgenommen. Kassenpatienten, die eine osteopathische Behandlung wünschen, müssen diese also grundsätzlich selbst bezahlen.

Was kostet eine Behandlung beim Osteophaten? 

Da Osteopathie in Deutschland als Heilkunde gilt, darf sie nur von Ärzten oder Heilpraktikern mit entsprechender Zusatzqualifikation eigenständig ausgeübt werden.

Wie diese Ausbildung genau aussieht, ist aber bislang leider nicht einheitlich geregelt.

Auch entsprechend geschulte Physiotherapeuten dürfen osteopathisch behandeln. Dies allerdings nur auf Anordnung eines Arztes oder Heilpraktikers. Für eine Behandlung mit ausführlicher Anamnese, Untersuchung und Behandlung mit unterschiedlichen osteopathischen Techniken, liegen die Kosten etwa zwischen 60 und 150 Euro.

Ärzte und Heilpraktiker rechnen hier nach ihren jeweiligen Gebührenordnungen ab. Je nach Tarif, übernehmen viele private Krankenkassen die Kosten einer osteopathischen Behandlung. Es gibt aber auch private Krankenzusatzversicherungen, die diese Leistung mit abdecken.

Osteopathie - Viele Krankenkassen zahlen Zuschüsse

Im Rahmen freiwilliger Zusatzleistungen dürfen inzwischen aber auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer osteopathischen Behandlung übernehmen oder sich zumindest daran beteiligen. Und immer mehr Kassen tun das auch.

  • Bundesweit bieten derzeit bereits fast 70 Krankenkassen Osteopathie als freiwillige Zusatzleistung an. Sie möchten wissen, ob auch Ihre Krankenkasse nier Zuschüsse zahlt? Dann nutzen Sie dazu einfach unseren GKV-Rechner. Wählen Sie Ihr Bundesland und die Zusatzleistung Osteopathie. Dann sehen Sie gleich, welche gesetzlichen Krankenkassen in Ihrer Region Osteopathie als Zusatzleistung anbieten.

Erstattung der Osteophatie-Kosten nur unter Bedingungen

Die Krankenkassen knüpfen den Geldsegen aber an Bedingungen: So muss erstens ein Arzt die osteopathische Behandlung befürworten. Das heißt, Sie brauchen im Vorfeld ein ärztliches Rezept.

Und zweitens muss die Therapie von einem Behandler durchgeführt werden, der eine qualitätsgesicherte Ausbildung nachweisen kann. Dabei akzeptieren die Kassen nur Osteopathen, die entweder Mitglied eines Verbandes der Osteopathen sind oder eine Ausbildung absolviert haben, die zum Beitritt in diesen Verbänden berechtigt.

Die Abrechnung erfolgt dann, wie bei Privatpatienten. Das heißt, Sie strecken die Kosten für die Behandlung erstmal vor und reichen im Anschluss an die Behandlung die Rechnung, zusammen mit der der ärztlichen Verordnung, bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung ein.

Wie viel zahlt die Krankenkasse dazu?

Bei den freiwilligen Zusatzleistung dürfen die Kassen selbst entscheiden, was und in welchem Umfang sie ihren Versicherten an Extras anbieten. Dementsprechend gibt es auch keine festen Kostensätze oder Erstattungshöhen mit denen Sie rechnen können.

  • Einige Krankenkassen,wie die Actimonda Krankenkasse, die BKK direkt gesund oder auch die BKK GIdemeister Seidensticker erstatten bis 40 bzw. bis 50 Euro pro Sitzung, maximal drei bis vier Mal pro Jahr.
  • Viele andere Krankenkassen, wie die AOK NordWest, die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, die BKK24 oder auch die BKK Deutsche Bank sind deutlich kulanter und zahlen Ihnen 80 bis 90 Prozent der Kosten von bis zu sechs Behandlungen pro Jahr zurück. Allerdings ist die Leistung hier auf höchstens 60 Euro pro Behandlung beschränkt.
  • Die BKK EWE erstattet sogar bis zu acht Mal pro Jahr bis zu 60 Euro.
  • Bis zu 65 Euro bis sechs Mal pro Jahr, sind bei der Atlas BKK Ahlmann sowie die BKK Braun-Gilette drin.
  • Die  BKK Akzo Nobel Bayern dagegen hat den Zuschuss für Osteopathie auf schmale 150 Euro pro Jahr im Rahmen des Gesundheitskontos begrenzt.
  • Die IKK Nord erstattet im Rahmen Ihres Bonusprogramms gerade Mal 50 Euro.

Beispielrechnung: Soviel können Sie als Kassenpatient bei Osteopathie sparen

Durchschnittliche Gesamtkosten für 6 Behandlungen (je 80 Euro)

Erstattung 80 %
(max. 60 Euro pro Behandlung)

Eigenanteil

 

 480 Euro

 360 Euro

 120 Euro


Krankenkassen - vergleichen lohnt sich

Es lohnt sich also genau hinzuschauen und zu vergleichen. Sie spüren Erfolge durch die osteopathischen Behandlungen und möchten öfters davon profitieren? Dann sollten Sie sich eine Krankenkasse suchen, die Ihnen hier eine möglichst hohe Kostenübernahme bietet.

  • Vielleicht sind Ihnen aber auch noch andere kostenlose Extras wichtig, wie eine kostenlose professionelle Zahnreinigung oder Zuschüsse zu anderen Naturheilverfahren, wie Akkupunktur oder Homöopathie? Dann nutzen Sie doch einfach unseren GKV-Rechner. Wählen Sie dort Ihr Bundesland sowie die gewünschten Zusatzleistungen. Und schon nach wenigen Sekunden sehen Sie welche Kassen in der Region Ihnen die gewünschten Leistungen bieten und außerdem, was die Kasse kosten.

    Wechseln ist übrigens ganz einfach: Sie müssen nur mindestens seit 18 Monaten Mitglied ihrer Kasse sein und die neue Kasse muss für Ihren Wohnort zugelassen sein.

Hier lesen Sie weiter, wenn Sie wissen wollen, was die Krankenkasse zur Akupunktur dazu zahlt.

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Anja Lang
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