Kreditkarte Viele Karten erhöhen Überschuldungsgefahr

Max Geißler
von Max Geißler
13.03.2015
Auf einen Blick

Banken und Firmen vergeben immer mehr Kreditkarten. Da mit steigender Zahl auch das Verschuldungsrisiko wächst, sollte man den Kreditrahmen im Auge behalten.

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Die Zahl der Kreditkarten wächst und wächst. Waren 2009 noch knapp 25 Millionen Kreditkarten in Deutschland im Umlauf, so waren es Ende 2014 bereits 38 Millionen. Eine Ursache für den rasanten Anstieg ist, dass immer mehr Unternehmen das Plastikgeld ausgeben. Besonders beliebt sind eigene Kreditkarten von Fluggesellschaften, Onlinehändlern, Automobilclubs und Reiseveranstaltern.

Viele Kreditkarten – hohes Schuldenrisiko

Das Problem: Während Banken und Sparkassen vor Vergabe einer Karte mit Kreditrahmen die Bonität des Kunden prüfen, drängen Amazon & Co. ihren Kunden solche Kreditkarten regelrecht auf. Eine echte Bonitätsprüfung findet selten statt. Oft genügt die Angabe des Einkommens – und schon wird die Kreditkarte zugeschickt. Die lasche Vergabe von Kreditkarten kann jedoch sowohl für das Unternehmen wie für die Karteninhaber fatale wirtschaftliche Folgen haben. Schließlich besitzen die meisten Verbraucher in Deutschland eine Vielzahl von Kreditkarten. Versagt eine Karte ihren Dienst, zum Beispiel weil der Verfügungsrahmen ausgeschöpft ist, greift man einfach zur nächsten.

Die Gefahr: Benutzt man mehrere Kreditkarten mit Verfügungsrahmen, wächst das Risiko, den Überblick zu verlieren. Schließlich erfolgen Kreditkartenabrechnungen oft erst Wochen später. Haben Sie in der Zwischenzeit mit der einen Kreditkarte Waren im Wert von 1.000 Euro eingekauft, mit der zweiten im Wert von 2.000 Euro und mit der dritten von 3.000 Euro, so ist der Schuldenberg bereits auf 6.000 Euro angewachsen. Verfügen Sie dann nicht über Rücklagen, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto, oder über ein hohes Einkommen, lauert Überschuldung.

Kreditkarte mit niedrigen Sollzinsen bevorzugen

Dies geht umso schneller, wenn Ihre Kreditkarte nicht von einer Bank, sondern von einem Unternehmen stammt. Solche Kreditkarten fordern oft hohe Überziehungszinsen. So berechnet beispielsweise die Amazon Visacard knapp 15 Prozent effektiven Jahreszins, die Germanwings Card Gold fordert gar über 17 Prozent. Erfreuliche Ausnahme sind einige Kreditkarten der Lufthansa, etwa die Miles & More Kreditkarte White, die nur 8,5 Prozent Sollzins fordert.

Mal davon abgesehen, dass Firmenkarten spätestens ab dem zweiten Jahr auch noch eine Jahrespauschale kosten, sollten Sie Kreditkarten bevorzugen, die niedrige Sollzinsen berechnen. Gehen Sie zum Beispiel mit der kostenlosen Visa Card der DKB Bank shoppen, fallen nur 7,5 Prozent Sollzins an. Steht die Karte zwei Monate lang mit durchschnittlich 2.500 Euro in der Kreide, laufen rund 31 Euro an Zinsen auf. Bei der Germanwings Card Gold ruft der gleiche Saldo hingegen eine Zinszahlung von mehr als 66 Euro hervor. Sehr günstige Kreditzinsen von unter acht Prozent bieten auch die Kreditkarten von DAB Bank, 1822 direkt, ING-Diba und Targobank.

Prepaid-Karte verhindert Minuszinsen

Um das Überschuldungsrisiko zu senken und die Ausgaben unter Kontrolle zu halten, empfiehlt sich der Einsatz von Prepaid-Kreditkarten. Diese Kreditkarten funktionieren nur auf Guthabenbasis, können also nicht ins Minus rutschen. Ohne Jahrespauschale gibt es zum Beispiel die Visacard von Wüstenrot. Nur 24 Euro im Jahr kostet die ADAC-Clubmobilkarte, die das Kartenguthaben sogar mit 0,25 Prozent verzinst. Mit vielen Zusatzleistungen zum Jahrespreis von 29 Euro empfiehlt sich auch die Payango Kiscard der Landesbank Baden-Württemberg.

Tipp zum Thema Kreditkarte:

Unser Kreditkarten-Vergleich listet individuell für verschiedene Anforderungen bzw. Zahlungsgewohnheiten eine Vielzahl von Kreditkarten sowohl von Banken als auch von Unternehmen auf.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
8,95%
3.
VISA Card
0,00
6,99%
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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