Private Renten und Steuern (1) Steuern auf Riester- und Rürup-Renten

Private Renten und Steuern (1) Steuern auf Riester- und Rürup-Renten

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
05.03.2015
Auf einen Blick

Geworben wird oft mit der Bruttorente. Wichtiger ist aber, was später netto bleibt. Im Biallo-Check: Wie greift der Fiskus auf Riester- und Rürup-Renten zu?

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Auszahlungen aus einem Riester-Rentenvertrag zählen zu den sonstigen Einkünften und müssen später bis zu 100 Prozent mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Wie hoch die Steuerlast dann tatsächlich ausfällt, hängt vom Gesamteinkommen des Ruheständlers ab. Bei hohen Nebeneinkünften müssen Rentner damit rechnen, dass sie mit 30 Prozent oder sogar mehr dabei sind.

Riester-Rente: Wann nur der Ertragsanteil zu versteuern ist

Die berühmte Ausnahme – jetzt wird’s kompliziert: Diese volle Steuerpflicht für Riester-Renten gilt nur für Renten, die vollständig aus durch Zulagen und Steuervorteile gefördertem Kapital gezahlt werden. Doch manche Sparer zahlen in der Ansparphase auch mehr in einen Riester-Vertrag ein als nötig ist, um die vollen Zulagen und Steuervorteile zu bekommen. Wird aus diesem nicht staatlich geförderten Anteil an den Riester-Beiträgen eine Rente gezahlt, so ist dafür dann nur der sogenannte Ertragsanteil zu versteuern.

Rürup-Rente: Höhe der Steuer hängt vom Rentenbeginn ab

Bei der Rürup-Rente gilt das gleiche Besteuerungsprinzip wie bei der gesetzlichen Altersrente (siehe Tabelle unten). Seit dem Jahre 2005 richtet sich die Höhe der Steuerpflicht bzw. des steuerfreien Betrags der Rente nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns. In 2015 erstmals ausgezahlte Renten sind mit 70 Prozent steuerpflichtig, der andere Teil von 30 Prozent wird als Freibetrag dauerhaft festgeschrieben. Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Anteil jährlich um zwei Prozent an, nach 2020 nur noch um ein Prozent jährlich. Ab 2040 ist dann die volle Auszahlung steuerpflichtig.

Rürup-Rente und die Steuer

Rentenbeginn

steuerpflichtiger Rentenanteil

steuerfreier Rentenanteil

Bis 2005

50 %

50 %

2006

52 %

48 %

2007

54 %

46 %

2008

56 %

44 %

2009

58 %

42 %

2010

60 %

40 %

2011

62 %

38 %

2012

64 %

36 %

2013

66 %

34 %

2014

68 %

32 %

2015

70 %

30 %

2016

72 %

28 %

2017

74 %

26 %

2018

76 %

24 %

2019

78 %

22 %

2020

80 %

20 %

 

ab 2021

jährliche Steigerung um

1 %

jährliche Kürzung um 1 %

2040

100 %

0 %

Beispiel: Im Jahr 2015 beträgt die Rürup-Rente eines Neurentners monatlich 500 Euro. 70 Prozent, also 4.200 Euro im Jahr davon, sind im ersten Jahr steuerpflichtig; 30 Prozent (= 1.800 Euro) nicht. Diese 1.800 Euro sind dann der lebenslange jährliche Freibetrag, auch wenn die Rente im Laufe der Jahre steigen sollte.

Unser Fazit: Je nach Vorsorgemodell und Versichertenstatus kann einem Rentner von seiner Brutto-Rente ein stark abweichendes Netto übrig bleiben. „Neben einem Blick auf die Rendite in der Ansparphase, gilt es daher auch auf die Rentenzeit zu achten“, rät Michael Franke, Geschäftsführer des unabhängigen Analysehauses Franke & Bornberg.

Tipp: Im zweiten Teil "Private Renten und Steuern" lesen Sie: Steuern auf ungeförderte private Rentenversicherungen.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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