Pflegetagegeldversicherung
  • Finanzielle Hilfe bei Pflegebedürftigkeit
  • Fester Tagessatz für alle Pflegestufen
  • Günstige Tarife der Testsieger
  • Ergänzung der gesetzlichen Pflegeleistungen
Annette Jäger
Annette Jäger
Ein Tagegeld lässt sich im Pflegefall flexibel einsetzen - für die Pflege zuhause oder im Heim.

Pflegetagegeldversicherung: So gelingt die perfekte Tarifauswahl

Das Wichtigste zur Pflegetagegeldversicherung im Überblick:

  • Die Pflegetagegeldversicherung ist die einzig sinnvolle Variante der zusätzlichen Versicherungen im Pflegebereich.
  • Sie schließt die Versorgungslücke, die sich möglicherweise im Pflegefall auftut.
  • Die Geld-Leistungen aus der Pflegetagegeldversicherung stehen dem Pflegebedürftigen zur freien Verfügung.
  • Außerdem wichtig sind Höhe der Beitragszahlung im Versicherungsfall und die Dauer der möglichen Wartezeit. 

Die Versorgungslücke berechnen

Bei Abschlüssen von Versicherungen geht nichts über eine gute Vorbereitung. Denn je mehr Sie selbst über Ihre Ausgangssituation und auch über die einzelnen Knackpunkte eines Tarifs wissen, desto weniger können Ihnen Makler „aufschwatzen“, was Sie eigentlich gar nicht benötigen würden. Deshalb gilt es, im ersten Schritt die Versorgungslücke zu berechnen. 

Formel zur Berechnung der Versorgungslücke: 

Kosten für die Vollzeitpflege im Heim

- Ihre eigenen monatlichen Einkünfte

- Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung (Pflegegrad fünf)

______________________________________________________

= Versorgungslücke

In der Praxis würde diese Formel zum Beispiel folgendermaßen aussehen: Im bundesweiten Durchschnitt belaufen sich die Kosten für eine vollstationäre Versorgung auf rund 3.800 Euro im Monat. Im Pflegegrad fünf erhält der Pflegebedürftige 2.005 Euro Leistung aus der Pflegepflichtversicherung. Die Differenz muss er selber zahlen.  

   3.800 Euro Kosten für Vollzeitpflege im Heim

-  1.000 Euro eigene Mittel

-  2.005 Euro Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

_____________________________________________

=    795 Euro monatliche Versorgungslücke

Monatlich fehlen Ihnen also 745 Euro, um die Kosten für das Pflegeheim selbst zu tragen. In diesem Falle wird entweder angespartes Vermögen aufgefressen, das Eigenheim gefährdet oder aber Ihre Kinder müssen für Sie aufkommen. Eine Pflegetagegeldversicherung hilft, diese Lücke rechtzeitig zu schließen. 

Checkliste: Auf diese Punkte sollten Sie beim Abschluss Ihrer Pflegetagegeldversicherung achten

Folgende Punkte sollten Sie beim Abschluss Ihrer Pflegetagegeldversicherung kennen:

  • Absicherungshöhe: Die Absicherungshöhe in den einzelnen Pflegegraden: Die Absicherungshöhe in den einzelnen Pflegegraden ist bei den ungeförderten Pflegezusatztarifen frei wählbar. Anders sieht das beim Pflege Bahr aus. Hier sind die Beträge festgelegt.  

  • Empfohlene Mindestabsicherung: Es gibt Empfehlungen zu jedem Pflegerad. Die Höhe der Absicherung ist individuell und sollte unbedingt mit einem Experten besprochen werden. Machen Sie die Absicherung auch von Ihrer zu erwartenden Rente abhängig. 

  • Wahl des Tarifs: Die Pflegetagegeldversicherung kann entweder in Form eines starren oder einem flexiblen Tarifs abgeschlossen werden. Bei einem starren Tarif können Sie das gewünschte Pflegetagegeld nur für den höchsten Pflegegrad festlegen, die restlichen Pflegegrade werden je nach Gesellschaft und Tarif automatisch prozentual festgelegt. Bei einem flexiblen Tarif können Sie im Vergleich zu einem starren Tarif die gewünschte Absicherung für jeden einzelnen Pflegegrad individuell festlegen. Zusätzlich haben Sie bei einzelnen Gesellschaften sogar die Möglichkeit die Leistungen in den einzelnen Pflegegraden bei ambulanter- und stationärer Pflege unterschiedlich zu gestalten. Auch Zusatzbausteine wie eine Beitragsbefreiung im Leistungsfall oder Einmalleistung können problemlos an oder abgewählt werden. Die flexible Variante erlaubt Ihnen mehr Spielraum für die häufigeren niedrigen Pflegegrade und ist deshalb sinnvoller. 

  • Verzicht auf Wartezeiten: Die meisten Anbieter verzichten auf Wartezeiten. Dennoch sollten Sie bei Abschluss ihres Tarifs prüfen, ob das auch hier der Fall ist.

  • Verzicht auf ordentliches Kündigungsrecht: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn, wenn Ihre Versicherung nicht auf ihr Recht zu ordentlichen Kündigung verzichtet, kann diese Sie “ohne Angabe von Gründen” aus dem bestehenden Vertrag kündigen.

  • Verzicht auf Karenzzeiten: Die Karenzzeit beschreibt den Zeitraum zwischen Eintritt der Pflegedürftigkeit und der erstmaligen Auszahlung der Leistung. Karenzzeiten sind in der privaten Pflegeversicherung nicht üblich.

  • Beitragsbefreiung im Leistungsfall: Je nach Gesellschaft und Tarif wird eine Beitragsfreiheit bereits ab Pflegegrad 1 angeboten. Diesen Punkt sollten Sie unbedingt überprüfen. 

  • Leistung auch bei Laienpflege: Prüfen Sie, ob die Gesellschaft die vereinbarte Leistung auch zahlt, wenn die Pflege von einem Angehörigen übernommen wird.

  • Nachweis der Pflegebedürftigkeit: Prüfen Sie außerdem, wie die Versicherung die Pflegebedürftigkeit nachgewiesen haben möchte. Die meisten Gesellschaften verzichten auf eine separate Prüfung und richten sich nach dem Gutachten der gesetzlichen Pflegeversicherung.

  • Dynamik: Die Dynamik besagt, dass sie die vereinbarte Leistung in regelmäßigen Abständen anpassen können. Die Möglichkeit einer dynamischen Anpassung ist sehr wichtig, denn nur so können Sie Ihren Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

  • Stabile Beiträge: Prüfen Sie, ob die Stabilität der Beitragszahlungen gegeben ist. Beim Pflege Bahr ist die Gefahr zum Beispiel groß, dass die Beiträge steigen.

  • Geltungsbereich: Sie sollten auch sicherstellen, für welchen Bereich die Versicherung gilt. Deutschlandweit? Europaweit?

3 Drei Tabus bei der Pflegetagegeldversicherung

Es gibt bestimmte Regelungen, die Sie bei der Pflegetagegeldversicherung auf keinen Fall in Kauf nehmen sollten.

Punkt 1: Leistungsausschluss für bestimmte Vorerkrankungen
Diese Regelung sollten Sie auf keinen Fall akzeptieren. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gerade aufgrund einer dieser Vorerkrankungen pflegebedürftig werden, ist extrem hoch.

Punkt 2: Leistung nur gegen Kostennachweis
Diese Regelung macht eines der Hauptargumente für die Pflegetagegeldversicherung kaputt. Nämlich, dass Sie die Beiträge zur freien Verfügung haben im Leistungsfall. Die Leistung nur gegen einen Kostennachweis zu bieten, macht die Beantragung sehr aufwendig. Pauschaltarife nach Pflegegrad sind hier also die bessere Wahl!

Punkt 3: Leistungen nur bei Pflegegrad fünf
Auch hierzu sollten Sie nicht „ja“ sagen. Denn sehr viel häufiger kommen die niedrigen Pflegegrade vor. Hier sollte es keinen Leistungsausschluss geben.

Eintrittsalter: Je früher, desto günstiger sind die Versicherungsprämien

Im Studienalter lautet die Antwort wohl: „Ich habe kein Geld“. Berufseinsteiger sparen vielleicht gerade auf die erste Immobilie oder eine schicke Einrichtung. Und mit 40 gibt man sein Geld dann lieber für die Kinder aus. Ein fataler Fehler, wenn es um den Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung geht. Denn: Je jünger Sie beim Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung sind, desto günstiger sind die monatlichen Versicherungsprämien. 

Soviel kostet die Pflegetagegeldversicherung

Wie teuer diese Absicherung ist, hängt stark vom Alter des Versicherungsnehmers bzw. -nehmerin ab.

  • Für einen 50-Jährigen lägen die monatlichen Versicherungsprämien zwischen 22 und 75 Euro.
  • Eine 40-Jährige zahlt für diese Leistungen zwischen 14 und 50 Euro monatlich.
  • Eine 30-jährige Person kommt wesentlich günstiger weg. Sie zahlt monatlich 9 bis 30 Euro, um später einmal die Versorgungslücke schließen können.

Tipp: Wenn Sie selbst nicht frühzeitig an einen Abschluss gedacht haben, empfehlen Sie Ihren Kindern schon einem Alter daran zu denken, wenn sie sich normalerweise noch nicht mit so einem Thema auseinandersetzen wollen. 

Wichtige Fragen & Antworten

Muss ich bei einer vereinbarten Dynamik im Tarif nicht befürchten, dass die Beiträge im Laufe der Jahre in die Höhe steigen?
Nein. Entgegen landläufiger Meinung ist eine Dynamik niemals ein Pflichtprogramm und kann auf Wunsch problemlos ausgesetzt werden.

Was bedeutet Beitragsbefreiung im Leistungsfall?
Hier ist der Name Programm. Wenn es zu einem Leistungsfall kommt und Sie in eine Pflegestufe eingestuft werden, entfallen mit der Beitragsbefreiung die zu zahlenden Versicherungsprämien. Prüfen Sie hier genau, ob der Versicherer hier weitere Bedingungen an die Beitragsbefreiung knüpft.

Was würde eine Wartezeit konkret bedeuten?

Bei der Wartezeit wird der Zeitraum ab Vertragsbeginn bis zum möglichen Anspruch der Leistungen beschrieben. Wenn also eine Wartezeit von drei Jahren beschlossen wird und der Vertrag im Jahr 2016 abgeschlossen wurde, können Leistungen erstmalig im Jahr 2019 bezogen werden. Wenn Sie innerhalb der vereinbarten Wartezeit pflegebedürftig werden, erhalten Sie zunächst keine Leistung, erst nach Ablauf der Wartezeit haben Sie einen Anspruch. Wer die Pflegetagegeldversicherung in einem sehr jungen Alter abschließt, kann dieses Risiko eingehen. Wer über 50 ist, sollte auf eine Wartezeit verzichten.

Was hat es mit der Karenzzeit auf sich?
Die Karenzzeit beschreibt die Zeit, die zwischen Eintritt der Pflegedürftigkeit und erstmaliger Auszahlung der Leistung liegt.

Wichtig: Selbst, wenn es keine Wartezeiten im Vertrag gibt, kann eine Karenzzeit die Auszahlung verlangsamen. Bei einer Karenzzeit von zum Beispiel sechs Monaten bekommen Sie erst nach Ablauf dieser sechs Monate die vereinbarte Leistung aus Ihrem Vertrag. Hier wird von Beginn der Pflegebedürftigkeit gerechnet.

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