Krankenversicherung Beiträge für Privatpatienten steigen stark

Krankenversicherung Beiträge für Privatpatienten steigen stark

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
29.09.2016
Auf einen Blick

Private Krankenkassen wollen die Beitragssätze massiv erhöhen. Als Grund nennen sie die niedrigen Zinsen.

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Schlechte Nachrichten für privat Versicherte: Laut Medienberichten heben die Kassen die Beiträge zum 1. Januar durchschnittlich um elf bis zwölf Prozent an. Zwei Drittel aller Privatpatienten flattert Anfang November ein entsprechendes Schreiben ihrer Versicherung ins Haus, heißt es.

Den Versicherungen machen nach eigenen Angaben die Niedrigzinsen schwer zu schaffen. Weil sie am Kapitalmarkt zu wenig erwirtschaften könnten, sei diese „untypische Beitragserhöhungen“ unvermeidlich, erklärt der Verband der Privaten Krankenversicherungen.
 
"Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig", betont Verbandschef Volker Leienbach gegenüber Medien. Seit Jahren übersteige der Ausgabenanstieg der privaten nicht jenen der gesetzlichen Kassen.

 Ausweg Tarifwechsel

Kritik am Gebaren der Kassen kommt vom Bund der Versicherten: "Da die Versicherer mit zu hohen Zinsen kalkuliert haben, wird sich das Problem in den kommenden Jahren weiter zuspitzen", sagt Axel Kleinlein. Der Vorstandssprecher des BdV sieht nicht nur die niedrigen Zinsen als Knackpunkt. Die privaten Kassen müssten endlich auch die Inflation und den medizinischen Fortschritt einkalkulieren. Die Branche müsse endlich umdenken, fordert Kleinlein. "Nur so kann man stetigen Prämienerhöhungen Herr werden."

So gelingt der Wechsel

Was können Versicherte tun, die Beitragserhöhung nicht hinnehmen wollen? Der BdV rät Betroffen zum Tarifwechsel. Anders könne man sich in der Regel gegen steigende Prämien nicht wehren. Wer den Versicherungstarif wechseln möchte, dem empfieht der BdV, sich bei unabhänigen Experten Rat zu holen.


biallo.de rät Ihnen:

  • Nach dem Versicherungsvertragsgesetz können Sie ohne Gesundheitsprüfung in einen Tarif gleicher Leistung wechseln. Ratsam ist es, dies bei der bisherigen Versicherung zu tun. Wer die Kasse wechselt, verliert die angesparte Altersrückstellung. Zu bedenken: Wechsler werden wie Neukunden behandelt, Alter und Vorerkrankungen schrauben den Beitragssatz nach oben. 
     
  • Die Tarifvielfalt privater Krankenkassen ist für Kunden kaum durchschaubar. Der PKV-Branchenverband bietet Versicherten einen Ratgeber als kostenlosen Download (Leitfaden zum unternehmensinternen Tarifwechsel). Als Beratungstellen bieten sich Verbraucherzentralen und unabhängige Versicherungsexperten an.
     
  • Vereinbaren Sie mit der Versicherung, dass Sie im Krankheitsfall zurerst Ihren Hausarzt aufsuchen - und danach erst gegebenenfalls einen Facharzt. Hausarzttarife sind oft günstig.
     
  • Das größte Sparpotenzial steckt im Standardtarif. Dessen Leistungen ähneln jenen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Altersrückstellung aus dem vorherigen Tarif wird beim Wechsel zur Gänze angerechnet. Die Beitragssatz liegt etwa zwischen 400 und 450 Euro pro Monat.
Biallo-Tipp

: Für wen lohnt sich der Wechsel zur einer privaten Krankenversicherung? Und worauf gilt es, bei der Auswahl der Kasse zu achten? Lesen Sie dazu unserer kompakte Übersicht über Privatkassen.

 

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