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PKV So kontern Sie Beitragserhöhungen

Annette Jäger
von Annette Jäger
20.10.2016
Auf einen Blick

Jedes Jahr flattert die Beitragserhöhung der privaten Krankenversicherungen ins Haus. Diesmal ist sie besonders happig. Ein Tarifwechsel kann Ihnen viel Geld sparen.

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Um ganze elf bis zwölf Prozent steigen die Beiträge im Durchschnitt in der privaten Krankenversicherung ab Januar.
Wer bislang 500 Euro im Monat für seinen Krankenschutz bezahlte, muss ab Januar 50 bis 60 Euro pro Monat mehr auf den Tisch legen.
Doch Sie müssen das nicht klaglos hinnehmen - Sie können reagieren und zwar mit einem Tarifwechsel.



Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung

Bei jeder Beitragssteigerung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können den Tarif wechseln. Das ist gerade für ältere Versicherte überlegenswert, die schon sehr lange in einem Tarif sind. Hier altert der Gesamtkundenbestand beständig, der Tarif wird immer teurer, denn die neuen jungen und gesunden Einsteiger wandern in neue Tarife, die die Unternehmen ständig auflegen. Die Versicherer werben bei den Altkunden aber nicht mit den neuen, günstigeren und manchmal sogar leistungsstärkeren Tarifen. Hier müssen Sie auf eigene Faust ganz gezielt auf das Unternehmen zugehen und danach fragen.


Leitlinien vereinfachen Wechsel

Ein Tarifwechsel soll für die Kunden jetzt sogar einfacher sein. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat "Leitlinien für einen transparenten und kundenorientierten Tarifwechsel" erarbeitet, um Kundenrechte weiter zu stärken. Unternehmen können sich auf freiwilliger Basis anschließen. "Durch diese Leitlinien haben Versicherte jetzt garantierte Rechte gegenüber ihrem Versicherer", sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Mit den Leitlinien verpflichten sich die Unternehmen Wechselanfragen innerhalb von 15 Arbeitstagen zu beantworten sowie eine qualifizierte, objektive Beratung zu Tarifalternativen anzubieten, heißt es beim Verband der privaten Krankenversicherung. Die Tarifauswahl würde von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer kontrolliert. Zudem wollen sie Kunden schon ab 55 Jahren - und nicht wie gesetzlich vorgegeben ab 60 Jahren - auf gleichartigen Versicherungsschutz hinweisen, der zu einer Beitragsreduzierung führen würde.

Tipp:

Einen Tarifwechsel sollten Sie in der privaten Krankenversicherung unbedingt nur innerhalb des Unternehmens vornehmen. Sonst geht Ihre gesamte, bis dahin angesparte Alterungsrückstellung verloren, die eigentlich dafür sorgen soll, dass Ihre Beiträge im Alter nicht davongaloppieren. Sind Sie allerdings noch jung und gesund und erst seit wenigen Jahren in der privaten Krankenversicherung, können Sie durchaus ohne große Verluste einen Unternehmenswechsel in Erwägung ziehen.

Tarifwechsel ohne Gesundheitsprüfung

Ein Tarifwechsel innerhalb des Unternehmen in einen vergleichbaren anderen Tarif Ihrer privaten Krankenversicherung funktioniert ohne erneute Gesundheitsprüfung. Aber aufgepasst: Bietet der neue Tarif mehr Leistungen als der alte, dann kommen für die Mehrleistungen Gesundheitsfragen auf Sie zu und in der Folge natürlich auch eventuelle Risikozuschläge in diesem Bereich, sollten Sie Erkrankungen haben.  Einsteiger- oder Hausarzttarife sind grundsätzlich deutlich günstiger.

Die Alternative: Standardtarif der privaten Krankenversicherung

Sind Sie älter als 55 Jahre? Dann haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, in einen günstigen Standardtarif zu wechseln. Wenn Sie schon  lange in der privaten Krankenversicherung sind, können Sie hier ordentlich etwas abziehen, im Durchschnitt fallen für die Standardtarife 400 bis 450 Euro an oder - nach langer Versicherungszeit - sogar noch weniger. Versicherte erhalten dieselben Leistungen wie ein gesetzlich Versicherter.

Einen gravierenden Nachteil gibt es allerdings: Arzthonorare werden mit demselben Satz abgegolten wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das reicht aber oft für die Behandlung eines Privatpatienten, bei dem eine andere Gebührenordnung greift, nicht aus. Darauf sollten Sie vor einer Behandlung Ihren Arzt hinweisen. 
 

Mit Selbstbehalt gegen Beitragserhöhungen

Manchmal genügen auch ein paar Änderungen am bestehenden Tarif, um die monatlichen Kosten für die private Krankenversicherung deutlich zu reduzieren. So können Sie eine Erhöhung des Selbstbehalts vornehmen. Für Selbständige ist das eine gute Alternative. Sind Sie Arbeitnehmer, sollten Sie diese Sparvariante mit Vorsicht genießen, denn der Arbeitgeber beteiligt sich zwar am Monatsbeitrag zur privaten Krankenversicherung, aber in der Regel nicht am Selbstbehalt. Möglicherweise können Sie auch auf das Einbettzimmer und die Chefarztbehandlung bei einem Krankenhausaufenthalt verzichten oder auf das Krankenhaustagegeld. Mehr Streichungen sollten Sie nicht vornehmen, sonst gefährden Sie Ihren umfassenden Schutz im Krankheitsfall.

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Berechnungsgrundlage/Modellfall: 
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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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