Versicherungen und Steuern Versicherungsbeiträge clever absetzen

von Michael Schreiber
17.10.2013
Auf einen Blick

Mit einer Vorauszahlung ihrer Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge können privat Versicherte ihre Steuerlast für 2013 erheblich reduzieren.

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Sie müssen dafür zwar einmalig Geld in die Hand nehmen, profitieren aber durch eine satte Steuerrückzahlung. Doch die Zeit läuft – nach Silvester ist es aus mit der vorzeitigen Bescherung auf Kosten des Finanzministers.


Krankenversicherung: Basisversorgung steuerlich voll geltend machen

Seit 2010 sind sämtliche Ausgaben für die medizinische Basisabsicherung bei der Einkommensteuer voll als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Das gilt nicht nur für die Beiträge der eigenen Kranken- und Pflegeversicherung, sondern auch für die Verträge von Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern und Kindern, für das man Anspruch auf Kinderfreibeträge oder Kindergeld hat. Sogar übernommene Beiträge zu einer Basisabsicherung für den geschiedenen Ehegatten lassen sich absetzen – sie werden zusätzlich zum Unterhaltshöchstbetrag von 13.805 Euro als Sonderausgaben anerkannt. Da dieser den Gegenwert allerdings als Unterhalt versteuern muss, muss er vorher zustimmen. Beitragsrückerstattungen, Boni und Prämien des Versicherers müssen gegengerechnet werden.

Andere Beiträge zum Beispiel für Unfall-, Haftpflicht, Lebens- und Berufsunfähigkeitspolicen sowie für über eine medizinische Grundversorgung hinausgehende Wahltarife (Chefarztbehandlung, Ein-Bett-Zimmer, Krankentagegeld) zählen zwar prinzipiell auch zu den abziehbaren Sonderausgaben. Sie wirken sich allerdings nur bis zu bestimmten im Gesetz verankerten Höchstbeträgen steuerlich aus (bis zu 1.900 Euro für Beamte und Angestellte, 2.800 Euro für Selbstständige und Nichtberufstätige ohne Beihilfeanspruch). Weitere Einschränkung: Anerkannt wird dies nur insoweit, wie die Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeiträge diese Höchstbeträge nicht schon ausschöpfen. Zahlen Sie als privat versicherter Gutverdiener die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung Monat für Monat, sind deshalb andere Vorsorgeaufwendungen so gut wie nicht absetzbar.

Steuertipp: Bis 31. Dezember noch Versicherungsbeiträge vorauszahlen

Mit einem Gestaltungstrick kann man als privat Versicherter die abzugsfähige Summe seiner Versicherungsbeiträge steigern und damit ordentlich Steuern sparen. Seit Anfang 2011 ist es nämlich zulässig, die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung bis zum 2,5-Fachen des Jahresbeitrages in einem Jahr vorauszuzahlen. Der Effekt: In der Steuererklärung für 2013 setzen Sie nicht nur die Beiträge für 2013 sondern auch die vorausgezahlten Beiträge für die nächsten zweieinhalb Jahre (bis Mitte 2016) auf einen Schlag von der Steuer ab. In den Folgejahren 2014 bis 2016 wirken sich dann die übrigen Vorsorgeaufwendungen bis zum Maximum von jährlich 1.900/2.800 Euro aus. Die Beitragsvorauszahlung muss bis zum 31. Dezember bei der Krankenkasse verbucht sein – vorsichtige Zeitgenossen nehmen rechtzeitig vorher Kontakt mit ihrer Kasse auf und stimmen die geplante Beitragsvorauszahlung ab. Die Versicherer zahlen zwar keine Zinsen auf die vorausgezahlten Beiträge. Steuerzahler können das aber verschmerzen, denn die Rendite aus der Steuerersparnis macht den Zinsnachteil mehr als wett.

Verheiratete Steuerzahler müssen beachten, dass der Trick nur funktioniert, wenn keiner der beiden Partner in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist.

Tipp: Die Versicherungsunternehmen übermitteln die gezahlten Beiträge mittlerweile elektronisch an das Finanzamt. Als Kunde erhält man eine Mitteilung über die verschickten Daten. Damit alles reibungslos läuft, sollten Steuerzahler genau prüfen, ob der Versicherer die Beitragsvorauszahlung auch in voller Höhe berücksichtigt hat.

Beispiel: Als Selbstständiger zahlt Bernhard K. jährlich 3.500 Euro für eine private Basiskranken- und Pflegeabsicherung. Diese kann er jedes Jahr als Sonderausgaben in voller Höhe abziehen. Seine übrigen Beiträge für Unfall-, Haftpflicht- und Risikolebensversicherungen in Höhe von 2.800 Euro berücksichtigt das Finanzamt dagegen nicht, weil der jährliche Höchstbetrag bereits durch die Krankenkassenbeiträge aufgezehrt wird. Zahlt K. im Dezember 2013 seine Krankenversicherungsbeiträge für die nächsten zweieinhalb Jahre im Voraus, kann er mit der Steuererklärung für 2013 insgesamt abzugsfähige Sonderausgaben von 12.250 Euro steuerlich geltend machen (3.500 Euro für 2013 und die Vorauszahlung von 2,5 x 3.500 Euro für 2014 bis Mitte 2016). In den Jahren 2014 und 2015 fallen deshalb keine Krankenversicherungsbeiträge an – damit kann er seine übrigen Versicherungsbeiträge von insgesamt 5.600 Euro (jährlich 2.800 Euro) zusätzlich geltend machen. Im Jahr 2016 muss er für ein halbes Jahr wieder monatliche Beiträge zur KV entrichten (insgesamt 1.750 Euro). Damit hat er noch Luft in Höhe von 1.050 Euro, um weitere Versicherungsbeiträge beim Finanzamt geltend zu machen. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent spart das rund 2.105 Euro Einkommensteuern und Solidaritätszuschlag. Der Trick lässt sich in den Folgejahren wiederholen.

So rechnet sich die Vorauszahlung der Versicherungsbeiträge
 Ohne VorauszahlungMit Vorauszahlung
2013  
Beitrag Basis-KV/PV3.500 Euro3.500 Euro
Beitragsvorauszahlung KV/PV 8.750 Euro
Weitere Versicherungen
Keine Abzugsmöglichkeit, weil der Höchstbetrag mit den Beiträgen zur KV/PV bereits ausgeschöpft ist
0 Euro0 Euro
2014  
Beitrag Basis-KV/PV3.500 Euro0 Euro
Weitere Versicherungen0 Euro2.800 Euro
2015  
Beitrag Basis-KV/PV 3.500 Euro 0 Euro
Weitere Versicherungen 0 Euro 2.800 Euro
2016  
Beitrag Basis-KV/PV 3.500 Euro 0 Euro
Weitere Versicherungen 0 Euro 1.750 Euro
Insgesamt abzugsfähig 14.000 Euro 20.650 Euro
Mehr Sonderausgaben  6.650 Euro
Gesparte Steuer  2.105 Euro

 Quelle: biallo.de/Michael Schreiber; Stand Oktober 2013

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