Private Rentenversicherung Kapitalabfindung oder Rente?

Private Rentenversicherung Kapitalabfindung oder Rente?

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
18.09.2015
Auf einen Blick

Wer den Abschluss einer privaten Rentenversicherung plant, sollte neben der Wahl eines renditestarken Vertrags auch die möglichen Auszahlungsvarianten prüfen.

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Bevor Sie eine private Rentenversicherung abschließen, ist ein genauer Marktvergleich ein Muss. Achten Sie dabei auch darauf, welcher Vertrag Ihnen welche späteren Auszahlungsoptionen bietet. Da Sie jetzt noch nicht wissen, in welcher Lebenssituation Sie sich bei Vertragsende befinden, sollten Sie mehrere Varianten zur Auswahl haben.

Kapitalabfindung bei der privaten Rentenversicherung

Bei privaten Rentenversicherungen besteht je nach Vereinbarung die Wahlmöglichkeit: monatliche Rentenzahlungen oder einmalige Kapitalabfindung. Das gesamte Geld auf einen Schlag ausbezahlt zu bekommen, kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Sie noch größere Investitionen tätigen wollen oder müssen. Oder Ihr Gesundheitszustand es Ihnen dann rät, besser jetzt noch viel von dem angesparten Geld zu verleben. „Wer die Chance einer späteren Kapitalauszahlung nutzen möchte, muss vorab prüfen, ob der Versicherungsvertrag diese Option enthält und bis wann man das Kapitalwahlrecht ausüben darf“, sagt Michael Franke vom Analysehaus Franke und Bornberg.

Rentenauszahlungen bei der privaten Rentenversicherung

Fällt Ihre Entscheidung auf eine lebenslange Rente, stehen Ihnen meist drei Varianten für die Rentenzahlungen zur Verfügung. Die Rentenleistungen einer privaten Rentenversicherung setzen sich aus einer garantierten Rente und einer Überschussrente zusammen. „Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie dem Versicherten die Überschussanteile in der Rentenphase zugeteilt werden können“, sagt Franke.

Bei der Variante konstante Rente sind die Rentenbeträge bei gleichbleibend positiven Überschüssen immer gleich hoch, können aber bei negativer Entwicklung auch sinken. Dies ist in der Vergangenheit bereits geschehen und stellt für Ruheständler stets ein mögliches Risiko dar.
Die Rentenhöhe liegt in den ersten Jahren des Rentenbezugs über der einer dynamischen Rente.

Bei der volldynamischen Rente steigt die Rente jährlich um einen bestimmten Prozentsatz. Zwar ist hier die Höhe der Steigerungsrate nicht garantiert, jedoch stets die einmal erreichte Rentenhöhe. Die zukünftigen Erhöhungen hängen von den erzielten Überschussanteilen ab. Die Rente ist hier im Vergleich zur konstanten Variante zu Beginn niedriger und baut sich erst durch die regelmäßigen Erhöhungen auf. „Ein Vorteil dieser Variante ist es, dass die Rente niemals fällt“, sagt Franke. Sie schaffen sich so mit Ihrer privaten Rentenversicherung langfristig einen gewissen Inflationsausgleich.

Eine Mischform stellt die teildynamische Rente dar. Sie kombiniert das konstante und volldynamische Überschusssystem miteinander und bietet höhere Anfangsrenten und geringere Steigerungen. Die jährlichen Steigerungen verlaufen allerdings in geringerem Maße als bei der Volldynamik. Die Rentenhöhe kann hier aber wieder nach unten korrigiert werden, wenn die Überschüsse geringer ausfallen als erwartet.

Biallo-Hinweis:

Für welche Rentenvariante Sie sich bei der privaten Rentenversicherung entscheiden, ist neben der Lebenserwartungs- auch eine Risiko- und Mentalitätsfrage. Vereinfacht kann man sagen: Das volldynamische Überschusssystem richtet sich eher an diejenigen, die von einer hohen Lebenserwartung ausgehen, während sich die konstante und teildynamische Rente vielmehr an Versicherungsnehmer richtet, die mit einer weniger hohen Lebenserwartung rechnen. Sie möchten lieber in den früheren Rentenjahren mehr aus dem Rententopf bekommen.

Tipp:

In unserem Biallo-Rechner für private Rentenversicherungen haben Sie die Möglichkeit, unterschiedliche Varianten für sich individuell zu berechnen. Dabei stehen Ihnen klassische oder auch fondsgebundenen Rentenversicherungsmodelle zur Auswahl.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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