Private Rentenversicherung Steuervorteile bei der Fondspolice

Private Rentenversicherung Steuervorteile bei der Fondspolice

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
26.05.2016
Auf einen Blick

Wenn Sie in eine fondsgebundene Rentenversicherung (Fondspolice) oder einen Fondssparplan investieren wollen, sollten Sie dabei wichtige Steueraspekte beachten.

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Sie haben für Ihre Altersvorsorge auch Fondsprodukte zur langfristigen Geldanlage im Fokus? Neben der Entscheidung für das richtige Produkt – Fonds-Versicherung oder Fondssparplan – lohnt sich vorab ein Blick auf die jeweiligen steuerlichen Aspekte und Kostenfaktoren.


Fonds-Versicherung oder Fondssparplan – was geht ans Finanzamt?


Wie auch immer Sie sich entscheiden - mit beiden Verträgen erwerben Sie regelmäßig Fondsanteile.

  • Bei einem Fondssparplan liegen diese in einem Depot, mit der Fonds-Police schließen Sie eine Versicherung ab, in die dann die Fonds eingebettet sind.

Doch was passiert nun mit der Steuer im Laufe der Jahre? Ein Check zeigt: Es ist der Fiskus, der den Fondssparplänen den entscheidenden Punch versetzen kann. Eine fondsgebundene Rentenversicherung vereint hier gegenüber dem Fondssparplan gleich mehrere steuerliche Vorteile: „Die Erträge einer fondsgebundenen Rentenversicherung unterliegen während der gesamten Ansparphase nicht der 25-prozentigen Abgeltungssteuer, der ungeschmälerte Zinseszinseffekt kommt vollständig zur Geltung“, sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher.

Bei einem Fondssparplan dagegen werden die erzielten Zinsen und Dividenden jährlich steuerlich belastet. Desweiteren sind bei einer Fonds-Versicherung die Umschichtungen der Fondsanteile innerhalb der Versicherung abgeltungssteuerfrei, da diese steuerrechtlich nicht als Veräußerung angesehen werden.

Bei Fondssparplänen gelten solche Fondswechsel dagegen als eine Veräußerung und die möglichen Veräußerungsgewinne sind wiederum der Abgeltungssteuer unterworfen.


Biallo-Rat 1: Der Zinseszinseffekt bei einer Fonds-Versicherung verstärkt sich weiter durch eine bessere Wertentwicklung. Wenn die Fonds zum Beispiel nicht vier Prozent, sondern sechs Prozent pro Jahr erwirtschaften, dann liegt hier die Versicherung deutlicher vorn.

Das müssen Sie am Ende der Laufzeit wissen

Auch das ist gut für Ihre Altersvorsorge: Bei einer Rentenversicherung greift die Steuer überhaupt erst am Ende der Vertragslaufzeit. Hier haben Sie die Wahl zwischen einer Kapitalauszahlung oder einer lebenslangen Rente.

„Nach einer Laufzeit von mehr als zwölf Jahren und einer Kapitalauszahlung nach dem 62. Lebensjahr unterliegt lediglich die Hälfte der Erträge dem persönlichen Steuersatz“, sagt Steuerprofi Wacher. Im Fall einer Verrentung wird sogar nur der Ertragsanteil besteuert, der sich am Lebensalter bei Rentenbeginn bemisst. Soll die Rente mit 65 Jahren beginnen, so beträgt der Ertragsanteil nur 18 Prozent. 82 Prozent der Rente bleiben wiederum komplett steuerfrei.

Kosten bei Fondspolicen und Sparplan im Blick haben

Bei der Altersvorsorge sollten aber geringere Steuern nie das einzige Kriterium sein, um sich für eine fondsgebundene Rentenversicherung zu entscheiden. „Genauso wichtig sind die Vertriebs- und Verwaltungskosten“, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen.

Dabei sind zwei Gebührenebenen zu berücksichtigen: für die Police und für die Fonds. Bei der Fondspolice schlagen vor allem die Abschlusskosten äußerst negativ zu Buche, meist werden diese zu Beginn bereits von Ihrem Geld abgezogen! Im Fondsdepot des Sparplans zahlen Sie im anderen Fall üblicherweise für jeden Kauf. So nimmt die Bank Gebühren für jede Monatsrate und oft auch wenn Sie Ihr Geld umschichten. Je nach anfallenden Kosten ist somit jeder Fondswechsel gut zu überlegen. Kaufen Sie daher lieber ETFs, die keine Ausgabeaufschläge verlangen.

Biallo-Rat 2: Wenn Sie eine preiswerte und renditestarke Versicherung aussuchen und über die gesamte Vertragslaufzeit durchhalten, können Sie deutlich mehr fürs Alter herausholen. Beispielsweise bei der Canada Life oder der Gothaer, die zudem noch Garantien geben. Wählen Sie also Ihre monatlichen Ratenzahlungen realistisch. Bei einem vorzeitigen Ausstieg dürften sonst die Fondssparpläne gewinnen.

Hier lesen Sie mehr zum Thema, wenn Sie wissen wollen was ein ETF ist, welche Fonds in 2015 besonders stark waren und warum Sie als Mini-Jobber nicht die Rentenversicherung abwählen sollten.  

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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