Abrufkredit Die Dispoalternative ist genauso flexibel, aber günstiger

Abrufkredit Die Dispoalternative ist genauso flexibel, aber günstiger

Max Geißler
von Max Geißler
26.06.2015
Auf einen Blick

Laut Bundesbank stehen deutsche Girokonten durchschnittlich mit rund zwölf Milliarden Euro im Minus. Bei einem Dispozins von 10,5 Prozent kostet Bankkunden das jährlich 1,26 Milliarden Euro Zinsen.

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Ein effektiver Bremsklotz gegen teure Dispozinsen sind sogenannte Abrufkredite, auch Rahmenkredite genannt. Sie kosten nur halb so viel wie ein Dispokredit, sind aber genauso flexibel.

Der Kredit

Ein Abrufkredit ist ein Kreditkonto, das dauerhaft eine individuell vereinbarte Überziehungslinie bereithält. Der Zugriff auf diesen externen Disporahmen ist rund um die Uhr möglich. Die Zinsen sind deutlich preiswerter als bei Dispokrediten. Die Oyak Anker Bank beispielsweise berechnet aktuell ab 3,89 Prozent, er Comfort-Kredit der Volkswagen Bank kostet 3,99 Prozent Zinsen und die Bank 11 verlangt 4,85 Prozent im Jahr. Fast alle Banken stellen Abrufkredite bereit. Die Sparkassen koppeln das Kreditkonto jedoch meist an das hauseigene Girokonto. Nicht so private Institute. ING-Diba und Volkswagen Bank bestehen weder auf der Girokontoeröffnung noch auf Arbeitnehmerstatus. Dort kommen auch Selbstständige zum Zug. Die ING-Diba verzichtet zudem die ersten sechs Monate auf 30 Prozent der anfallenden Zinsen.

Der Kreditrahmen

Das Kreditvolumen geht weit über übliche Dispokredite hinaus. Meist genehmigen Banken bis zu 25.000 Euro, die Allgemeine Beamtenkasse und die Oyak Anker Bank stellen sogar bis zu 50.000 Euro bereit. Die BB Bank ermöglicht sogar bis zu 75.000 Euro, allerdings nur für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes. Abrufkredite sind genauso flexibel wie Dispokredite. Meist kann man jederzeit Geld entnehmen und das Saldo nach Belieben tilgen.
Bei der Oyak Anker Bank ist der Kreditrahmen nicht zu jederzeit frei abrufbar. Die Bank ermöglicht ihren Kunden lediglich die erneute Inanspruchnahme des getilgten Kreditrahmens zu beantragen. Dieser wird dann entsprechend auf das Girokonto der Kunden überwiesen.

Die Darlehen sind kostenlos, Zinsen fallen nur für den in Anspruch genommenen Betrag an. Achten Sie jedoch auf Bearbeitungsgebühren: Die Deutsche Bank fordert pro Verfügung 1,0 Prozent – das kann den Zinsvorteil schnell aufzehren.

Die Rückzahlung

Bei vielen Banken ist die Tilgung frei wählbar. Bei der Diba heißt es dazu: „Sie tilgen den Kredit mit Zahlungen in beliebiger Höhe – egal wann, es gibt keine Laufzeitbegrenzung.“ Einige Institute schreiben ein oder zwei Prozent Mindesttilgung vor. So fordert die Volkswagen Bank ein Prozent des Verfügungsrahmens, die PSD Bank Hannover zwei Prozent. Etwas strenger ist die Santander Consumer Bank, bei der man mindestens 2,5 Prozent oder 100 Euro im Monat tilgen muss. Positiv: Sondertilgungen sind jederzeit in beliebiger Höhe erlaubt – ein Pluspunkt bei unregelmäßigen Zahlungseingängen.

Die Risiken

Die Verbraucherzentrale NRW rät davon ab, den Abrufkredit zusätzlich zum Dispo in Anspruch zu nehmen. Da beide Kreditarten variabel verzinst werden, können Zinsanstiege die Kreditkosten jederzeit verteuern. Werde das Girokonto bis zum Anschlag überzogen und zeitgleich Geld beim Rahmenkredit geborgt, besteht die Gefahr, in die Schuldenfalle zu tappen, so die Verbraucherschützer.

Tipp: Umsichtige Kreditnehmer tilgen jeden Monat einen kleinen Betrag per Dauerauftrag.

Die Alternativen

Eine Alternative zum Abrufkredit ist ein Ratendarlehen. Feste Zinssätze und stabile Monatsraten sorgen für hohe Planungssicherheit, die aktuell niedrigen Zinsen für geringe Kosten. Die Kreditrate lässt sich optimal auf die eigene Finanzsituation einstellen. Sondertilgungen sind jederzeit möglich. Topzinsen von unter drei Prozent bieten derzeit Barclaybank, SWK Bank und Santander Consumer Bank.

Unser Tipp:Sie möchten mehr wissen? In unserem sechsseitigen Dossier informieren wir Sie detailliert zum Thema "Abrufkredit - Die Dispoalternative ist genauso flexibel, aber günstiger".


609

3
 
Anbieter
Kreditbetrag
Zinssatz (eff.)
 
1.
2.500 € - 8.000 €
2,95%
2.
2.500 € - 25.000 €
5,99%
Betrag 5.000 €
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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