Abrufkredit Die günstige Alternative zum Dispokredit

Abrufkredit Die günstige Alternative zum Dispokredit

Max Geißler
von Max Geißler
03.07.2016
Auf einen Blick
Regelmäßiges Überziehen des Girokontos kostet bis zu zwölf Prozent Zinsen. Eine Alternative ist ein halb so teurer Abrufkredit.
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Wird das Geld am Monatsende knapp, ist der Dispokredit oft der letzte Ausweg. Damit können Sie das Girokonto jederzeit bis zur Höhe des vereinbarten Disporahmens überziehen. Der finanzielle Spielraum steigt häufig um mehrere Tausend Euro an. Die Schuldentilgung hat hingegen Zeit. Sie erfolgt nach Lust und Laune oder richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten des Kontoinhabers. Allerdings darf man die entstehenden Zinskosten nicht vernachlässigen. Denn Dispokredite zählen zu den teuersten Darlehen am Markt. Die Zinsen liegen meist doppelt so hoch wie beim klassischen Ratenkredit.

Deutlich sparsamer, aber genauso flexibel, ist ein sogenannter Abrufkredit. Bei diesen Rahmendarlehen handelt es sich um eine kontounabhängige Kreditlinie, die unbefristet zur Verfügung steht. Haushalte erhalten dadurch eine Art externen Disporahmen, auf den sie rund um die Uhr zugreifen können. Teures Überziehen des Girokontos wird damit obsolet. Die Volkswagen Bank offeriert Rahmehdarlehen bereits ab 2,95 Prozent Zinsen. Bank 11 und ING-Diba berechnen 4,85 bzw. 5,99 Prozent. Viele Sparkassen offerieren Abrufkredite über die Sparkassen Card Plus, die über einen eigenständigen Kreditrahmen verfügt. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse berechnet dafür 6,27 Prozent Kreditzins, die Ostsächsische Sparkasse Dresden nur 5,83 Prozent.

Hoher Kreditrahmen, geringe Tilgungspflicht

Der Darlehensrahmen beim Abrufkredit geht weit über den bei Girokonten üblichen Disporahmen hinaus. Meist liegen die Kreditlinien zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Die Kreditlinie kann man beliebig oft in Anspruch nehmen. Die Bereitstellung des Geldes ist kostenlos, Zinsen fallen nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an. Die Tilgung von Abrufkrediten ist sehr flexibel. Ist gerade kein Geld vorhanden, zahlt man nur die Zinsen oder eine geringe Mindesttilgung von ein oder zwei Prozent des geliehenen Betrags. Manche Kreditinstitute fordern Mindesttilgungen von 50 oder 100 Euro pro Monat. Positiv: Sondertilgungen sind jederzeit und in beliebiger Höhe erlaubt – ein Plus für alle, die unregelmäßige Zahlungseingänge haben oder baldigst einen größeren Geldeingang erwarten. Offene Kreditbeträge lassen sich so schnell zurückführen.

Abrufkredite mit Besonderheiten

Bei der Beantragung eines Abrufkredits koppeln manche Banken den Kreditrahmen an das Vorhandensein eines Girokontos bei ihrer Bank. Auch bei der Sparkassen Card Plus ist dies der Fall. Nachteil: Die Kopplung kann zu Zusatzkosten führen, etwa wenn das Girokonto nicht als Gehaltskonto geführt wird und dadurch monatlich Gebühren anfallen.

Biallo-Tipp:Private Institute und Direktbanken bestehen in der Regel nicht auf dieser Kopplung. Bei einzelnen Banken können allerdings Bearbeitungsgebühren für den Abrufkredit anfallen. So stellt zum Beispiel die Deutsche Bank pro Verfügung ein Prozent des in Anspruch genommenen Betrags in Rechnung.

Abrufkredit erhöht Überschuldungsgefahr

Die Verbraucherzentrale NRW warnt davor, den Abrufkredit zusätzlich zum Dispo in Anspruch zu nehmen: „Da es sich um eine variable Verzinsung handelt, weiß man gar nicht, wie lange man zurückzahlen muss und wie hoch die Zinskosten am Ende ausfallen“, sagt Verbraucherschützerin Stephanie Laag. Denn wenn das Zinsniveau steigt, klettern die beweglichen Zinssätze von Dispo- und Abrufkredit ebenfalls aufwärts. Im Ergebnis verteuert sich die Kreditrate oder die Rückzahlung dauert bei gleichbleibender Rate länger. Wird das Girokonto bis zum Anschlag überzogen und zeitgleich Geld beim Rahmenkredit geborgt, besteht die Gefahr, in die Schuldenfalle zu tappen. Umsichtige Kreditnehmer automatisieren die Tilgung per Dauerauftrag und überweisen jeden Monat zumindest einen kleinen Betrag zum Abrufkredit.

3
 
Anbieter
Kreditbetrag
Zinssatz (eff.)
 
1.
2.500 € - 8.000 €
2,95%
2.
2.500 € - 25.000 €
5,99%
Betrag 5.000 €
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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