Ratenkredit Fallstricke beim Abschluss

Ratenkredit Fallstricke beim Abschluss

Max Geißler
von Max Geißler
26.03.2015
Auf einen Blick

Laut Kreditrichtlinie soll der Effektivzins alle Kosten eines Ratenkredits beinhalten. Doch das gilt nicht immer. Worauf müssen Kreditnehmer achten?

Artikelbewertung
Schrift

Banken müssen alle Kosten eines Ratenkredits ordnungsgemäß ausweisen. Doch das gilt nicht in jedem Fall. So finden sich die Gebühren bei vorzeitiger Kündigung zumeist im Kleingedruckten. Auf welche Fallstricke sollten Sie vor Abschluss eines Ratenkredits achten?

Ratenkredite mit großer Zinsspanne

Zunächst sollte man die Zinsen gut vergleichen, denn die gehen weit auseinander: Günstige Banken wie Barclaycard, SWK Bank und Bank11 berechnen für einen 5.000-Euro-Kredit mit 36 Monaten Laufzeit weniger als drei Prozent Effektivzins, Targobank und Oyak Anker Bank liegen nur knapp darüber. Dagegen kosten der Ratenkredit der BB Bank sowie der Degussa Bank mehr als sechs Prozent Zinsen. Der etwa doppelt so hohe Zins verursacht Mehrkosten von rund 250 Euro. Ein gründlicher Zinsvergleich beim Ratenkredit ist also dringend geboten.

Bearbeitungsgebühren beim Ratenkredit vermeiden

Neben teuren Zinsen können Bearbeitungsgebühren die Kosten für den Ratenkredit in die Höhe treiben. Zwar sind diese eigentlich gar nicht mehr erlaubt, doch vereinzelt finden sich Banken, die bis zu drei Prozent für die Krediteinrichtung in Rechnung stellen. Ein Beispiel hierfür ist der Finanzdienstleister Auxmoney, der 2,95 Prozent der Kreditsumme fordert. Nachteil: Bei vorzeitiger Kredittilgung behalten fast alle Kreditinstitute die Bearbeitungsgebühr ein. Tipp: Gebührenfreie Ratenkredite bieten Norisbank, ING-Diba, DKB Bank, Volkswagen Bank, die Sparda Bank München und viele PSD Banken.

Kündigung des Ratenkredits kostet Vorfälligkeitsentschädigung

Nach der jüngsten Kreditrichtlinie sind Ratendarlehen jederzeit ganz oder teilweise rückzahlbar. Verbraucherschützer sind dennoch nicht begeistert: „Die Neuregelung verschlechtert die Position des Verbrauchers“, kritisiert Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV). Denn Banken dürfen bei vorzeitiger Rückzahlung jetzt eine Entschädigung verlangen. Die Strafgebühr ist auf ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages begrenzt. Bei einer Restlaufzeit des Ratenkredits von weniger als einem Jahr fallen 0,5 Prozent an. „Der Mehrwert durch die frühe Kündigungsmöglichkeit ist zu gering, um die Vorfälligkeitsentschädigung generell zu rechtfertigen“, kritisiert Billen. Berechnet eine Bank ein Prozent Ausfallentschädigung, fallen bei einem Restdarlehen von 6.500 Euro 65 Euro Gebühr an. Nach altem Recht konnte man nach Ablauf von sechs Monaten den Ratenkredit mit einer Frist von drei Monaten ohne Kosten kündigen.


Positiv: Einige Banken verzichten weiterhin auf die Vorfälligkeitsentschädigung, z.B. SKG und DKB Bank sowie die ING-Diba.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
p.a.
mtl. Rate
 
1.
572,01
1,92%
bis 4,99%
572,01
2.
572,26
1,95%
bis 5,25%
572,26
3.
574,41
2,20%
bis 5,35%
574,41
Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 36 Monate
Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: