Kredit und Bonität Wie verbessere ich meine Kreditwürdigkeit?

Kredit und Bonität Wie verbessere ich meine Kreditwürdigkeit?

Max Geißler
von Max Geißler
26.06.2016
Auf einen Blick

Bevor die Bank Ihnen einen Kredit vergibt, prüft Sie Ihre Bonität. Sind Sie kreditwürdig, gibt sie grünes Licht. Doch was passiert, wenn die Bank den Kredit verweigert?

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Ihre Bonität ist eng mit Ihrer Zahlungsfähigkeit und Ihrer Zahlungsbereitschaft verknüpft. Vor jeder Vergabe eines Kredits fragt sich die Bank deshalb: Werden Sie das geliehene Geld fristgerecht zurückzahlen? Sind Sie dazu überhaupt in der Lage? Bei der Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit stehen Ihre wirtschaftlichen und persönlichen finanziellen Verhältnisse im Mittelpunkt. Zentrale Fragen sind:

  • Wie hoch sind Ihr Einkommen, Ihre Ausgaben und die laufenden Zahlungsverpflichtungen?
  • Wie ist das soziale Umfeld: Wohnort, Arbeitgeber, Familienstand, Kinder etc.?
  • Wie war Ihr Zahlungsverhalten in der Vergangenheit? Waren Sie ein guter Schuldner, haben Sie alle Kredite pünktlich bedient?
  • Welche Vermögenswerte gibt es? Dazu zählen Immobilien wie eine Eigentumswohnung, selbst wenn diese noch nicht abgezahlt ist, aber auch Schmuck oder Lebensversicherungen, die schon länger bedient werden.

Wirkt sich meine Bonität auf die Bonitätseinstufung aus?

Vor jeder Kreditvergabe steht die Bonitätsprüfung. Um Ihre Kreditwürdigkeit zu messen und greifbar zu machen, bewertet die Bank Ihre Bonität mit Hilfe der oben genannten Kriterien. Die daraus resultierende Bonitätseinstufung beeinflusst maßgeblich die Kreditentscheidung der Bank. Beurteilt die Bank Ihre Kreditwürdigkeit mit sehr gut, stuft sie also Ihre Bonität hoch ein, dann steht der Auszahlung des Darlehens nichts im Wege. Hegt das Kredit-Unternehmen jedoch Zweifel, kann sie den Kreditantrag ablehnen. Eine ungünstige Bonitätseinstufung kann auch die Höhe des Zinssatzes beeinflussen. Bei schlechter Bonität geht die Bank von einem höheren Kreditrisiko aus und kann als Ausgleich vom Kreditnehmer einen Risikozuschlag auf den Kreditzins erheben.

Wie verbessere ich meine Bonität?

Haben Sie Zweifel, ob Ihre Bonität ausreicht, um einen Kredit zu erhalten, sollten Sie Gegenmaßnahmen ergreifen. Mehrere Optionen stehen bereit, um die Kreditwürdigkeit zu verbessern:
 

  • Schufa-Auskunft: Als erstes sollten Sie Ihre Schufa-Einstufung prüfen. Holen Sie zu diesem Zweck eine Selbstauskunft bei der Schufa ein. Die Anforderung der Datenübersicht (nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz) ist auch online möglich. Die Bonitätsauskunft zeigt, wie die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung Ihre Bonität aktuell beurteilt. Neben Angaben zur eigenen Kreditwürdigkeit erfahren Sie, ob irgendwelche negativen Einträge vorliegen. Wichtig: Prüfen Sie die Schufa-Daten auf Richtigkeit! Korrigieren Sie fehlerhafte Daten und lassen Sie veraltete Einträge löschen. Obwohl eigentlich automatisch geschehen, passiert es immer wieder, dass ein bereits getilgter Kredit noch nicht gelöscht ist und daher Ihre Bonität belastet. Auch zu Unrecht ergangene Mahnbescheide, die bei der Schufa gespeichert sind, lasten auf Ihrer Bonität. Lassen Sie diese daher sofort löschen.
  • Richtige Kreditanfrage: Vor der Kreditaufnahme sollten Sie stets mehrere Angebote bei Banken einholen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Kreditanfrage als sogenannte Konditionenabfrage stellen und nicht als Darlehensanfrage. Die Darlehensanfrage kann zu negativen Schufa-Einträgen führen. Die Schufa unterscheidet nämlich zwischen diesen beiden Anfragearten. Die Konditionenabfrage hat den Vorteil, dass sie ausschließlich für Sie als Kreditnehmer sichtbar ist, nicht aber für die angeschlossenen Banken. Dadurch erfahren die Geldhäuser nicht, wie viel Konditionenauskünfte Sie bereits eingeholt haben. Selbst eine Vielzahl von Konditionenauskünften hat somit keine negativen Auswirkungen auf Ihre Bonität. Die Konditionenabfrage fließt auch nicht in den eigenen Schufa-Score-Wert ein, somit kann sich der Punkte-Wert nicht verschlechtern und Ihre Chancen auf einen Kredit bleiben hoch.
     
  • Gemeinsamer Kreditantrag: Sind Sie verheiratet oder leben Sie in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, dann sollten Sie den Kreditantrag gemeinsam stellen. Sind beide Partner berufstätig, verbessert das Doppeleinkommen Ihre Kreditwürdigkeit. Die höhere Bonität führt häufig auch zu besseren Zinsen. Auswertungen zeigen, dass Kredite von Paaren im Durchschnitt acht Prozent günstiger sind als Kredite von Einzelkunden
     
  • Alle Einkommensquellen berücksichtigen: Ihr Einkommen beeinflusst maßgeblich Ihre Bonität. Vergessen Sie daher keine Einnahmequelle beim Kreditantrag. Erhalten Sie zum Beispiel eine Einkommensteuerrückzahlung, verbessert sich rückwirkend Ihr Jahreseinkommen und damit Ihre Bonität. Auch Zinseinnahmen aus Kapitalanlagen, Unterhalt oder Pflegegeld, das Sie für die Pflege von Angehörigen erhalten, erhöhen Ihre Einkünfte.
  • Bonität langfristig erhöhen: Natürlich können Sie nicht alle Bonitätsrisiken kurzfristig abstellen bzw. Ihre Bonität auf die Schnelle erhöhen. Damit die Bonitätsprüfung künftig positiv ausfällt und der Kreditvergabe nichts im Weg steht, sollten Sie langfristig und dauerhaft an der Verbesserung Ihrer Bonität arbeiten. Dies gelingt zum Beispiel dadurch, dass Sie die Anzahl Ihrer Kredite, Girokonten und Kreditkarten verringern. Vermeiden Sie zudem Einträge bei der Schufa oder anderen Auskunfteien über abgelehnte Mobilfunkverträge, unregelmäßige Kreditrückzahlungen oder Mahnverfahren. Zusätzlich begünstigt ein langfristiges Arbeitsverhältnis oder der Kauf von Wohneigentum Ihre Kreditwürdigkeit und erhöht so die Chance auf zinsgünstige Kredite in der Zukunft.
Unser Tipp

Diesen wichtigen Begriff aus dem Bereich Kreditfinanzierung sollten Sie auch kennen:

- Vorfälligkeitsentschädigung: Nicht jede Bank berechnet sie

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Darlehensbetrag 10.000 €, Laufzeit 36 Monate
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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