Pfandkredit Schnelles Geld für jedermann

Annette Jäger
von Annette Jäger
20.03.2013
Auf einen Blick

Jeder kann einen Pfandkredit erhalten - schnell und unbürokratisch. Die Zinsen sind dafür satt.

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Das zeichnet den Pfandkredit aus, bei dem man an Bares gelangen kann, ohne Schulden zu machen. Es ist der Kredit für jedermann. Vor allem für jene, die sonst nur schwer ein Darlehen bei einer Bank erhalten – wie etwa Rentner, Hartz- IV-Empfänger oder auch Selbstständige. „Hier geht es nur um die Werthaltigkeit des Pfandes. Die Kreditwürdigkeit der Person spielt keine Rolle“, sagt Stefanie Laag, Finanz- und Kreditexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das Pfandgeschäft boomt. 2010 hatte die Branche einen Rekordumsatz von 580 Millionen Euro zu verbuchen. Doch Vorsicht: Der Verbraucher zahlt seinen zumeist hohen Preis für das schnelle Geld.

Kosten eines Pfandkredits

Alle rund 200 privaten Pfandhäuser in Deutschland unterliegen der „Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandleiher“ von 1961. Darin sind die anfallenden Zinsen und Gebühren eines Darlehens für alle Pfandhäuser bundeseinheitlich festgeschrieben. Für einen Pfandkredit, der in der Regel über drei Monate läuft, darf der Pfandleiher demnach einen monatlichen Zins von einem Prozent erheben, plus eine Gebühr als Vergütung für Schätzung, Lagerung, Sicherung und Versicherung des Gegenstandes. Bei einem Kredit von 300 Euro mit einer Laufzeit von einem Monat fallen insgesamt drei Euro Zinsen an plus 6,50 Euro an Gebühren, insgesamt also 9,50 Euro. Bis zu einer Darlehenshöhe von 300 Euro sind die Gebühren festgeschrieben. Darüber hinaus sind sie frei verhandelbar. „In der Regel betragen sie zwischen zwei und drei Prozent der Leihsumme pro Monat“, sagt Wolfgang Schedl, Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Pfandkreditgewerbes in Düs seldorf. Bei 1.000 Euro Pfandkredit sind das nach einem Monat zehn Euro Zinsen, plus 20 bis 30 Euro an Gebühren, insgesamt bis zu 40 Euro. Nach drei Monaten summieren sich die Kosten bereits auf bis zu 120 Euro.

Darlehenssummen

Rund 250 Euro beträgt die durchschnittliche Darlehenssumme, die Bürger aus dem Pfandhaus mit nach Hause nehmen. Gold, Uhren und Juwelen werden am häufigsten versetzt. Der Zeitwert der abgelieferten Ware bestimmt die Kredithöhe. Rund die Hälfte des Zeitwertes erhält der Kunde als Darlehen, lautet die Faustregel. Der Pfandleiher ist selbst daran interessiert, den Zeitwert möglichst genau zu bestimmen, denn er verdient an Zinsen und Gebühren und die sind umso höher, je wertvoller er die Ware schätzt. Allerdings kann es passieren, dass Pfandleiher den Wiederverkaufswert eines Gegenstandes unterschiedlich hoch einschätzen. „Verschiedene Angebote einholen lohnt sich“, rät Verbraucherschützerin Laag. Wird ein Pfand nicht ausgelöst, kommt es unter den Hammer.

Bankkredit

Zum Vergleich: Ein Ratenkredit ist wesentlich günstiger: Eine Darlehenssumme von 5.000 Euro kostet bei einem Effektivzinssatz von rund 4,90 Prozent rund elf Euro pro Monat. Bei einem Pfandkredit wären pro Monat 50 Euro allein an Zinsen fällig. Noch unkomplizierter ist ein Dispokredit - auch wenn hier zwischen sechs und 14 Prozent Zinsen anfallen -, sofern man ihn nur kurzfristig in Anspruch nimmt. Ist man dauerhaft im Minus, ist dies zu teuer.
 

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Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 36 Monate
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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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