So holen Sie sich Ihre Kreditbearbeitungsgebühren zurück

Ratenkredit So holen Sie sich Ihre Kreditbearbeitungsgebühren zurück

von Martin Scheele
20.09.2016
Auf einen Blick

Banken haben zu Unrecht Gebühren für die Bearbeitung von Ratenkrediten erhoben. Wie bekommen Sie Ihr Geld wieder? Biallo.de zeigt es Ihnen.

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Sie haben einen Ratenkredit bei Ihrer Bank geholt und eine Bearbeitungsgebühr dafür bezahlt? Dann holen Sie sich Ihr Geld zurück! Sie haben das Recht dazu! Der Bundesgerichtshof (BGH), das höchste deutsche Zivilgericht, ist auf Ihrer Seite. Der BGH hat entschieden, dass Bearbeitungsgebühren bei Verbraucherdarlehen unzulässig sind (Az. XI ZR 170/13, XI ZR 405/12). Die dahinterstehenden Vertragsklauseln sind unwirksam, schrieben die Richter den Banken ins Stammbuch.

Die einleuchtende Begründung kurz und knapp zusammengefasst: Die Prüfung der Kreditwürdigkeit des Kunden liegt im Interesse der Bank und ist keine Dienstleistung des Geldhauses für den Kunden.
 

Um diese Fälle ging es bisher

Konkret ging es in den Verfahren vor dem BGH um ein Bearbeitungsentgelt in Höhe von 1.200 Euro. Das hatte die Postbank nach Auffassung des Landgerichts Bonn zu Unrecht erhoben. Zum anderen wurde eine Klage eines Verbraucherschutzverbands verhandelt, der es für unzulässig hielt, dass die National Bank grundsätzlich ein Bearbeitungsentgelt von einem Prozent der Darlehenssumme in ihren AGB ausweist.

Was bedeutet das für Sie genau? Anruf bei der Verbraucherzentrale Sachsen, die für das Thema bundesweit zuständig ist. Expertin Andrea Heyer: „Sie können die Rückzahlung von Kreditbearbeitungsgebühren nur für Verträge durchsetzen, die innerhalb der letzten drei Jahren abgeschlossen wurden. Die Verjährung endet normalerweise immer am 31. Dezember des dritten Jahres.“ Im Klartext: Wer im Januar 2013 ein Kredit aufgenommen hatte, der muss die Rückforderung bis Ende 2016 geltend machen.
 

Was die Verbraucherschützer bei Kreditbearbeitungsgebühren raten

Ansprüche auf Erstattung eines vor dem 1. Januar 2013 gezahlten Entgelts sind damit inzwischen verjährt. Ansonsten bedeutet das, dass Sie zwar die Bank noch zu einer Rückzahlung auffordern, aber den Anspruch nicht mehr durchsetzen können.

Wer noch Gebühren zurückfordern kann, sollte nicht vergessen, seinen Anspruch auf Zinsen geltend zu machen. Unter Berufung auf die Urteile des BGH können Sie aktuell 4,12 Prozent Verzugszinsen verlangen. Näheres dazu erfahren Sie unter www.basiszinssatz.info.


So sollten Sie reagieren

Wie kommen Sie nun an Ihr Geld? Stichprobe in der deutschen Bankenlandschaft - Anruf bei der Deutschen Bank und der Commerzbank. Ergebnis: Die Deutsche Bank teilt mit, dass Kunden ihre Rückforderungen formlos stellen können – samt aller nötigen Angaben. Die Commerzbank teilt mit, dass sie Kunden entsprechende Formblätter zugeschickt habe. Dennoch: Laut Verbraucherschützern müssen Sie selbst aktiv werden – um an Ihr Geld zu kommen.
 

So gehen Sie nun vor:

Schritt 1: Fordern Sie Ihre Bank schriftlich auf, die Gebühr zurückzuzahlen. Verwenden Sie dazu dieses Musterschreiben, das Sie mit einem Klick auf den Link unter dem Dokument herunterladen können. Ergänzen Sie es mit Ihren Absenderangaben, der Anschrift des Kreditinstituts und den erforderlichen Angaben zum Darlehen und der Bearbeitungsgebühr.

Schritt 2: Die Bank stellt sich stur? Dann kontaktieren Sie den jeweiligen Ombudsmann. Es gibt einen für Streitigkeiten mit privaten Banken, einen für die Sparkassen, einen für genossenschaftliche und einen für öffentliche Banken. Mit Hilfe der Ombudsmänner können Sie ein Schlichtungsverfahren einleiten.

Schritt 3: Die Bank gibt nicht auf? Es hilft nichts, Sie müssen einen Anwalt einschalten. Sein Brief inklusive Klageandrohung bringt die meisten Banken dazu, das Geld an Sie zurückzuzahlen.

Biallo-Tipp: Holen Sie sich Ihr Geld zurück mit unserem Musterbrief!

Biallo-Lesetipp:

Viele Verbraucher kaufen auf Kredit. Die Schnäppchen-Finanzierung vom Händler ist aber nur scheinbar billig. Ein Ratenkredit von der Bank ist oft preiswerter. Mehr dazu finden Sie in dem Beitrag "Wie der Schein trügt".

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