Ratenkredit Welche Faktoren beeinflussen den Zinssatz?

Ratenkredit Welche Faktoren beeinflussen den Zinssatz?

Max Geißler
von Max Geißler
07.06.2016
Auf einen Blick

Der Zinssatz bei Ratenkrediten ist nicht in Stein gemeißelt. Je nach Ausgestaltung der Kreditkomponenten kann man die Zinshöhe beeinflussen.

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Ein entscheidendes Kriterium für die Kosten eines Ratenkredits ist der Zinssatz. Es gilt die Faustregel: Je niedriger der Kreditzins, desto günstiger das Darlehen. Um den Kreditzins niedrig zu halten, sollten Sie die Zinsen ausgiebig vergleichen. Trotz Niedrigzinsphase klaffen die Zinsen für Ratenkredite weit auseinander. Bei günstigen Banken zahlen Sie nur halb so hohe Zinsen wie bei teuren Instituten.

Regionalanbieter wie diePSD und Sparda Banken offerieren Ratendarlehen teilweise unter vier Prozent Effektivzins, beispielsweise die PSD Bank Nord mit 2,99 Prozent oder die PSD Banken Hannover und Westfalen-Lippe mit 3,49 bzw. 3,89 Prozent. Aber vor allem bundesweite Anbieter machen in Sachen Ratenkredit eine sehr gute Figur, etwa die Ikano Bank mit Zinsen ab 2,22 Prozent, die Bank of Scotland und Degussa Bank  mit 2,49 Prozent oder die Creditplus Bank mit 2,59 Prozent. Einen ausführlichen Überblick über aktuelle Darlehenszinsen bietet unser Ratenkreditvergleich.

Ratenkredit mit bonitätsabhängigen Zinsen

Einige Kreditinstitute offerieren Ratendarlehen nicht mit einheitlichem Zinssatz, sondern mit bestimmten Zinsspannen. So gewährt die SWK Bank Sollzinssätze zwischen 2,60 und 5,35 Prozent, die Deutsche Bank berechnet für Darlehen zwischen 3,99 und 6,99 Effektivzinsen. Bei solchen Kreditofferten handelt es sich um bonitätsabhängige Darlehen. Welchen Zinssatz Sie erhalten ist abhängig von Faktoren wie regelmäßigem Einkommen, individuellen Ausgaben, den Vermögensverhältnissen, dem Wohnort sowie dem Arbeitgeber und dem Arbeitsverhältnis.

Stuft die Bank den Kunden in eine niedrige Risikogruppe ein, beurteilt sie also die Kreditwürdigkeit hoch und die Ausfallwahrscheinlichkeit gering, wird sie einen vergleichsweise niedrigen Zinssatz offerieren. Steht hinter der Kreditwürdigkeit jedoch ein Fragezeichen, wird das Institut einen Risikoaufschlag verlangen, entsprechend teurer wird der Zinssatz. In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten, die Zinsen stabil zu halten:

Tipp 1:
Sie wählen einen Ratenkredit mit bonitätsunabhängigem Zinssatz. Den preiswertesten Festzins mit 3,79 Prozent effektiv bietet derzeit die Barclaysbank. Über ihre Barclaycard sichert sie allen Kreditnehmern einen feststehenden Zinssatz für alle Laufzeiten und Kredithöhen zu. Die Bonitätsprüfung erfolgt voll elektronisch durch ein spezielles Computerprogramm, dass die Kontobewegungen auf dem eigenen Girokonto analysiert. Bei ausreichender Bonität dauert es nur einen Bankarbeitstag und schon zahlt die Barclaycard den Kredit aus.

Tipp 2: Sie können einen bonitätsabhängigen Kreditzins beeinflussen, indem Sie den Kreditbetrag verringern. Je kleiner der Darlehensbetrag, desto geringer das Risiko für die Bank. Außerdem mindern sich die Monatsraten, was die Beurteilung der Bonität positiv beeinflusst. Ist die Bank zum Beispiel skeptisch, dass Sie eine Monatsrate von 300 Euro schultern können, so hält sie es aber vielleicht für gut möglich, dass Sie sich 150 Euro pro Monat sich leisten können. Der drohende Risikozuschlag lässt sich so eventuell vermeiden.


Ratenkredit mit kurzer Laufzeit verringert Zinsen

Der Kreditzins lässt sich häufig auch durch die Wahl der Laufzeit beeinflussen. Es gilt der Grundsatz: Schnelle Rückzahlung = kleiner Darlehenszins und umgekehrt. Grund: Mit wachsender Kreditlaufzeit erhöht sich das Risiko für die Bank, weswegen viele Institute Zuschläge erheben. Um Kosten zu sparen, empfiehlt es sich, den Ratenkredit möglichst schnell zurückzuführen.

Allerdings bedingt die schnelle Tilgung hohe Monatsraten. Wird beispielsweise ein Ratenkredit über 10.000 Euro binnen drei Jahren zurückgeführt, zahlt man bei 5,5 Prozent Effektivzins monatlich 301 Euro an die Bank. Läuft das gleiche Darlehen über sechs Jahre, beträgt die Monatsrate hingegen nur 162 Euro. Viele Anbieter verlangen dann allerdings höhere Zinsen. Beispiel Commerzbank: Bei zweijähriger Laufzeit berechnet das Institut 5,95 Prozent Effektivzins, bei fünfjähriger sind es bereits 7,95 Prozent.

Mein Tipp: Wenn Sie sich – um die monatliche Belastung niedrig zu halten – für eine längere Laufzeit entscheiden, sollten Sie einen Ratenkredit wählen, bei dem der Zinssatz bei längerer Laufzeit nicht ansteigt. Dies ist zum Beispiel bei der ING-Diba oder der DKB Bank der Fall.

Sie möchten Ihr Ratendarlehen vorzeitig ablösen?Kein Problem,Verbraucherkredite sind jederzeit kündbar.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
p.a.
mtl. Rate
 
1.
572,01
1,92%
bis 4,99%
572,01
2.
572,26
1,95%
bis 5,25%
572,26
3.
574,41
2,20%
bis 5,35%
574,41
Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 36 Monate
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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