Stichtag für Verlustverrechnung nicht verpassen

Abgeltungsteuer Stichtag für Verlustverrechnung nicht verpassen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
30.10.2016
Auf einen Blick
Wer zwei Depots bei verschiedenen Banken führt, kann Verluste auf dem einen mit Gewinnen auf dem anderen verrechnen lassen – wenn man den Stichtag nicht verpasst.
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Anleger, die 2016 Verluste mit Wertpapieren erlitten haben, müssen sich sputen und einen wichtigen Stichtag beachten: den 15. Dezember. Nur bis zu diesem gesetzlich vorgeschriebenen Termin können Sie bei Ihrem Onlinebroker oder Ihrer Bank eine Verlust-Bescheinigung für Ihre Wertpapiergeschäfte beantragen. Wer sich seine Minus-Deals für dieses Jahr bescheinigen lässt, dessen Bank wird die sogenannten Verlust-Verrechnungstöpfe schließen – und man startet 2016 wieder bei Null. Der Antrag ist kostenlos und meist auch direkt online möglich.

Wenn Sie sich erst nach diesem Termin rühren, haben Sie in diesem Jahr zwar Pech gehabt. Aber keine Sorge: Verloren ist nichts – die Verrechnungstöpfe werden dann einfach ins nächste Jahr über- und weitergeführt. Verluste von Wertpapieren werden dann mit den in diesem Kalenderjahr realisierten abzugspflichtigen Kapitalerträgen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen verrechnet. Bis Mitte Dezember 2017 darf man sich dann wieder bei Bedarf eine Verlustbescheinigung für seine Wertpapiere besorgen.

Tipp

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Doch wozu brauchen Sie diese Bescheinigung überhaupt? Mit der Verlust-Bescheinigung können Sie Miese aus Wertpapiergeschäften auf Ihrem Depot bei Bank A mit etwaigen Kursgewinnen und anderen Kapitalerträgen auf einem anderen Depot bei Bank B vornehmen. Dabei wird unterschieden zwischen dem Verlust-Verrechnungstopf für Aktien und für sonstige Kapitalerträge. Sie können auch jeweils separat beantragt werden.

Wichtig: Diese Verrechnung von Verlusten mit Gewinnen auf einem anderen Depot bei einer anderen Bank ist nur im Wege der Einkommensteuererklärung möglich. Führt ein Kunde mehrere Wertpapier-Depots bei ein und derselben Bank, nimmt die Bank die depotübergreifende Verlust-Verrechnung ohne Antrag vor.

Tipp: Wenn Sie keinen besonderen Grund dafür haben, ihre Wertpapiere in zwei Depots bei verschiedenen Banken zu halten, sollten Sie erwägen, Ihre Depots besser bei einer Bank zu bündeln. Dann können Sie sich die Verlust-Verrechnung über den Umweg der Steuererklärung nämlich sparen. Wenn Sie verheiratet sind, Ihre Wertpapier-Depots bei derselben Bank führen wie Ihr Ehepartner und einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilt haben, verrechnet Ihre Bank seit dem Jahr 2010 Gewinne und Verluste bei Wertpapieren übrigens automatisch sogar über beide Ehegatten hinweg.

Verrechnung von Altverlusten aus der Zeit vor der Abgeltungsteuer

Die Verrechnung von Altverlusten ist übrigens wieder ein anderes Thema. Altverluste können nur mit solchen Wertpapieren entstanden sein, die vor 2009 – also dem Startzeitpunkt der Abgeltungsteuer – den Weg ins Depot fanden, und dann binnen der damals noch geltenden einjährigen Spekulationsfrist veräußert wurden. Zwischenzeitlich durften Altverluste mit neuen Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden, nicht aber mit Zins- und Dividendenerträgen. Aber diese Regelung galt nur bis Ende 2013. Auch diese Verlust-Verrechnung lief nur über den Umweg der Steuererklärung.

Wichtig zu wissen: Seit 2014 können Sie etwaige noch immer vorhandene Altverluste nur noch unter erschwerten Bedingungen verrechnen: Sie dürfen seither nur noch mit Spekulationsgewinnen neuerer Definition – also etwa mit Gewinnen aus Verkäufen von Immobilien innerhalb der Spekulationsfrist – verrechnet werden, nicht aber mehr mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen. Das ist natürlich deutlich schwieriger.

Seit Anfang 2009 beträgt der Abgeltungsteuersatz auf Zinsen, Dividenden sowie auf Kursgewinne einheitlich 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer; die bis dato gültige einjährige Spekulationsfrist ist seither passé.

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
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116,67
1,00%
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115,14
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3.
98,43
1,10%
Betrag 20.000 €, Laufzeit 9 Monate
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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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