Urlaub Grenzen für Barzahler in der EU

Urlaub Grenzen für Barzahler in der EU

von Peter Weißenberg
18.08.2016
Auf einen Blick

Wer verreist, ist oft auch in Einkaufslaune - und hebt schnell mal eine Menge Bargeld ab, um kostbare Mitbringsel zu kaufen. Doch dabei können Sie sich strafbar machen. Das sind die Regeln:

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Der Urlaub ist herrlich - und die schöne antike Kommode in Italien, das Oldtimer-Schäppchen aus Frankreich oder der billigere PC aus Griechenland verlocken zum Kauf ... auch, wenn   sie deutlich vierstellige Summen kosten. Aber der Händler lässt ja noch mal eine Menge nach, "wenn Sie bar zahlen."

Achtung! In vielen EU-Staaten gibt es knallharte Grenzen für Bargeldzahlungen bei Geschäften zwischen Verbrauchern und Händlern. Wer mehr zu bezahlen hat, muss dies dann per Banküberweisung, Geld- oder Kreditkarte tun. Sonst "drohen Strafen bis zu 40 Prozent der bar bezahlten Summe", wie das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland rechtzeitig zur Urlaubssaison informiert. So sollen Steuerhinterziehung und Schwarzgeldverkehr eingedämmt werden.

Das sind die Regeln für Barzahlung in den wichtigsten EU-Ländern:

Bis 15.000 Euro: Spanien, Frankreich, Polen

Hier dürfte es im Urlaub nur selten Barzahlungsprobleme geben: In diesen Ländern dürfen ausländische Verbraucher, die nicht im Land leben, bis 15.000 Euro in bar bezahlen.

Keine Höchstgrenze - im Prinzip: Finnland, Estland, Irland,Schweden, Ungarn, Niederlande

Das Verbraucherzentrum klärt auf, wo es Sonderregelungen gibt: "In einigen europäischen Staaten haben Händler z.B. das Recht, Bargeld über einer bestimmten Summe abzulehnen, ebenso wie große Geldscheine oder die Zahlung mit mehr als 50 Geldstücken." Sie als Urlauber müssen aber prinzipiell über diese Ausnahmen im Geschäft vorab entsprechend informiert werden. Hintergrund: In manchen Ländern wird der Verbraucher mit zur Verantwortung gezogen, wenn der Händler bei größeren Barzahlungen Steuern hinterzieht.
Biallo-Tipp: Lassen Sie sich immer eine Kassenquittung mit Ausdruck der Steuern geben.

Bis 1.000 Euro: Portugal

In Portugal liegt die Höchstgrenze bei 1.000 Euro. Höhere Beträge muss man per Banküberweisung, Kreditkarte oder Scheck begleichen.

Es gibt auch Länder in der EU, wo Sie ohne Bedenken bar zahlen können:

Keine Höchstgrenze: Luxemburg, Österreich, Slowenien, Malta, Zypern, Island, Litauen und Lettland.

Eine relativ scharfe Grenze, die sich schon bald aus den bekannten Gründen im chronisch klammen Staat dort verschärfen dürfte:

Bis 1.500 Euro: Griechenland

Einzige Ausnahme ist in Griechenland bislang noch der Autokauf.

Bis ca. 2.260 Euro: Rumänien

Hier gilt eine Höchstgrenze für Bargeldzahlungen von 10.000 RON (ca. 2.260 Euro) pro Person und Tag.

Bis 3.000 Euro: Italien, Belgien

Grundsätzlich darf in Belgien zudem keinerlei Bargeld beim Immobilienerwerb fließen.

Bis 5.000 Euro: Slowakei

Bei Geschäften zwischen Verbrauchern und Händlern liegt hier die Grenze bei 5.000 Euro.

Bis ca. 5.110 Euro: Bulgarien

Alle Beträge über 9.999 Lew (umgerechnet ca. 5.110 Euro) müssen per Bankzahlung beglichen werden – selbst wenn der Betrag in Raten gezahlt werden soll.

Bis 13.000 Euro: Tschechische Republik

Dieses Nachbarland ist relativ großzügig: Pro Tag können Verbraucher bis zu 350.000 tschechische Kronen in bar bezahlen.

Generell gilt übrigens bei jeder Urlaubsreise in andere Länder der Europäischen Union: Wer innerhalb der EU mit Bargeld von mehr als 10.000 Euro reist, muss auf Anfrage den Betrag beim Zoll anmelden. Wer das vergisst, macht sich strafbar. Und das wollen doch eigentlich nur Steuerhinterzieher - und keine braven Urlauber, gell?

Biallo-Tipp: Übrigens ist gerade eine gute Kreditkarte im Urlaub bares Geld wert: Denn die besten Anbieter, wie sie in der Tabelle unten zu sehen sind, bieten Ihnen und Ihrem Partner die Möglichkeit, weltweit gebührenfrei Geld abzuheben - und das an jedem Automaten! Überdies ist es auch immer sicherer, größere Summen mit der Karte zu bezahlen als in bar.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
8,95%
3.
VISA Card
0,00
6,99%
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Peter Weißenberg

Jahrgang 1965, ist für Produktchecks, Auto- und Geldanlage-Themen sowie Print-Kooperationen zuständig. In mehr als 20 Jahren im Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus hat er für die verschiedensten Leserkreise Themen aus diesen Bereichen aufbereitet. Nach einem Doppelstudium (Volkswirtschaften, Politikwissenschaften, Geschichte, Journalistik) und der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule hat Weißenberg als Reporter und in Leitungsfunktionen für verschiedene Wirtschaftsmagazine,Tageszeitungen, Online-Medien und Radiosender gearbeitet. Weißenberg hat auch fünf Bücher zu Wirtschaftsthemen verfasst.

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Jahrgang 1965, ist für Produktchecks, Auto- und Geldanlage-Themen sowie Print-Kooperationen zuständig. In mehr als 20 Jahren im Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus hat er für die verschiedensten Leserkreise Themen aus diesen Bereichen aufbereitet. Nach einem Doppelstudium (Volkswirtschaften, Politikwissenschaften, Geschichte, Journalistik) und der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule hat Weißenberg als Reporter und in Leitungsfunktionen für verschiedene Wirtschaftsmagazine,Tageszeitungen, Online-Medien und Radiosender gearbeitet. Weißenberg hat auch fünf Bücher zu Wirtschaftsthemen verfasst.

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