Erbschafts- und Schenkungssteuer Beim Schenken Steuern sparen

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
25.03.2013
Auf einen Blick

Das neue Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz eröffnet eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten. So wird der Fiskus schon zu Lebzeiten ausgebremst.

Artikelbewertung
Schrift

Eine Strategie für 2013 lautet: Rechtzeitig die hohen persönlichen Freibeträge bei Schenkungen nutzen. So dürfen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner alle zehn Jahre 500.000 Euro steuerfrei erhalten, Kinder 400.000 Euro und Enkel 200.000 Euro. Kindern stehen dabei die Freibeträge jeweils von Mutter und Vater zu. Und manchmal ist eine Schenkung über einen „Umweg“ vorteilhafter als eine Direktschenkung, wenn sich dadurch die Freibeträge steuerlich besser nutzen lassen. Drei Beispielfälle veranschaulichen das.

Fall 1: Vater A will seinem Sohn 750.000 Euro aus seinem Privatvermögen in bar schenken. Würde er ihm das Geld auf einen Schlag übertragen, müsste der Sohn abzüglich seines Freibetrages noch für 350.000 Euro Schenkungssteuer zahlen, also 52.500 Euro. Strategie: A schenkt zunächst einen Teil der Barschaft steuerfrei seiner Ehefrau, die das Vermögen dann nach Ablauf einer „Schamfrist“ unter Nutzung ihres Freibetrages ebenfalls an den Sohn weitergibt. So erhält der Sprössling die geplante Summe innerhalb der Freibeträge, ohne dass Steuern anfallen.

Fall 2: Herr B will seiner Schwiegertochter 250.000 Euro schenken. Auf direktem Wege wäre lediglich ein Freibetrag von 20.000 Euro steuerfrei möglich. Strategie: Hier führt der Umweg über seinen verheirateten Sohn. Im ersten Übergang - Elternteil auf eigenes Kind - wird der Freibetrag von 400.000 Euro genutzt. Beim zweiten Übergang - vom Sohn auf seine Ehepartnerin - läge der Freibetrag dann sogar bei 500.000 Euro. Bei direkter Übergabe der 250.000 Euro an die Schwiegertochter wären 46.000 Euro Steuern fällig, über den Umweg nichts.

Fall 3: Dieses Steuersparmodell lässt sich sogar in erweiterter Form optimal für Immobilien anwenden. So ist die Schenkung des selbstbewohnten Familienheims an Ehegatten unabhängig vom Wert immer steuerfrei. „Diese Steuerbefreiung besteht immer zusätzlich zu dem persönlichen Freibetrag“, sagt Agnes Fischl, Fachanwältin für Erbrecht und Steuerberaterin der Kanzlei Convocat in München. „Auch die zehnjährige Wohnpflicht, wie beim Vererben eines selbstgenutzten Eigenheims, gibt es hier nicht.“ Kinder hingegen können die Steuerbefreiung nur beim Erwerb von Todes wegen in Anspruch nehmen. Vater C möchte nun seinem Sohn die derzeit eigengenutzte Villa mit einem Verkehrs- und Steuerwert von 1,5 Millionen Euro überschreiben. Abzüglich des Freibetrags von 400.000 Euro müsste der Sohn demnach noch 1,1 Millionen zu 19 Prozent versteuern, also 209.000 Euro. Strategie: C überträgt die Hälfte der Immobilie steuerfrei an seine Ehefrau. Anschließend schenken beide zu gleichen Teilen die Villa an den Sohn. Dieser strategische Umweg erspart der Familie 104.000 Euro, also fast die Hälfte der üblichen Schenkungssteuer.

Richtige Gestaltung

Ist jedoch zu klar erkennbar, dass durch solche „Kettenschenkungen“ nur Steuern gespart werden sollen, unterstellt das Finanzamt dies als Umgehungsversuch. In diesem Fall wird die Schenkung nur an den Endempfänger besteuert, der steueroptimierte Vorgang über die Mittelsperson bleibt dann unberücksichtigt. Steuerexpertin Fischl empfiehlt daher, dass die Mittelsperson die Geldzuwendung nicht sofort weiterleitet, sondern einige Monate vergehen lässt und es keinerlei Verpflichtungserklärung für eine Weiterleitung gibt. Gut ist auch, eine Zinsperiode abzuwarten und selbst die Zinsen für sich zu vereinnahmen.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Fritz Himmel
Fritz Himmel
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: