Ferienjobs Wann sind Steuern und Sozialabgaben fällig?

Ferienjobs Wann sind Steuern und Sozialabgaben fällig?

Max Geißler
von Max Geißler
17.07.2012
Auf einen Blick

Wer glaubt, Schüler und Studenten zahlen für ihre Ferienjobs keine Abgaben, der irrt. Ab einem bestimmten Arbeitsumfang sind Steuern und Kassenbeiträge fällig.

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Ob als Kellner, Verkäufer oder Haushaltshilfe – auch Schüler und Studenten, die in den Ferien oder unterm Jahr nebenbei jobben, müssen ihren Arbeitslohn versteuern. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Besteuerung erfolgt: pauschal oder individuell. Die Lohnsteuerberechnung nach den individuellen Verhältnissen des Arbeitnehmers funktioniert so: Der Schüler oder Student gibt seinem Arbeitgeber – soweit vorhanden – die Lohnsteuerkarte bzw. eine Ersatzbescheinigung für den Lohnsteuerabzug. Hintergrund: Lohnsteuerkarten wurden letztmalig für das Kalenderjahr 2010 ausgestellt. Der Arbeitgeber berechnet dann die Lohnsteuer und führt den Betrag ans Finanzamt ab. Allerdings fällt häufig keine Lohnsteuer an, da die individuellen Steuerfreigrenzen relativ hoch sind. So zahlt ein lediger Studierender (Steuerklasse I) erst ab einem Verdienst von gut 900 Euro im Monat überhaupt Lohnsteuer. Handelt es sich bei der Ferientätigkeit um eine sogenannte kurzfristige Beschäftigung brauchen Schüler und Studenten auch keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen, die Verdiensthöhe spielt dabei keine Rolle. Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Tätigkeit von vornherein auf eine Dauer von längstens zwei Monaten oder 50 Arbeitstage im Jahr begrenzt ist.

Führt der Arbeitgeber Lohnsteuer ans Finanzamt ab, können Schüler und Studenten diese am Jahresende im Rahmen der Steuererklärung zurückholen. „Meistens liegen nämlich die Einnahmen der zwei Monate unterhalb der für das Jahr geltenden Freibeträge“, erklärt Peter Kauth von Steuerrat 24. Von den Einnahmen werden abgezogen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 Euro), der Sonderausgabenpauschbetrag (36 Euro), der Grundfreibetrag (8.004 Euro) sowie ggf. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. „Bis zu einem Jahresarbeitslohn von rund 11.000 Euro bekommen Studenten somit die einbehaltenen Steuern in vollem Umfang zurück“, so Kauth. Wer höhere Sonderausgaben oder Werbungskosten geltend machen kann, bekommt mehr erstattet.

Minijob spart Abgaben

Alternativ kann der Arbeitgeber bei kurzfristigen oder geringfügigen Beschäftigungen die Lohnsteuer pauschal ermitteln. Die pauschale Steuer wird in diesem Fall vom Arbeitgeber getragen und der Schüler bzw. Student hat nichts weiter zu veranlassen. Allerdings gelten bei diesen sogenannten Minijobs finanzielle Höchstgrenzen. „Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn der Arbeitslohn regelmäßig höchstens 400 Euro im Monat beträgt“, erläutert der Steuerfachmann. Der Umfang der Arbeitszeit spielt dabei keine Rolle. Für den Minijobber ist der Arbeitslohn steuer- und sozialversicherungsfrei. Der Arbeitgeber entrichtet pauschale Abgaben. In der Summe fallen 30 Prozent für Sozialabgaben und zwei Prozent Lohnsteuer an.

20-Stunden-Grenze beachten

Etwas anderes gilt, wenn Studenten und Schüler regelmäßig während des Jahres jobben. Liegt weder eine geringfügige (400 Euro) noch eine kurzfristige (zwei Monate) Beschäftigung vor, spielt die Arbeitszeitgrenze von 20 Stunden pro Woche eine wichtige Rolle. Diese Grenze entscheidet darüber, ob die Beschäftigung versicherungsfrei oder versicherungspflichtig ist. Bei Unterschreiten der 20-Stunden-Grenze ist davon auszugehen, dass Zeit und Arbeitskraft der Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden, sie daher nicht als Arbeitnehmer anzusehen sind. In diesem Fall ist die Beschäftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgabenfrei. Etwas anderes gilt in der Rentenversicherung, hier besteht Versicherungspflicht: Der Student und der Arbeitgeber müssen den Beitragssatz je zur Hälfte tragen. Liegt die wöchentliche Arbeitszeit über 20 Stunden, sind volle Sozialabgaben und anfallende Lohnsteuer fällig.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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