Grundsteuer Jährliche Pflichtabgabe an die Kommune

Grundsteuer Jährliche Pflichtabgabe an die Kommune

Max Geißler
von Max Geißler
03.05.2016
Auf einen Blick

Ihre persönlichen Verhältnisse oder individuelle Belastungen des Grundstücks spielen bei der Erhebung der Grundsteuer keine Rolle. Wer ein Grundstück besitzt, muss in jedem Fall zahlen.

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Die Gemeinden erheben die Steuer von den Grundstückseigentümern, um Infrastrukturausgaben oder kommunale Entwicklungsmaßnahmen zu finanzieren.
 

Wie errechnet sich die Grundsteuer?

Die Grundsteuer unterteilt sich in zwei Abteilungen: die Grundsteuer A und B. Für Sie als Immobilienbesitzer ist die Grundsteuer B interessant, denn damit besteuert die Kommune privaten Grund- und Immobilienbesitz. Die Grundsteuer A gilt nur für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft. Basis für die Berechnung der Grundsteuer ist der Wert Ihres Grundstücks bzw. der Wert der Gebäude auf dem Grundstück. Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt in drei Schritten:
 

1. Ermittlung des Einheitswerts:

Zunächst ermittelt das Finanzamt mittels Ertragswertverfahren den Einheitswert für das bebaute Grundstück. Dies geschieht anhand eines Vielfachen der erzielbaren Jahresmiete. Das Finanzamt berücksichtigt dabei die Ausstattung und die Bauart des Gebäudes sowie die Grundstückslage. Nutzen Sie das Gebäude selbst, legt das Finanzamt die ortsübliche Miete zugrunde.
 

2. Festlegung des Grundsteuermessbetrags:

Im zweiten Schritt stellt das Finanzamt den Grundsteuermessbetrag fest. Dieser ergibt sich durch die Anwendung der im Grundsteuergesetz festgelegten Steuermesszahl auf den Einheitswert.
 

3. Ermittlung der Grundsteuer:

Im letzten Schritt setzt die Gemeinde die Grundsteuer fest. Dazu multipliziert sie den vom Finanzamt ermittelten Grundsteuermessbetrag mit dem von der Gemeinde festgelegten Hebesatz. Der Hebesatz fällt je nach kommunalem Finanzbedarf unterschiedlich hoch aus.

Als Eigentümer erhalten Sie einen Bescheid von Ihrer Gemeinde über den ermittelten Einheitswert, den Grundsteuermessbetrag sowie die festgelegte Grundsteuer. Ändern sich Hebesatz oder Grundsteuermessbescheid, passt die Kommune die Grundsteuer automatisch an und erlässt einen neuen Grundsteuerbescheid. Laut Grundsteuergesetz sind Sie als Eigentümer solange zur Zahlung der Grundsteuer verpflichtet, bis die Gemeinde nach einem Eigentümerwechsel einen neuen Grundsteuerbescheid erlässt, aus dem das Ende Ihrer Steuerpflicht hervorgeht.

Die Grundsteuer in der Kritik

Die Grundsteuer ist unter Fachleuten umstritten. Unterschiedliche Hebesätze der Kommunen führen zu einer Ungleichbehandlung so die Kritiker, da für ein und dasselbe Haus in verschiedenen Städten unterschiedlich hohe Steuersätze anfallen. Zudem stehen die Einheitswerte in der Kritik, da diese hoffnungslos veraltet seien. Die Einheitswerte in den alten Bundesländern entsprechen den Immobilienwerten des Jahres 1964, in den neuen Bundesländern des Jahres 1935. Vor allem die Gemeinden wünschen sich eine Aktualisierung der Einheitswerte. Die Vorschläge laufen darauf hinaus, sie durch aktuelle Verkehrswerte zu ersetzen.
 

Lässt sich die Grundsteuer senken?

Im Prinzip haben Sie keine Möglichkeit, die Grundsteuer zu umgehen. In bestimmten Fällen besteht die Chance, die Grundsteuer zu senken. So können Sie den vom Finanzamt festgelegten Einheitswert infrage stellen. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn der Fiskus den Einheitswert überhöht festgelegt hat oder sich die Bedingungen Ihrer Immobilie bzw. Ihres Wohnumfeldes geändert haben. Erlitt Ihre Immobilie beispielweise eine Wertminderung durch Brand oder hat der Bau eines Flughafens in unmittelbarer Nähe die Wohn- und Lebensbedingungen deutlich verschlechtert, kann ein Antrag auf Minderung des Einheitswertes Erfolg haben.

Unser Tipp

Diese wichtigen Begriffe aus den Bereichen Baufinanzierung und Steuer sollten Sie auch kennen:

- Baufinanzierung: Ohne Grundschuld kein Geld von der Bank

- Grunderwerbsteuer: Welche Schlupflöcher bietet die Steuerabgabe beim Immobilienkauf?

- Volltilger-Darlehen: Baufinanzierung aus einem Guss

 

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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