Erwerbskosten steuerlich absetzen

Immobilienerbe Erwerbskosten steuerlich absetzen

Max Geißler
von Max Geißler
03.12.2016
Auf einen Blick
  • Neue Entwicklung beim Erbrecht.
  • Angehörige, die eine vermietete Immobilie erben, profitieren.
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Bislang war die Praxis der Finanzverwaltung genau entgegengesetzt: "20 Jahre lang lehnte die Finanzverwaltung es ab, den anfallenden finanziellen Aufwand bei Erbschaft einer Immobilie als Anschaffungskosten oder Werbungskosten anzuerkennen", berichtet Peter Kauth von Steuerrat24. Dazu gehören unter anderem Anwaltsgebühren, Gericht- und Notarkosten sowie Gebühren für die Grundbucheintragung. Nur bei einem Kauf oder teilentgeltlichem Erwerb konnten die Anschaffungsnebenkosten bislang in voller Höhe abgeschrieben werden.

Der Bundesfinanzhof hat jedoch gegen den Fiskus entschieden. Mit Urteil vom 9.7.2013 (Az.: BFH, IX R 43/11) stellten die Richter klar, dass Aufwendungen im Rahmen der Erbschaft einer vermieteten Immobilie sehr wohl Anschaffungsnebenkosten darstellen. Diese seien im Wege der Abschreibung als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Die Kosten der Erbauseinandersetzung dienten dem Erwerb des Eigentums und müssten deshalb wie bei einem teilentgeltlichen Erwerb in voller Höhe als Erwerbsnebenkosten vom Fiskus akzeptiert werden.

Grundstückskosten nicht absetzbar

Allerdings gelten Einschränkungen: "Die Nebenkosten sind nur im Wege der Abschreibung absetzbar, und auch nur insoweit, als sie auf das Gebäude entfallen", erläutert Kauth. Kosten für den Erwerb des Grundstücks werden also weiterhin nicht anerkannt. Handelt es sich bei dem Erbe um ein Zweifamilienhaus, in dem eine Wohnung vom Erben selbst genutzt wird, müssen die Anschaffungskosten gekürzt werden. Sofern Erbschafts- oder Schenkungssteuer anfallen, gehören diese ebenfalls nicht zu den Erwerbsnebenkosten.

Achtung: Bei einer Erbschaft kann der Erbe die Abschreibung des Gebäudes nahtlos fortführen. Die Abschreibungsbeträge schließen sich den bisherigen Anschaffungs- und Herstellungskosten an, die der Erblasser geltend gemacht hat. Die selbst getragenen Erwerbsnebenkosten bei Erbschaft des Gebäudes dürfen allerdings nicht der AfA-Bemessungsgrundlage des Erblassers hinzugerechnet werden und so die laufende Abschreibung erhöhen. Vielmehr stellen sie eine eigenständige Bezugsgröße dar, aus der die Abschreibungsbeträge berechnet werden und die gesondert als Werbungskosten anzusetzen sind.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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