Minijob im Haushalt Anmeldung bringt Unfallversicherungsschutz und Steuervorteile

Rolf Winkel
von Rolf Winkel
20.09.2013
Auf einen Blick

Mehr als fünf Millionen Unfälle passieren Jahr für Jahr in deutschen Privathaushalten, so die Minijob-Zentrale. Schlimm, wenn dies bei Schwarzarbeit passiert.

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Anmeldung bringt Sicherheit. Minijobs im Haushalt – das ist ein kleines Erfolgsmodell. Die Zahl der angemeldeten Haushaltshilfen hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verzehnfacht, auf nun 250.000. Doch etwa vier Millionen private Haushalte nehmen die Hilfen von Putzkräften, Babysittern oder Gärtnern schwarz in Anspruch – wird geschätzt. Das muss nicht so bleiben.
 

Minijob per Haushaltsscheck anmelden

Minijobber in Privathaushalten werden per Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Den Scheck kann man per Internet unter www.haushaltsscheck.de herunterladen oder per Post bestellen bei der Minijob-Zentrale, 45115 Essen.
 

Scheck ausfüllen und abschicken

Auf dem Scheck werden Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer verlangt (Name, Adresse etc.). Der Arbeitgeber muss seine Steuernummer angeben, der Arbeitnehmer seine Sozialversicherungsnummer. Außerdem muss die Gehaltshöhe eingetragen werden. Dabei ist jeder beliebige Betrag bis zu 450 Euro pro Monat möglich. Beide Seiten unterschreiben den Scheck – dieser geht an die Minijob-Zentrale. Mit weiterem Papierkram haben die Haushalte nichts zu tun.

Keine Rückfragen

Die Zentrale fragt nicht nach, ob eine Hilfe schon vor der Anmeldung „schwarz“ beschäftigt war. Wer seine Haushaltshilfe schon länger unangemeldet in Diensten hat, braucht also keine Nachforderungen zu befürchten.


Abgaben werden automatisch abgebucht

Wer einen Minijobber einstellt, zahlt diesem seinen Lohn aus. Die Minijob-Zentrale zieht dazu noch vom Arbeitgeber 14,44 Prozent an Abgaben ein. Für einen ganzjährig Beschäftigten mit einem 200-Euro-Job müssen damit neben 2.400 Euro Lohn 346,56 Euro Abgaben gezahlt werden. Darin enthalten sind Steuern, Sozialversicherung und die sogenannten Umlagen U1 und U2 für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei Schwangerschaft sowie der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung. Die Abgaben zieht die Minijob-Zentrale in zwei Raten pro Jahr ein – zum 15. Januar und zum 15. Juli.

Steuerersparnis

Ausgaben für den privaten Minijob können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Finanzamt zahlt dem Arbeitgeber jährlich bis zu 510 Euro zurück – höchstens aber 20 Prozent der Ausgaben. Ein 200-Euro-Jobber kostet einen Privathaushalt jährlich 2.746,56 Euro. Das bringt bei der Steuer eine Ersparnis in Höhe des Maximalbetrags von 510 Euro. Die Steuerersparnis ist hier also deutlich höher als die gezahlten Abgaben.

Minijobs im Privathaushalt
So viele Minijobber sind in Privathaushalten angemeldet und diese Pauschalabgaben muss ein Arbeitgeber leisten

Minijob mit gutem Gewissen

Unfälle in Privathaushalten sind keineswegs selten, manche enden sogar tödlich. Haushaltshilfen können etwa beim Fensterputzen von der Leiter fallen, sich beim Bügeln verbrennen oder auf dem Weg zum Job verunglücken. Dann springt die gesetzliche Unfallversicherung zwar auch für Schwarzarbeiter ein. Doch den Schwarz-Arbeitgebern drohen darauf Beitragsnachzahlungen für die vergangenen vier Jahre, Bußgelder und gegebenenfalls Schadensersatzansprüche der Unfallversicherung für entstandene Behandlungs- und Reha-Kosten sowie eventuelle Rentenzahlungen. Wer den Minijob rechtzeitig anmeldet, kann das vermeiden. Zudem erstattet die Minijob-Zentrale den Arbeitgebern einen großen Teil der Lohnfortzahlung, wenn die Haushaltshilfen krank sind.
 

5.000 Euro Geldbuße für Schwarzarbeit


Wer seine Hilfe nicht anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dafür drohen Geldbußen – bis zu 5.000 Euro.
 

Rentenansprüche für den Jobber


Die Zeit des Minijobs gilt nun in der Regel bei der Rentenversicherung als normale Versicherungszeit und sichert den Beschäftigten alle Leistungen der Rentenkasse. Dafür müssen die Minijobber allerdings auch ihren eigenen Beitrag an die Rentenversicherung abführen: Das sind knapp 14 Prozent ihres Arbeitsentgelts.


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ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“.

Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".

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