Schulden Wann Ehepartner füreinander haften

Annette Jäger
von Annette Jäger
12.07.2013
Auf einen Blick

Auch in der Ehe ist jeder für seine Schulden selbst verantwortlich. In manchen Fällen aber haftet auch der Ehepartner. Vor allem Frauen sind oft zu gutgläubig.

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Häufig unterschreibt die Ehefrau den Kreditvertrag des Gatten, um dessen Firma zu retten. Doch dann haftet sie auch für die Begleichung der Schulden. Meist machen solche Konstellationen erst bei einer Scheidung Ärger, hat Karola Schlüter-Oelkers, Fachanwältin für Familienrecht aus Hüttenberg, erfahren.

Grundsätzlich aber gilt: nur weil man verheiratet ist, heißt das nicht, dass man gegenseitig füreiander haftet. Dabei ist es ganz gleich, ob das Ehepaar im Modell der Zugewinngemeinschaft zusammenlebt oder sich für die Gütertrennung entschieden hat. Wenn einer der Ehegatten finanzielle Verbindlichkeiten allein in seinem Namen eingegangen ist, ist der andere Ehegatte fein raus. „Oft drängen die Banken aber darauf, dass der andere die Bürgschaft unterschreibt“, sagt Schlüter-Oelkers. Mit der eigenen Unterschrift sollte man sehr zurückhaltend sein.
 

Problem: Gemeinsames Bankkonto

Knifflig kann es auch bei einem gemeinsamen Bankkonto werden: Sind beide Ehegatten Kontoinhaber, haften auch beide gleichermaßen, wenn das Konto überzogen wird. Ist nur ein Ehegatte Inhaber, der andere hat aber nur eine Vollmacht, die vollen Zugriff ermöglicht, haftet der Kontoinhaber alleine.

Das gilt bei Scheidung und Erbfall

Auch im Erbfall können Schulden zu einem Nachteil des Hinterbliebenen werden. Vorhandene Schulden zum Zeitpunkt des Todes müssen aus der Erbmasse beglichen werden. Ist bereits absehbar, dass die Schulden immens sind und möglicherweise deshalb die gemeinsame Immobilie verkauft werden muss, kann der Hinterbliebene das Erbe ausschlagen. „Dazu hat er sechs Wochen ab Kenntnis der Erbschaft Zeit“, sagt Anwältin Schlüter-Oelkers.

Nicht selten kommt es aber vor, dass der Erbe gar keine Kenntnis von den Schulden des Partners hat. Dann gibt es eine böse Überraschung, wenn man das Erbe bereits angetreten hat. Wenigstens kann aber die Haftung auf den Nachlass beschränkt werden: Ist das Erbe aufgebraucht und sind die Schulden noch immer nicht beglichen, muss der Hinterbliebene den Rest nicht aus seinem eigenen Vermögen bestreiten. Diese Variante kann aber nur zum Einsatz kommen, wenn eine sogenannte Nachlassverwaltung oder das Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet ist. Trotzdem kann es dazu kommen, dass eine gemeinsame Immobilie verkauft werden muss, weil aus dem Eigentumsanteil des Verstorbenen die Schulden beglichen werden müssen.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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