Sportunfälle Wenn die Freizeit Ihren Job gefährdet

Sportunfälle Wenn die Freizeit Ihren Job gefährdet

von Horst Peter Wickel
24.11.2016
Auf einen Blick
  • Sport ist gut als Ausgleich zum Beruf.
  • Doch der Arbeitgeber muss in der Freizeit seiner Angestellten nicht alles akzeptieren.
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Haben Sie sich  am Wochenende beim Sport verletzt? Dann müssen Sie sich bei der Arbeit eben krankmelden. Aber Vorsicht - Zwar haben Sie im Krankheitsfall dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber, aber dieser Anspruch entfällt, wenn Sie Ihre Arbeitsunfähigkeit selbst verschuldet haben.

Nach Urteilen des Bundesarbeitsgerichts (BAG) handelt ein Freizeitsportler schuldhaft, wenn er sich deutlich über seine Kräfte und Fähigkeiten hinaus sportlich betätigt und dadurch gesundheitliche Schäden erleidet. Ein Selbstverschulden liegt nahe, wenn untrainierte und unerfahrene Menschen eine für sie anspruchsvolle Sportart betreiben, also beispielsweise an einem Marathonlauf oder einem hochalpinen Bergsteigen teilnehmen. Aber der Arbeitgeber muss Ihnen im Streitfall diese Selbstüberschätzung beweisen.

Wenn Sie selbst schuld am Unfall sind

Bei verbreiteten Sportarten wie Fußball oder Skifahren lehnen Gerichte solche Schuldzuweisungen in der Regel ab, aber es gibt Ausnahmen. Wenn beispielsweise ein Ski-Anfänger die „schwarze Piste“ hinunterrast, gehen Richter schon von Selbstüberschätzung aus. Und das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Az.: 4 Sa 53/86) hat auch schon mal entschieden, dass ein Selbstverschulden beim Fingerhakeln vorliegen kann, wenn der Teilnehmer über besonders schwache und verletzungsanfällige Fingerknochen verfügt.

Ein Verschulden kann Sie auch treffen, wenn Sie in besonders grober Weise und leichtsinnig gegen anerkannte Regeln der Sportart verstoßen, also beim Skifahren neben der Piste den Berg herunterrasen oder beim Eishockey ohne Helm spielen. In solchen Fällen kann der Arbeitgeber die Fortzahlung von Lohn oder Gehalt verweigern.

Welche Sportarten als gefährlich gelten

Darüber hinaus gelten Sportverletzungen als selbst verschuldet, die sich Arbeitnehmer bei besonders gefährlichen Sportarten zuziehen. Aber ganz einfach darf sich ein Arbeitgeber das nicht machen – nach der aktuellen Rechtsprechung reicht es nicht, wenn er lediglich auf hohe Unfallzahlen bei der jeweiligen Sportart hinweist. Auch die landläufige Bezeichnung als „Extremsportart“ reicht als Beweis nicht aus.

So hat das BAG (Az.: 5 AZR 601/75) Amateurboxen als keine besonders gefährliche Sportart angesehen, wenn es unter ständiger Betreuung eines Trainers ausgeübt wird. Das Arbeitsgericht Hagen hat hingegen in einem anderen Fall (Az.: 4 Ca 648/87) Kickboxen aufgrund der erlaubten, aber gefährlichen Techniken als gefährlich eingestuft.

Sogar eine Kündigung ist möglich

Bei häufigen Sportverletzungen droht Ihnen sogar die Kündigung, wenn die Fehlzeiten ein unzumutbares Ausmaß erreichen. Das hängt nicht von der Zahl der Fehltage ab, sondern von der Prognose, ob Sie Ihre Arbeitspflichten künftig erfüllen können. Bei regelmäßigen Sportverletzungen, so meinen Arbeitsrechtler, ist vor allem entscheidend, ob Arbeitnehmer ernsthaft vom Sport Abstand nehmen, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Der Arbeitgeber muss in solchen Fällen auch nachweisen, dass die bisherigen und zu erwartenden Sportunfälle das Unternehmen erheblich wirtschaftlich belasten oder die betrieblichen Abläufe beeinträchtigen.

Private Unfallversicherung ist auf jeden Fall sinnvoll

Laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ereignen sich jährlich rund 1,5 Millionen Sportunfälle – davon die Hälfte beim Fußball, dem liebsten Freizeitsport der Deutschen. Bei einem Unfall in der Freizeit zahlen die Krankenkassen zwar die Behandlung – die Folgekosten sind aber nicht abgesichert. Deshalb sollten Sie als Hobbysportler auf ausreichenden Versicherungsschutz, auch für den Fall der Invalidität, achten.

Selbst wer auf der Suche nach dem Adrenalin-Kick an einer Rafting-Tour teilnimmt, Tauchen geht oder bei einem Bungee-Sprung seine Grenzen austestet, ist - wenn er über eine private Unfallversicherung verfügt - dabei vor den Unfallfolgen geschützt. Entgegen vieler Meinungen sind nämlich laut GDV-Angaben auch Unfälle bei Extremsportarten über die entsprechenden Policen abgesichert – wer sich verletzt, erhält somit auch die vertraglich vereinbarten Leistungen.

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