Steuererklärung, Werbungskosten

Steuererklärung 2015 Die Anlage N: Werbungskosten bringen Geld

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
19.04.2016
Auf einen Blick

Sind Sie als Arbeitnehmer beschäftigt, sollten Sie die Anlage N akribisch ausfüllen. Vor allem mit den Werbungskosten lassen sich Steuern sparen.

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Die Anlage N zur Steuererklärung ist für Sie als Arbeitnehmer besonders wichtig. Denn mit den auf Seite 2 und 3 einzutragenden Werbungskosten können Sie richtig Geld sparen. Das lohnt sich allerdings nur dann, wenn Sie Kosten von mehr als 1.000 Euro zusammenbringen. Denn jeder aktive Arbeitnehmer erhält automatisch einen Pauschbetrag in dieser Höhe ohne weiteren Nachweis. Sind Sie Pensionär oder Betriebsrentner, gibt es für Sie den abgespeckten Pauschbetrag von 102 Euro, wenn Sie keine höheren Werbungskosten nachweisen.

Mit der Pendlerpauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer (Zeilen 31-39) schaffen Sie bereits bei 220 Arbeitstagen und einem Arbeitsweg von 16 Kilometern leicht den Sprung über den Pauschbetrag.

Tipp: Die Pauschale können Sie sogar als Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft in Ihrer Steuererklärung ansetzen. Alle Mitfahrer haben diese Möglichkeit.

Kosten für Firmenwagen in der Steuererklärung geltend machen

Haben Sie als Arbeitnehmer einen Firmenwagen, den Sie auch für private Zwecke nutzen und diesen geldwerten Vorteil nach der Ein-Prozent-Regel versteuern, können Sie nach einem aktuellen Urteil des Finanzgericht Düsseldorf vom 4.12.2014 (Az. 12 K 1073/14 E) sämtliche selbst getragene Benzinkosten für das Fahrzeug in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das letzte Wort in diesem Streit wird allerdings noch der Bundesfinanzhof haben (Az. VI R 2/15).

Tipp: Wenn Sie keine Tankquittungen aufgehoben haben, dürfen Sie die Benzinkosten schätzen.

Mitgliedsbeiträge für Gewerkschaften und Berufsverbände sind in voller Höhe gegen Nachweis als Werbungskosten absetzbar (Zeile 40). Ausgaben für Arbeitsmittel (Werkzeuge, Computer, Büromaterial, Fachbücher, Büromöbel, Berufskleidung) sind bis zu Anschaffungskosten von 410 Euro netto sofort absetzbar, darüber muss der Kaufpreis auf die Nutzungsdauer des Gegenstandes abgeschrieben werden – bei Laptops über drei Jahre.

Tipp: Für Arbeitsmittel gibt es eine interne „Nichtbeanstandungsgrenze“ von 110 Euro. Bei Kosten bis zu dieser Höhe (Zeilen 41/42) fragt kein Finanzbeamter mehr nach und hakt die geltend gemachten Aufwendungen ab.

Diese Werbungskosten können Sie ohne Nachweis absetzen

  • Auch ohne Nachweise gehen beim Finanzamt einige Kosten durch (Zeile 46-48). So sind Bankgebühren für das Gehaltskonto jährlich mit 16 Euro pauschal als Werbungskosten steuerlich absetzbar.
  • Kosten für Bewerbungen nur in nachgewiesener Höhe. Haben Sie keine Belege mehr, schätzen Sie die entstandenen Kosten (Finanzgericht Köln, Az. 7 K 932/03). Aufwendige Bewerbungsmappen veranschlagen die Juristen mit 8,70 Euro, einfache Internet-Bewerbungen noch mit 2,60 Euro.


Doppelter Haushalt: Auch die Kosten einer Zweitwohnung am Arbeitsort lassen sich als Werbungskosten geltend machen: Mietaufwendungen bis maximal 1.000 Euro monatlich, Verpflegungspauschalen in den ersten drei Monaten sowie 0,30 Euro je Entfernungskilometer für Familienheimfahrten am Wochenende.

Tipp:
Ermitteln Sie Ihre Kosten für die doppelte Haushaltsführung mit dem Biallo-Rechner Doppelhaushalt.


Feiern mit dem Fiskus

Selbst die Abschiedsfeier bei einem Arbeitgeberwechsel dürfen Sie in voller Höhe als Werbungskosten absetzen (Urteil des Finanzgerichts Münster vom 29.5.2015 (Az. 4 K 3236/12 E). Bedingung: Zu der Feier waren nur Kollegen und Geschäftspartner geladen. Auch anteilige Werbungskosten bei einer Geburtstagsfeier mit Kollegen im Gästekreis können Sie geltend machen (Urteil des BFH vom 8. Juli 2015, Az. VI R 46/14).

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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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