Die Uhr für mehr Gehalt tickt

Steuerfreibetrag eintragen Die Uhr für mehr Gehalt tickt

Max Geißler
von Max Geißler
13.10.2016
Auf einen Blick

Sparfüchse wissen: Mit einem eingetragenen Steuerfreibetrag landet mehr Gehalt auf dem Konto. Wann lohnt sich das und wie beantrage ich den Freibetrag?

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Steuerzahler können ohne viel Aufwand für Ihre persönliche Gehaltserhöhung sorgen. Das geht ganz einfach: Beantragen Sie dazu einen individuellen Freibetrag beim Finanzamt. „Entstehen Ihnen mehr als 600 Euro abzugsfähige Kosten im Jahr, ist häufig ein Vorwegabzug möglich“, heißt es bei der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH). Bei Werbungskosten, die mit dem Beruf zusammenhängen, sind Ausgaben von mehr als 1.000 Euro nötig.

Beispiel: Sie fahren täglich 35 Kilometer zur Arbeit. In diesem Fall können Sie 30 Cent je Entfernungskilometer beim Finanzamt geltend machen. Der Fiskus erkennt 220 Arbeitstage im Jahr an, dadurch summiert sich das Kilometergeld auf 2.310 Euro. 1.000 Euro davon berücksichtigt der Fiskus automatisch als Arbeitnehmerpauschbetrag, die restlichen 1.310 Euro können Sie zusätzlich absetzen.

Lassen Sie diesen Betrag als Steuerfreibetrag in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Elstam) aufnehmen, erhöht sich sofort Ihr Nettogehalt. Der Freibetrag wird dann auf die einzelnen Monate im Restjahr verteilt. Geben Sie das Kilometergeld hingegen erst in der Steuererklärung an, erfolgt die Erstattung rückwirkend, und zwar frühestens Mitte des kommenden Jahres.

Auch Vermieter genießen Steuerfreibeträge

Interessant sind auch Werbungkosten, die Vermietern entstehen. So sind beispielsweise die Zinsen für den Immobilienkredit, die Ausgaben für Handwerker sowie sonstige Hausnebenkosten steuerlich absetzbar. Auch für Unterhaltszahlungen oder für Kinderbetreuungskosten lässt sich ein individueller Freibetrag eintragen. Freigestellt werden in diesem Fall zwei Drittel der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro. Das Kind darf allerdings das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Beispiel: Angenommen Sie zahlen 3.000 im Jahr für den Kita-Platz, dann ermöglicht das Finanzamt einen Freibetrag von 2.000 Euro. Beim Lohnsteuerabzug wird zunächst der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro im Jahr gegengerechnet, unterm Strich sinkt Ihr zu versteuerndes Einkommen um 1.964 Euro im Jahr.

So beantragen Sie den Freibetrag

Jeweils bis zum 30. November des Jahres können Sie einen Freibetrag für das laufende Jahr beim Finanzamt eintragen lassen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe empfiehlt, den Freibetrag noch im Oktober anzumelden, denn dann bleibt vom Weihnachtsgeld im November mehr übrig. „Je nachdem, wie hoch der persönliche Freibetrag ist, kann das Weihnachtsgeld sogar ganz ohne Lohnsteuerabzüge auf das Konto überwiesen werden“, betont Christina Georgiadis vom VLH.

Biallo-Tipp: Wenn sich dank eines Steuerfreibetrags Ihr Nettolohn erhöht, erhöhen sich auch andere staatliche Leistungen, zum Beispiel das Elterngeld.

Für die Beantragung des Freibetrags gibt es zwei Formulare, entweder beim Finanzamt vor Ort oder auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen: www.formulare-bfinv.de. Das Formular mit dem Titel "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung" ist für alle, die entweder erstmals oder aber einen höheren Freibetrag als im Vorjahr beantragen. Die Angaben müssen allerdings glaubhaft dargestellt und mit Nachweisen untermauert werden. Das andere Formular mit dem Titel „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ füllen all jene aus, die einen Freibetrag in gleicher Höhe wie im Vorjahr beantragen wollen oder wenn sich die Anzahl der Kinder geändert hat.

Biallo-Tipp: Die Freibeträge müssen seit 2015 nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre beantragt werden.

Freibetrag verpflichtet zur Abgabe der Steuererklärung

Beantragen Sie einen Steuerfreibetrag, sind Sie im Folgejahr zur Abgabe der Einkommensteuer verpflichtet. Das klingt zunächst nach lästiger Pflichtarbeit, kann aber weitere Vorteile bringen. Schließlich kommen im Lauf des Jahres häufig weitere, steuerlich absetzbare Kosten hinzu. Umgekehrt gilt: Entspricht der eingetragene Freibetrag nicht mehr der Realität, müssen Sie dies unverzüglich dem Finanzamt mitteilen.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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