Steuersparmodell Familie Verträge mit Angehörigen lohnen sich

Steuersparmodell Familie Verträge mit Angehörigen lohnen sich

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
02.09.2016
Auf einen Blick

Geschäfte zwischen nahen Angehörigen bieten bei richtiger Ausgestaltung enorme Sparchancen für die ganze Familie. Lohnende Varianten und ihre Durchführung.

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Schrift

Grundsätzlich steht es Verwandten frei, ihre Rechtsverhältnisse untereinander so zu gestalten, dass diese steuerlich möglichst günstig sind.

Vertrag - machen Sie es besser schriftlich

Ein schriftlicher Vertrag ist dabei oft keine Pflicht. Marc Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bundes (DMB) empfiehlt aber unter Angehörigen aus Beweisgründen die Schriftform, da der Steuerpflichtige bei einem Streit mit dem Finanzamt die Feststellungslast trägt. „Die Verträge dürfen jedoch nicht einfach rückdatiert werden, da sie sonst nichtig sind und außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung droht“, sagt Tenbieg.

Das müssen Sie grundsätzlich wissen: Die Vereinbarungen - und wie sie umgesetzt werden - haben dem zu entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Bei einer Vermietung erfordert das die laufenden Mietüberweisungen, bei einem Arbeitsverhältnis die Lohn- und Sozialabgaben oder bei einem Darlehensnehmer die Tilgung und die Zinszahlungen für den Kredit. Gerade bei der finanziellen Abwicklung prüfen die Finanzbehörden sehr genau, ob die Abläufe wie mit einem Fremden stattfinden.

Mietverhältnisse: Auf die Nettomiete kommt es an

Vermieten Sie beispielsweise eine Eigentumswohnung an Ihren Sohn, profitieren beide – auf der einen Seite sparen Sie Steuern und auf der anderen Seite er Mietkosten. Ihr Mietvertrag muss die üblichen Angaben wie Mietobjekt, Dauer des Mietverhältnisses, Mietzins, Betriebskosten und Kündigungsfristen enthalten. Mit einem Mustermietvertrag sind Sie hier auf der sicheren Seite. Mietzins sowie Nebenkosten sind aus den Mitteln des Mieters zu zahlen!

Aktuell gilt hier: „Beträgt die vereinbarte Nettomiete 66 Prozent oder mehr des ortsüblichen Preisniveaus für vergleichbaren Wohnraum, so erkennt das Finanzamt ohne großes Prozedere alle Werbungskosten voll an“, sagt die Münchener Steuerberaterin Erika Wacher. Liegt die vereinbarte Nettomiete unter 66 Prozent des örtlichen Preisniveaus, so kann der Vermieter die Werbungskosten nur anteilig in dem Verhältnis steuerlich absetzen, in dem die vereinbarte Miete zur ortsüblichen Miete steht.

Arbeitsverträge innerhalb der Familie lohnen sich besonders

Profitabelster Effekt bei Arbeitsverträgen – alle Gehaltszahlungen bleiben in der Familie. Beispiel 450-Euro-Minijob: Der Unternehmer-Ehegatte darf das Gehalt an seinen angestellten Ehepartner in Höhe von bis zu 5.400 Euro pro Jahr sowie die pauschalen Abgaben von rund 1.670 Euro als Betriebsausgaben abziehen. Der Minijob-Ehepartner muss dieses Gehalt jedoch in seiner Steuererklärung nicht angeben und versteuern.

Die Gehaltszahlung führt gerade beim Minijob zu einer echten Minderung des zu versteuernden Einkommens. Grundsätzlich übertreiben dürfen Sie es bei Arbeitsverträgen jedoch nicht. „Das Gehalt muss schon im üblichen Rahmen bleiben und der Qualifikation des Partners entsprechen“, rät Steuerberaterin Wacher. Lassen sich Leistung und Gegenleistung nicht plausibel belegen, ist die Anerkennung als Betriebsausgaben gefährdet. Gibt es bei Ihnen keine vergleichbare Position im Betrieb, so sollte das Gehalt den Maßstäben anderer Arbeitgeber in der Region entsprechen.

Günstig Geld leihen innerhalb der Familie

Auch Darlehensverträge mit Angehörigen unterliegen dem Fremdvergleich. Das heißt, die Ausgestaltung und die Durchführung Ihrer vertraglichen Vereinbarungen müssen dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Steuervorteile ergeben sich für Sie hier, wenn das kreditgebende Familienmitglied die Zinseinnahmen nicht oder nur gering versteuern muss. So lassen sich zum Beispiel innerhalb der Familie Sparerpauschbeträge (2016: 801 Euro / Verheiratete 1.602 Euro) nutzen.

Biallo-Tipp:
Bei Verträgen mit Darlehensgewährung in Verbindung mit Kindern sollten Sie zur Sicherheit immer steuerlichen Rat einholen. Insbesondere bei Verträgen mit minderjährigen Angehörigen erlangen diese Verträge erst Wirksamkeit mit der Bestellung eines Ergänzungspflegers (§ 1909 BGB).

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Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
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bis 5,25%
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2,20%
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Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 36 Monate
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Fritz Himmel
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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