Studenten und Minijobs Neue 450-Euro-Grenze zählt nicht beim Bafög

Studenten und Minijobs Neue 450-Euro-Grenze zählt nicht beim Bafög

Rolf Winkel
von Rolf Winkel
19.09.2013
Auf einen Blick

Seit Anfang 2013 dürfen Minijobber 450 statt 400 Euro verdienen. Für Studenten, die Bafög bekommen, zählt diese Grenze jedoch nicht.

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Der Bafög-Satz wurde zuletzt 2010 angehoben. Seitdem lässt eine neuerliche Erhöhung auf sich warten. Entsprechend wichtig ist für viele Studenten ihr Minijob. Doch während Minijobber seit 2013 monatlich 450 Euro – statt bisher 400 Euro – steuer- und sozialversicherungsfrei hinzuverdienen dürfen, wurden die Regeln beim Bafög nicht angepasst. Entsprechend dürfen Studenten weiterhin nur 407 Euro hinzuverdienen. Andernfalls wird die Bafög-Zahlung gekürzt.

Jobbt ein Student in den Semesterferien mehr und während der Vorlesungen weniger, ist das aber nicht schlimm – solange der Schnitt stimmt. Entscheidend ist, wie hoch der Hinzuverdienst im Bewilligungszeitraum ausfällt. Normalerweise wird Bafög für ein Jahr bewilligt – von Oktober bis September des folgenden Jahres. Innerhalb dieses Zeitraums dürfen Studenten normalerweise höchstens 4.888 Euro brutto verdienen, ohne dass sie Einbußen beim Bafög haben. Das sind im Durchschnitt 407 Euro pro Monat. Ob sie diese Summe innerhalb von zwei oder zwölf Monaten erarbeiten, ist unerheblich.


Höhere Freibeträge für Studenten mit Kindern

Höhere Freibeträge gelten für Studenten, die verheiratet sind oder Kinder haben. Außerdem gibt es eine Härtefallregelung, die greift, wenn über das höhere Einkommen besondere Ausbildungskosten gedeckt werden sollen – beispielsweise für eine Privatschule.

Wenn das Bafög-Amt prüft, ob die Hinzuverdienst-Grenzen eingehalten wurden, interessiert sie nur das steuer- und sozialversicherungspflichtige Einkommen. Gewährt der Chef Gehalts-Extras zusätzlich zum normalen Lohn, werden diese nicht berücksichtigt.
 

Nebenjob und Bafög - drei Tipps für Studenten

  1. Vor der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag sollten Studenten das Bafög-Amt besuchen. Dort können sie sich ausrechnen lassen, wie viel sie ohne Bafög-Kürzung hinzuverdienen dürfen.
     
  2. Studenten, die mehr hinzuverdienen möchten, als es die Bafög-Regelungen erlauben, können ihren Chef nach steuer- und sozialversicherungsfreien Gehalts-Extras fragen. Das können beispielsweise Waren- oder Benzingutscheine im Wert von 44 Euro im Monat.
     
  3. Nicht mogeln! Beim Bafög-Antrag müssen Studenten die voraussichtlichen Einkünfte im Bewilligungszeitraum angeben. Dabei bringt es nichts, sie "zu niedrig" anzusetzen. Ansonsten müssen sie später das zu viel erhaltene Bafög zurückzahlen.
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ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“.

Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".

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