Geringfügige Beschäftigung Was Sie über Minijobs wissen sollten

Geringfügige Beschäftigung Was Sie über Minijobs wissen sollten

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
12.05.2016
Auf einen Blick

Ein beliebtes Beschäftigungsverhältnis bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmern ist der Minijob. Was Sie 2016 bei Alt- und Neuverträgen beachten sollten:

Artikelbewertung
Schrift

Die Regierungskoalition hat bereits 2013 die bis dahin abgabenfreie geringfügige Beschäftigung von 400 Euro auf 450 Euro erhöht. Außerdem sind seitdem alle neuen Minijobs rentenversicherungspflichtig. Bis dato gibt es in Deutschland bereits über sieben Millionen Minijob-Verhältnisse, davon allein im gewerblichen Bereich rund 6,8 Millionen.

Welche Auswirkungen bei Minijobs hat die Erhöhung auf 450 Euro?

Sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bedeutete die Anhebung um 50 Euro vor allem erst einmal mehr Flexibilität. Grundsätzlich ist in solchen Fällen bei Dauerarbeitsverhältnissen ja der Durchschnittsverdienst aus zwölf Monaten entscheidend. Für beide Seiten bietet die Erhöhung somit den Vorteil, dass verstärkt in monatlich unterschiedlichem Umfang gearbeitet werden kann, ohne dabei gleich befürchten zu müssen, dass sich dadurch sofort die versicherungsrechtlichen Beurteilung ändert.

Zusätzlich kann das Einkommen in zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres unvorhergesehen die 450-Euro-Grenze überschreiten.Aber Vorsicht: Der neue gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde gilt - wo relevant - auch bei Minijobs. Somit ist die 450-Euro-Grenze schneller erreicht. Wird die Grenze überschritten, drohen ganz reguläre Sozialversicherungsabgaben. Das könnte bedeuten, dass am Ende weniger Geld übrigbleibt!

Was gilt für Minijobs jetzt bei der Rentenversicherung?

Vor 2013 waren Minijobs grundsätzlich rentenversicherungsfrei. Nur auf Wunsch und durch freiwillige Aufstockung mit Zusatzbeiträgen bestand für den Minijobber die Möglichkeit, den vollen Versicherungsschutz mit allen Leistungen der Rentenversicherung zu erhalten.
Das ist mittlerweile anders – die Regel umgekehrt.

Als Minijobber sind Sie bei Neuverträgen jetzt  grundsätzlich voll in der Rentenversicherung abgesichert und erhalten so unter anderem auch Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente und Riester-Förderung. Dafür müssen Sie beispielsweise den Rentenversicherungsbeitrag des gewerblichen Arbeitgebers von pauschal 15 Prozent aus eigenen Mitteln aufstocken.

Da 2016 ein Beitragssatz bei der Rentenverversicherung von 18,7 Prozent gilt, zahlen Sie als Minijobber somit nur 3,7 Prozent selbst dazu und sichern sich so vollwertige Pflichtbeitragszeiten. Maximal wären das dann 16,65 Euro monatlich bei einem 450-Euro-Verdienst.

Nur wenn Sie dies als Arbeitnehmer - also als Minijobber selbst - ausdrücklich nicht wünschen, können Sie einen Antrag auf Versicherungsfreiheit stellen. Dann bleibt es weiterhin nur bei der pauschalen Abgabe des Arbeitgebers. Dieses neue Modell ist für alle Neuverträge ab 2013 gültig. Altverträge sind davon nicht automatisch betroffen - diese Minijobber können aber durch eigene Aufstockung ebenfalls die neuen Vorteile mit nutzen.

Für Minijobber in privaten Haushalten gilt das gleiche Prinzip. Sie müssten hier wegen des geringeren Fünf-Prozent-Pauschalbeitrags des Arbeitgebers allerdings 13,7 Prozent selbst dazu zahlen, um auf den vollen Rentenbeitragssatz von 18,7 Prozent zu kommen.

Vorteile bei der Riester-Rente auch 2016 voll nutzbar

Das Aufstocken lohnt sich: Haben Sie als Minijobber zum Beispiel keine weiteren Einnahmen, so brauchen Sie lediglich 60 Euro in einen Riester-Vertrag zu investieren, um die jährliche Grundförderung von 154 Euro zu erhalten. Für jedes Kind gibt es zusätzlich 185 Euro bzw. für ab 2008 Geborene sogar 300 Euro jährlich oben drauf. Eine Frau mit einem dreijährigen Kind bekäme so durch Ihren Minijob vom Staat 454 Euro im Jahr für ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt.

Hier lesen Sie mehr zum Thema Riester: Warum sie zum Beispiel Ihre betriebliche Altersvorsorge besser nicht damit verbinden, ob sich Riester auch für Selbstständige lohnt und was Sie beachten sollten, wenn der Ehegatte in Rente geht.

Im Anschluss an diesen Artikel finden Sie Angebote für Berufsunfähigkeitsversicherungen - die sich auch für Minijobber lohnen:

3
Berechnungsgrundlage/Modellfall: 
Ihre Meinung ist uns wichtig
Fritz Himmel
Fritz Himmel
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: