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24.02.2016 11:14

Arbeitszimmer & Steuern Kein Raum für Privates

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Erledigen Sie Berufliches von zu Hause aus, können Sie den Fiskus an den Kosten des häuslichen Arbeitszimmers nur dann beteiligen, wenn Sie das Heimbüro nahezu ausschließlich beruflich nutzen.
Arbeitszimmer & Steuern Kein Raum für Privates
Nur wer sein häusliches Arbeitszimmer überwiegend beruflich nutzt, kann die Kosten bei der Einkommenssteuer geltend machen
Diese strengen Vorgaben hat der Bundesfinanzhof in einem Ende Januar veröffentlichten Urteil vom 27.7.2015 (GrS 1/14) ausdrücklich bestätigt. Zuvor hatten einige Finanzgerichte der Länder bei vielen Steuerzahlern Hoffnungen geweckt, dass das Finanzamt die Kosten für ein Arbeitszimmer zumindest anteilig anerkennen müsse, auch wenn es privat mit genutzt wird. Das Finanzgericht Köln hatte sogar die Kosten für eine im Wohnbereich eingerichtete Arbeitsecke steuerlich anerkannt. Der Bundesfinanzhof kassierte jetzt diese steuerzahlerfreundlichen Urteile wieder ein – es bleibt bei der harten Gangart der Finanzämter. Ein Arbeitszimmer muss als abgeschlossener Raum wie ein Büro eingerichtet sein und nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden. Nur eine geringe private Mitbenutzung von weniger als zehn Prozent ist unschädlich. Durchgangszimmer oder Arbeitsecken akzeptiert das Finanzamt nicht.

Manche Berufsgruppen im Vorteil

Wer diese Vorgaben erfüllt, kann die Kosten eines Arbeitszimmers bis zu einem Höchstbetrag von 1 250 Euro jährlich steuerlich absetzen, wenn er eine weitere Bedingung erfüllt: Ihm darf in seiner Firma für die Ausübung seiner Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Im Vorteil sind deshalb vor allem Berufsgruppen wie Lehrer, Richter, Journalisten, Musiker, Gutachter oder Außendienstler. Aber auch ein Betriebsprüfer des Fiskus kann seine Arbeitszimmerkosten abrechnen, weil er sich mit sieben Kollegen drei Arbeitsplätze im Amt teilen musste. Entscheidend war, dass die drei Plätze für die Prüfer nicht ausreichen, um ihre Innendienstarbeiten zu erledigen. Eine zeitliche Abstimmung auf einen freien Schreibtisch war nicht möglich (BFH, Az. VI R 37/13).
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Arbeiten fern der Familie. Viele Kosten der dadurch nötigen doppelten Haushaltsführung können steuerlich geltend gemacht werden.
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Foto(s): Falko Matte/Fotolia.com
Tipp: Dokumentieren Sie fürs Finanzamt, dass Sie wegen Ihrer Arbeit auf Ihr Arbeitszimmer zuhause angewiesen sind – auch als Arbeitsuchender. Hat Ihr Chef Sie aus räumlichen oder organisatorischen Gründen dazu aufgefordert, daheim zu arbeiten? Dann legen Sie den Schriftverkehr vor. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 11.8.2015 (Az. 3 K 1544/13) entschieden, dass eine allein erziehende Mutter die Kosten für einen häuslichen Telearbeitsplatz steuerlich abrechnen darf.
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Voller Abzug ist die Ausnahme

Ist das Arbeitszimmer Mittelpunkt der gesamten beruflichen Arbeit, darf das Finanzamt die Kosten aber nicht auf 1 250 Euro im Jahr kappen. Alle Ausgaben sind dann grenzenlos Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Das gilt auch für einen außerhalb der Wohnung angemieteten Arbeitsraum. Maßgeblich ist dafür der inhaltliche (qualitative) Schwerpunkt der beruflichen und betrieblichen Betätigung des Steuerzahlers. Deshalb darf ein Handelsvertreter im Lebensmittelvertrieb die Kosten seines Arbeitszimmers voll abziehen (Urteil des FG Münster, Az. 5 K 980/12 E). Der Mann war entweder im Außendienst beim Kunden oder er wertete in seinem Arbeitszimmer die Bestellungen der Kunden aus, erstellte daraus individuelle Angebote für sie oder aquirierte von dort neue Kundschaft.
 

Was Sie absetzen können

Erkennt das Finanzamt das Arbeitszimmer an, können Berufstätige folgende Kosten geltend machen:
  • Anteilige Miete und Nebenkosten oder bei Eigentum anteilige Abschreibung für das Gebäude
     
  • Finanzierungskosten, Grundsteuer, Reparaturkosten,
     
  • anteilige Wasser- und Energiekosten, Kosten für Müllabfuhr und Schornsteinfeger sowie Hausversicherungen
     
  • Renovierungskosten für das Arbeitszimmer in voller Höhe,
     
  • Kosten für die Ausstattung wie Lampen, Teppich, Gardinen
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Tipp: Die Kosten für beruflich genutzte Möbel (Schreibtisch, Regale, Bürostuhl) und Computer zählen als Arbeitsmittel bei der Steuerabrechnung mit dem Fiskus immer mit – unabhängig, davon, ob die Beamten das Heimbüro anerkennen oder nicht.

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