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06.06.2016 09:38

Arbeitsrecht Ihre Rechte und Pflichten im Homeoffice

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Wer von Zuhause aus arbeitet, spart viel Zeit, Nerven und Geld. Davon profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Homeoffice und Arbeitsrecht - das sollten Sie wissen:
Arbeitsrecht Ihre Rechte und Pflichten im Homeoffice
Homeoffice vereinfacht es, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen.
Stau, überfüllte Busse, Regen - sicher haben Sie sich auch schon hin und wieder gewünscht, sich den Weg zur Arbeit sparen und von Zuhause aus arbeiten zu können. Die Aussicht zuhause seinen Job zu machen, ist für viele ein Motivationsfaktor. Man spart nicht nur viel Zeit, sondern arbeitet in den eigenen vier Wänden konzentrierter und mit weniger Stress, da der Druck, pünktlich am Schreibtisch zu sitzen, entfällt. Immerhin 74 Minuten sind Berufspendler im Durchschnitt täglich unterwegs, ermittelte das Statistische Bundesamt.

Viele Angestellte würden gerne ganz oder teilweise ihren Job zuhause ausüben. Und auch für den Arbeitgeber birgt das Homeoffice Vorteile - beispielsweise durch niedrigere Raumkosten und als Motivationsfaktor. Doch Gesetzgeber und Unternehmen haben das noch nicht in Verträgen und Gesetzen verankert. Das birgt für potenzielle Heimarbeiter einige Risiken. Darum sollten Sie über Rechte und Pflichten beim Homeoffice Bescheid wissen.
 
Bislang hat ein Arbeitnehmer in Deutschland keinen Anspruch auf die Verlegung der Arbeit ins Homeoffice. Das muss somit von Fall zu Fall ausgehandelt werden – und natürlich, um beide Seiten abzusichern, am besten in schriftlicher Form. Auch das Wieviel Sie zuhause arbeiten, ist Vereinbarungssache. Bedenken Sie aber bei der Planung, dass sich beide Seiten daran gewöhnen und ausprobieren müssen. Daher ist es ratsam, am Anfang vielleicht mit einem Tag anzufangen und dann nach einer Weile Bilanz zu ziehen, ob mehr geht.

Erlaubt ist erlaubt

Sind Sie und Ihr Chef unterschiedlicher Ansicht, ob die Arbeit im Homeoffice funktioniert oder nicht, kann er die Erlaubnis nicht mehr so ohne weiteres entziehen. Ein Arbeitgeber darf zwar den Standort festlegen, an dem die Arbeitsleistungen zu erbringen sind, aber er muss dabei auch die Bedürfnisse und Interessen des betroffenen Mitarbeiters berücksichtigen. Das manifestiert ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Az.: 4 Sa 404/14).

Für den Fall, dass es in Ihrem Unternehmen bereits Mitarbeiter gibt, die im Homeoffice arbeiten, ist das noch kein Garant, dass auch Sie das dürfen. Es gibt in dem Fall keinen Anspruch auf Gleichbehandlung, außer wenn diese Kollegen in derselben Abteilung wie Sie im Homeoffice arbeiten. Dann darf es einem einzigen nicht verweigert werden.

Homeoffice schriftlich vereinbaren

In dem Schriftstück zum Homeoffice sollte unter anderem festgelegt sein, wie viel Arbeitszeit Sie zu Hause maximal verbringen und wie diese Tätigkeitsphasen erfasst werden. Legen Sie auch fest, wann und wie Sie erreichbar sein müssen (telefonisch oder reicht eine E-Mail?). Wie regeln Sie das im Falle von Überstunden? Normalerweise müssen Überstunden zuvor abgesprochen und genehmigt werden. Ebenso gilt: Zu Feiertags- und Wochenendarbeiten werden keine Sonderzuschläge bezahlt, wenn Sie aus eigener Initiative den Rechner einschalten oder eine Präsentation erstellen.

Wer stellt die Ausstattung zur Verfügung?

Im Regelfall sind Sie zudem als „Heimarbeiter“ dafür verantwortlich, dass die technischen Voraussetzungen gegeben beziehungswiese ausreichend sind. Auch die Kosten für die Einrichtung und das Betreiben der Kommunikationseinrichtungen – also Internet, Telefon oder Fax – liegen bei Ihnen. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Betreibt man zu Hause einen ausgewiesenen Telearbeitsplatz, sind die Kosten Arbeitgebersache.

Zudem ist es Ihre Pflicht, dass Geräte und Mobiliar den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Das bedeutet, einen ausreichend großen Bildschirm, gutes Licht und ergonomische Möbel. Ob das eingehalten wird, kann Ihr Unternehmen überprüfen. Denn das Unternehmen steht dafür gerade, dass die Sicherheitsvoraussetzungen gegeben sind. Ihrem Vermieter müssen Sie nicht mitteilen, dass Sie zu Hause arbeiten, es sei denn, es gibt viel Publikumsverkehr oder Sie geben Ihre Anschrift als Geschäftsadresse an.

Homeoffice und Datenschutz

In den meisten Fällen zeigen sich die Unternehmen bei den Kosten und auch beim Equipment großzügig und stellen Firmenlaptops und Diensthandy. Schon aus Datenschutzgründen ist es sinnvoll, auf Firmengeräten zu arbeiten. Denn Sie sind für die Vertraulichkeit der Unterlagen, die sich in Ihren Räumen befinden, haftbar. Und es muss die Datensicherheit bei der Infrastruktur gewahrt werden, also auch die Sicherheit Ihres Computers, mindestens durch ein sicheres Passwort. Sind Sie in Ihrem Unternehmen Pionier, sollte sich intensiv vor Beginn ihrer Homeoffice-Tätigkeit mit der Sicherheitsfrage auseinandergesetzt werden.

Ein sicheres Übertragungsmedium muss her. Heute reichen da kaum noch transportable Festplatten oder USB-Sticks. Zu bevorzugen ist die Anbindung an firmeninterne Systeme: Der Mitarbeiter erhält Zugriff auf zum Beispiel E-Mail und Kalender sowie Datenbanken. Cloud-Lösungen werden von den IT-Sicherheitsbeauftragten nicht so gerne gesehen. Eine Alternative ist der Datentransfer über Virtuelle Private Netzwerke oder Remote Desktop.

Sicherheit zählt auch beim Internetzugang. Wenn Sie per WLAN Daten übers Internet schicken, müssen Sie noch mehr auf Sicherheit achten. Der Zugriff auf das interne Firmennetzwerk sollte grundsätzlich und im Interesse beider Parteien über eine gesicherte Verbindung erfolgen. In dem Punkt dürfen Sie auf keinen Fall leichtsinnig sein. Wenn Sie durch mangelnde Sicherheit einen Schaden verursachen, kann das Unternehmen Sie dafür haftbar machen und Sie teilweise an den Kosten beteiligen.

Laufende Kosten im Homeoffice

Ein weiterer Punkt, den man bei der Planung bedenken sollte, sind die laufenden Kosten beispielsweise für Materialen wie Druckerpapier oder auch Toner. Immerhin kann sich der Betrag am Ende des Jahres auf einige Hundert Euro summieren. Das gilt auch für die Leitungskosten von Telefon und Internet. Regeln Sie das mit Ihrem Arbeitgeber. Sonst tragen Sie als Arbeitnehmer die Kosten.

Pausen und Krankheit 

Überdies sind noch weitere Dinge beim Heimarbeiten zu beachten: Sie sind zuhause auch dafür verantwortlich, dass Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen einhalten. Das sind Arbeitspausen deren Zeiträume im Voraus festzulegen sind, dabei ist die Definition des Gesetzgebers zu beachten: (BAG, 23.09.1992, AP Nr. 6 zu Paragraf 3 AZO). Arbeitspausen sind vorgeschrieben. Nach Paragraf 4 Satz 1 ArbZG sind Pausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden einzuhalten, bei mehr als neun Stunden sind es mindestens 45 Minuten.

Die Ruhepausen können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden (Paragraf 4 Satz 2 ArbZG). In jedem Fall dürfen Arbeitnehmer nicht länger als sechs Stunden hintereinander ohne Ruhepause beschäftigt sein (Paragraf 4 Satz 3 ArbZG). Im Übrigen sollte die zeitliche Festlegung der Arbeitspausen möglichst an den individuellen Leistungsrhythmus angepasst werden. Schreibt Sie Ihr Arzt krank, gilt die Krankschreibung natürlich auch im Falle des Homeoffice.

Checkliste Homeoffice

Diese Punkte sollten Sie klären:
  • Von wann bis wann sind die Regelarbeitszeiten im Homeoffice?
  • Wie weisen Sie ihre Arbeitszeit nach? (Protokoll oder genaue Erfassung?)
  • An wie vielen Tagen wöchentlich darf die Arbeit von zu Hause aus erfolgen?
  • Wann müssen Sie telefonisch erreichbar sein?
  • Welche Arbeiten müssen Sie konkret zu Hause erledigen?
  • Wer stellt das Equipment zur Verfügung?
  • Wer trägt die Kosten für Telefon- und Internetgebühren/-einrichtung?
  • Wer zahlt Verbrauchsmaterialien wie Papier oder Toner?
  • Beteiligt sich das Unternehmen an der Miete?
  • Unter welchen Bedingungen hat mein Vorgesetzter Zutritt zu meinen Räumen?
 
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