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08.10.2015 16:12

Das digitale Erbe Wie Erben im Todesfall den virtuellen Nachlass bewältigen

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Was viele Erben nicht bedenken: Im Todesfall müssen sie sich auch um das digitale Erbe kümmern. Facebook, Xing, Linkedin, Twitter und Co., das Internet vergisst nichts. Darum sollten Sie regeln, was mit den Daten passiert.
Das digitale Erbe Wie Erben im Todesfall den virtuellen Nachlass bewältigen
Im Todesfall müssen sie Erben um den digitalen Nachlass kümmern
Nach einem Todesfall gilt es für die Angehörigen, den Nachlass abzuwickeln. Die Hinterlassenschaft schließt auch Laptop, Handy, Tablet & Co mit ein – und alle Daten, die der Verstorbene hinterlassen hat. Die Erben müssen entscheiden, wie damit verfahren wird. Viele der digitalen Spuren sind aber nicht nur auf den Endgeräten, sondern ein großer Teil befindet sich im Netz. Die Angehörigen haben in der Regel keine Kenntnis über die Internet-Konten und Social-Media-Aktivitäten des Verstorbenen, geschweige denn von den Passwörtern.

Darum sollte jeder noch Lebende eine Regelung treffen, was mit den Daten geschehen soll – also das digitale Erbe schriftlich dokumentieren. Das machen leider viel zu wenige. Eine Projektarbeit der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig zeigte die Ignoranz.

Fazit der Hochschul-Studie

Danach legen zwar über 70 Prozent der User großen Wert auf einen geregelten Nachlass, aber nur circa zehn Prozent haben tatsächlich ein eigenes Testament aufgesetzt.“ Erben sollten sich darüber im Klaren sein, dass im Erbfalle alle Rechte und Pflichten der im Netz bestehenden Verträge eingehen, und zwar schon bei Eintritt des Todes und ohne, dass der Erbe etwas von den Online-Beständen weiß.

Sie stehen auch für Bestellungen oder Verträge ein

Das können beispielsweise Verkäufe oder Käufe über Ebay sein oder ein Abo. Es gibt aber auch noch die andere Seite: Vielleicht ist im World Wide Web noch Vermögen geparkt, wie Guthaben beim Bezahldienst PayPal.

Passwörter sind ein Problem

Hat man da als Hinterbliebener keinen Überblick – und vor allem nicht die Zugangspasswörter – wird die Auflösung der Hinterlassenschaft kompliziert. Ein Problem stellt hier das Zusammenspiel des Erbrechts, Persönlichkeitsrechts, Urheberrechts, Fernmeldegeheimnisses, der Telekommunikationsgesetze und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der einzelnen Website-Betreiber dar. „So kann nicht alles, was digital vorliegt, auch tatsächlich im klassischen Sinne vererbt werden. Es ist nach wie vor strittig, ob eine E-Mail eines Verstorbenen auch an die Erben übergeht und ob dies erst recht für die Informationen gilt, die noch auf dem Server der Anbieter liegen. Auch der Medienbruch ist ein kritischer Punkt, denn aktuell sind nur Testamente gültig, die vom Notar beglaubigt oder handschriftlich verfasst und unterschrieben sind. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, für Klarheit und Einfachheit zu sorgen“, stellt die Studie aus Leipzig in Zusammenarbeit mit der Telekom fest.

Wenn also die Erben einen in guter Erinnerung behalten sollen, machen Sie sich zu Lebzeiten Gedanken. Voraussetzung ist skurriler Weise immer noch ein Schriftstück. „Das geht nicht per E-Mail, sondern im Falle des Testaments nur handschriftlich oder notariell“, sagt der Münchner Anwalt für Internetrecht der Kanzlei Noerr, Professor Peter Bräutigam.

Damit es in Zukunft einfacher geht, hat sich Daniel Rohnert, Projektmanager bei der Deutschen Telekom in Ulm, Gedanken gemacht. Und dafür den Wettbewerb eIdee 2014 gewonnen. Die Lösung des Fachmanns heißt „Digiment“.

Der Kern von "Digiment"

Die Telekom gibt den verifizierten (durch Sterbeurkunde) Todesfall eines Kunden in Digiment ein. Außerdem werden die angeschlossenen Partnerseiten über den Tod eines Kunden informiert, was den Hinterbliebenen das aufwändige recherchieren erspart, aber dennoch keine Hinterlegung sensibler Kundendaten (z.B. Passwörter) notwendig macht. Er war auch einer der Initiatoren der Studie der Hochschule Leipzig. Man kann nur hoffen, dass die Idee aufgegriffen wird.

Tipp: Sie möchten mehr wissen? In unserem sechseitigem Dossier informieren wir Sie detalliert zum Thema: "Das digitale Erbe: Wie Erben im Todesfall den virtuellen Nachlass bewältigen."

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Leserkommentare
13.10.2015 - von Hubert
Die Telekom und ihre Verstorbenen
Interessanter Bericht, er verschweigt jedoch etablierte Lösungen am Markt wie beispielsweise von Columba aus Berlin oder SichererAbschied.eu aus Schweinfurt. Ob die Telekom wohl weiß, das letztere Plattform aus dem eigenen Haus stammt?
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Foto: VLADGRIN / Shutterstock.com ID:11727
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