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05.06.2013 14:39

Abgeltungsteuer & alte Verlustvorträge (Teil 3) Drei Tipps, wie man den alten Verlustvortrag steuerlich verwertet

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Nur noch bis Ende 2013 können Anleger ihre Altverluste optimal in ihrer Einkommensteuererklärung verrechnen. Drei Tipps, wie Anleger unverbrauchte Verlustanteile aus Wertpapiergeschäften auch 2014 noch steuerlich geltend machen können.
Abgeltungsteuer & alte Verlustvorträge (Teil 3) Drei Tipps, wie man den alten Verlustvortrag steuerlich verwertet
Auf realisierte Kursgewinne behält die Bank zwar zunächst Abgeltungsteuer ein - die holen sich clevere Steuersparer aber über die Steuererklärung 2013 zurück
Verbleiben nach dem 31. Dezember 2013 unverbrauchte Altverluste aus Wertpapieranlagen, dürfen sie ab 2014 nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften wie dem steuerpflichtigen Verkauf von vermieteten Immobilien, Edelmetallen wie Goldbarren oder -münzen oder Antiquitäten verrechnet werden. Da die meisten Steuerzahler derartige Geschäfte nicht in größerem Stil tätigen, werden viele Altverluste damit steuerlich ungenutzt bleiben. Doch soweit muss es gar nicht kommen.
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Tipp 1: Kursgewinne steuerfrei mitnehmen

Die Börsen sind auf Sicht von zwei Jahren sehr gut gelaufen – mit vielen Aktien haben Börsianer satte Buchgewinne eingefahren. Jetzt sollte man auch mal Kasse machen. Auf realisierte Kursgewinne behält die Bank zwar zunächst Abgeltungsteuer ein. Die holen sich clevere Steuersparer aber über die Steuererklärung 2013 vom Fiskus zurück, indem sie über die Anlage KAP eine Verrechnung der Gewinne mit vorhandenen Altverlusten beantragen.

Unter dem Strich bleiben die Kursgewinne damit steuerfrei. Trauen Sie Ihren Papieren weitere Kursgewinne zu, sollten Sie dennoch verkaufen, um Potential für die Verrechnung der Altverluste zu haben. Selbst wenn Sie die Aktien am gleichen Tag wieder zurückkaufen, darf der Fiskus die Transaktion nicht als Gestaltungsmissbrauch brandmarken. Das hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 25. August 2009 (Az. IX R 60/07) entschieden.

Vorsicht: Haben Sie Aktien eines Unternehmens vor und nach dem 1. Januar 2009 gekauft, greift die sogenannte „FiFo-Methode" (First in – First out). Das Finanzamt unterstellt, dass zuerst die Aktien verkauft wurden, die am längsten im Depot lagen.

Tipp 2: Stückzinsen produzieren

Halten Sie festverzinsliche Wertpapiere, Nullkuponanleihen (Zerobonds), abgezinste Sparbriefe oder Bundesschatzbriefe Typ B in Ihrem Wertpapierdepot, können Sie aufgelaufene Zinsansprüche steuerfrei kassieren, indem sie die Papiere bereits vor dem nächsten Zinstermin 2013 verkaufen. Die bis zum Verkauf bereits verdienten Zinsen bescheinigt die Depotbank in Form von Stückzinsen als Teil des Verkaufspreises. Diese Erträge dürfen mit Altverlusten verrechnet werden.


Tipp 3: Verluste umtopfen

Mit einer besonders pfiffigen Gestaltung können erfahrene Anleger bisher ungenutzte Altverluste aus der Zeit vor 2009 auch in zeitlich unbefristet nutzbare Verluste aus Neugeschäften umtopfen.

Beispiel: Ein Anleger verfügt über noch nicht verrechnete Altverluste von 20.000 Euro. Daneben hat er frei verfügbares Sparvermögen von 200.000 Euro. Dieses Geld verteilt der Börsianer mit jeweils 100.000 Euro auf zwei Depotkonten bei verschiedenen Banken. Über das eine Depot investiert er einen Teilbetrag von 100.000 Euro in ein Zertifikat oder eine Call-Option mit hoher Hebelwirkung auf den Dax. Mit dem anderen Depot wettet er mit dem gleichen Betrag durch den Kauf eines gegenläufigen Zertifikates oder einer Put-Option auf den Dax quasi gegen sich selbst. Dann wartet er in aller Ruhe die weitere Entwicklung des Dax in 2013 ab. Steigt oder fällt der Dax in der Folgezeit in der Weise, dass sich in beiden Depots eine Wertveränderung von 20.000 Euro ergibt, werden beide Positionen auf einen Schlag glattgestellt. Die bisher ungenutzten Altverluste aus der Zeit vor 2008 kann der Investor jetzt mit dem Kursgewinn des gut gelaufenen Wertpapiers verrechnen. Die Kursverluste des Wertpapiers aus dem zweiten Depot gelten als „Neuverluste“, die zeitlich unbefristet auch nach 2013 verrechnet werden können.
Verlustverrechnung im Überblick
 
Anlagezeitraum Wertpapierkauf bis Ende 2008 Wertpapierkauf ab 2009

Anlageindizes

Verkauf innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist Anleihen, Genußscheine Fondsanteile, Zertifikate, Optionen

Aktien

Kapitalerträge

  Verrechnungstopf 1 Verrechnungstopf 2
Zinsen   X  
Stückzinsen X  
Dividenden X  
Veräußerungsgewinne/Verluste aus Wertpapiergeschäften (ohne Aktien) X  
Veräußerungsgewinne/Verluste aus Aktiengeschäften (einschließlich ADRs /GDRs)    X
Einlösung von Wertpapieren und Fondsanteilen X  
Einlösung von Aktienanleihen und Vollrisikozertifikaten durch Andienung von Aktien   X
Bezugsrechte X  
Stillhalterprämien X  
Termingeschäfte, Optionsgeschäfte, CfDs X  
Verlustverrechnung Nur über die jährliche Steuererklärung bis Ende 2013 mit Gewinnen aus Verkauf oder Einlösung von allen Wertpapieren.

Ab 2014 erfolgt eine Verrechnung nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften wie Gold, Immobilien, Antiquitäten und Kunst.
Verluste werden auch unterjährig mit anderen Kapitalerträgen wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen verrechnet – ein danach verbleibender negativer Saldo zeitlich unbeschränkt auf das neue Jahr vorgetragen Aktienverluste sind nur mit Aktiengewinnen verrechenbar. Verluste werden uneingeschränkt zeitlich vorgetragen.
   Alternative: Bis zum 15. Dezember kann man bei der Depotbank kostenfrei eine Verlustbescheinigung abrufen. Verluste werden dann über die Steuererklärung depotübergreifend mit anderen Gewinnen verrechnet – der Verlusttopf bei der bescheinigenden Bank für das Folgejahr auf 0 Euro gesetzt.
Abgeltungsteuer & alte Verlustvorträge
Teil 1: Die Uhr tickt
Teil 2: Worauf Ehepaare achten müssen
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