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08.08.2016 11:53

Haushaltshilfe und Steuern - Teil 3 Zwei Jobs – andere Regeln

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Hat eine Haushaltshilfe mehrere Minijobs, kann es für Arbeitgeber komplizierter werden. Wer eine Haushaltshilfe auf Rechnung einstellt, spart Papierkram.
Haushaltshilfe und Steuern - Teil 3 Zwei Jobs – andere Regeln
Praktisch: Haushaltshilfe auf Rechnung einstellen.
Gesonderte Spielregeln gelten für Haushaltshilfen, die sich nicht mit einem, sondern mit zwei oder mehr Minijobs über Wasser halten müssen. Für die Kranken – und Pflegeversicherung müssen die Verdienste der beiden Tätigkeiten zusammengerechnet werden. Es kann sogar sein, dass erstmals Beiträge zur Arbeitslosenversicherung fällig werden, wenn der zusammengerechnete Verdienst die Schallmauer von 450 Euro monatlich übersteigt. Auch das Finanzamt lässt sich nicht mehr mit den ansonsten fälligen zwei Prozent pauschaler Lohnsteuer abspeisen. Beide Arbeitgeber müssen den Minijob über Lohnsteuerkarte abrechnen und die normale Lohnsteuerbelastung an den Fiskus abführen.

Tipp: Wer eine Haushaltshilfe anstellen möchte, sollte sie vorher fragen, ob sie bereits einen anderen Nebenjob hat.

Festanstellung: Mehr Verdienst – mehr Aufwand

Ist die Haushaltshilfe inklusive Sozialversicherungspflicht fest angestellt, muss man sich als Arbeitgeber mit deutlich mehr Bürokratie herumschlagen. Finanzamt, Krankenkasse und Unfallversicherung verlangen eine Anmeldung der Beschäftigten. Bei der Bundesagentur für Arbeit muss der private Arbeitgeber in Eigenregie eine Betriebsnummer für sich beantragen. Die Betriebsnummer wird auf Antrag vom Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken vergeben (Telefon: 0800 4 5555 20).Verdient die Haushaltshilfe zwischen 450,01 Euro und 850 Euro, sprechen Fachleute von sogenannten Midijobs. Das Gehalt muss zwar voll versteuert werden, Vater Staat fördert die Beschäftigung im Niedriglohnsektor aber, in dem der Arbeitnehmeranteil an den Sozialabgaben nicht gleich in voller Höhe erhoben wird. Im Fachjargon nennt sich das „Gleitzonenregelung“. Bemessungsgrundlage für die Beiträge ist aber nicht der lohnsteuerpflichtige Arbeitslohn, sondern ein Betrag, der mit einer speziellen Formel erst errechnet werden muss. Wie hoch die Beiträge genau sind, können Sie mit dem Gleitzonenrechner der Knappschaft Bahn See genau ermitteln (https://www.kbs.de/DE/Service/Gleitzone/node.html). Zusätzlich verlangt das Finanzamt individuell Lohnsteuern. Als Lohn der Mühe winkt dem privaten Chef aber ein Steuerbonus von 20 Prozent der jährlichen Kosten, maximal 4.000 Euro.

Haushaltshilfe auf Rechnung einstellen

Wer im eigenen Haushalt eine hilfreiche Haushaltshilfe auf selbstständiger Basis beschäftigt, spart nicht nur jede Menge Papierkram. Bis zu einer Obergrenze von 20.000 Euro übernimmt das Finanzamt 20 Prozent der Lohnkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen. Die Finanzbeamten wollen mit der Einkommensteuererklärung einen Abrechnungsbeleg und einen Überweisungsträger sehen und spendieren dann im Steuerbescheid einen Steuerrabatt von maximal 4.000 Euro pro Jahr. Wird die Wohnung von Handwerkern renoviert, kassiert man einen zusätzlichen Steuerbonus für die Fachmänner vom Bau. Materialkosten zählen allerdings nicht mit. Bei Barzahlungen oder Deals ohne Rechnung geht der Steuervorteil allerdings in beiden Fällen flöten. Begünstigt sind Rechnungsbeträge ohne Material von bis zu 6.000 Euro pro Jahr – darauf gibt es einen Steuerrabatt von 20 Prozent – maximal also 1.200 Euro.

Mit Handwerkerleistungen und Haushaltshilfen

bis zu 5710 Euro weniger Steuern zahlen

Haushaltshilfen

Handwerkerleistungen am/im selbstgenutzten gemieteten Wohnraum

450-Euro- Minijob

Sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder auf Rechnung

Begünstigt sind jährlich Kosten von bis zu 2.550 Euro; die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der Kosten, maximal 510 Euro

Begünstigt sind jährliche Kosten von bis zu 20.000 Euro; die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der Kosten, maximal 4 000 Euro

Begünstigt sind jährliche Lohnkosten von bis zu 6.000 Euro: die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent – maximal 1.200 Euro

Quelle: § 35a Einkommensteuergesetz

Schwarz beschäftigen lohnt sich nicht

 

Haushaltshilfe mit Minijob

Schwarz beschäftigt

angemeldet

Arbeitslohn (250 Euro monatlich)

3.000,00

3.000,00

AG-Beitrag zur Krankenversicherung 5%

 

150,00

AG-Beitrag zur Rentenversicherung 5 %

 

150,00

Pauschale Lohnsteuer 2 %

 

60,00

Umlage Lohnfortzahlung (1,3 %)

 

39,00

Unfallversicherung (1,6 %)

 

48,00

Gesamtkosten

3.000,00

3.447,00

Steuerbonus (20 % der Kosten, maximal 510 Euro)

 

-510,00

Gesamtkosten nach Steuerbonus

3.000,00

2.937,00

Gespart bei Anmeldung

 

63,00

Quelle: eigene Berechnungen, alle Angaben in Euro, Werte für 2016

Haushaltshilfe und Steuern - lesen Sie auch:

Teil 1: Schwarzarbeit lohnt sich nicht
Teil 2: Was Arbeitgeber im Privathaushalt wissen müssen
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