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03.12.2010 00:03

Kindergeld 2011 Werbungskosten richtig berechnen

von Rolf Winkel Autor
2011 gilt zum letzten Mal der so genannte Jahresgrenzbetrag fürs Kindergeld: Die Sprösslinge dürfen nach dem Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und Werbungskosten nicht mehr als 8.004 Euro verdient haben. Gerade die Werbungskosten-Regelung kann dazu dienen, das Kindergeld zu retten. Doch Achtung: Nicht alle Ausgaben werden hier anerkannt. Beim Kindergeld gelten für die Werbungskosten nämlich die gleichen Regeln wie bei der Steuer.
Knapp vorbei ist auch daneben. Diese schmerzliche Fußballererfahrung mussten auch ein Vater und sein Sohn machen, als sie den Anspruch auf Kindergeld retten wollten. Um seine anrechenbaren Einkünfte unter den Jahresgrenzbetrags fürs Kindergeld zu drücken, „produzierte“ der Sohn, der als Auszubildender bei einer Bank tätig war, Ende 2004 zusätzliche Werbungskosten. Die Sache landete nach einem langen Rechtsstreit beim Bundesfinanzhof. Dieser hatte im Prinzip zwar gegen diese Vorgehensweise nichts einzuwenden. Allerdings: Die obersten Finanzrichter befanden in einem Urteil vom 15. Juli 2010 (Az.: III R 70/08), dass beim Kindergeld die gleichen Regeln wie bei der Steuer anzuwenden seien. Beim Kindergeld gehen damit nur genauso viel an Werbungskosten durch wie bei der Steuer – und das reichte im entschiedenen Fall nicht.

Die Einkünfte des bayerischen Bank-Azubi lagen 2004 knapp über dem fürs Kindergeld erlaubten Betrag. Gestattet waren damals 7.680 Euro – nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten, dabei wird die Pauschale von 920 Euro automatisch angerechnet. Heute liegt der Grenzwert für Einfüfte bei 8.004 Euro im Jahr. Wenn die Sprösslinge mehr haben, gehen die Eltern beim Kindergeld leer aus. Um das zu vermeiden, tat der Bank-Azubi Ende 2004 genau das, wozu auch biallo.de den kindergeldberechtigten Familien rät: Er tätigte zusätzliche Ausgaben, um seine Werbungskosten zu erhöhen.
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Konkret kaufte er sich für 159 Euro einen neuen Drucker für seinen PC, weil der alte kaputt gegangen war. Den Drucker benötigte er auch für seine Ausbildung. Da der Betrag dafür unter der Grenze von 410 Euro für so genannte geringwertige Wirtschaftsgüter lag, gingen Vater und Sohn davon aus, dass die kompletten 159 Euro im Jahr 2004 absetzbar seien.

Die Rechnung präsentierte der Vater dann auch der zuständigen Familienkasse. Diese erkannte sie zwar prinzipiell an. Tatsächlich wurden für 2004 jedoch nur 11 Euro an Werbungskosten zugestanden. Als geringwertiges Wirtschaftsgut wurde der Drucker nicht angesehen, weil er nicht selbstständig – unabhängig vom PC – zu nutzen sei.
Familienkasse rechnete anders

Zunächst machte sie für die Privatnutzung des Druckers Abstriche in Höhe von 20 Prozent, womit von den 159 Euro nur noch 127 Euro übrig blieben. Dieser Betrag wurde – so die Abschreibungsregeln – auf drei Jahre verteilt. Damit blieben 42 Euro pro Jahr. Da der Drucker erst im Oktober 2004 gekauft wurde, wurde hiervon nur ein Viertel für das Jahr 2004 anerkannt. Aufgerundet sind das 11 Euro.

Diese Rechnung befand der Bundesfinanzhof für korrekt, mit der Folge, dass die anrechenbaren Einkünfte des Auszubildenden den Jahresgrenzbetrag fürs Kindergeld immer noch überstiegen. Ergo war der Kindergeldanspruch für das komplette Jahr 2004 hinfällig.

Tipp:
Wer zusätzliche Werbungskosten geltend machen will, um das Kindergeld zu retten, sollte keinesfalls davon ausgehen, dass die Familienkassen die geltend gemachten Ausgaben einfach anerkennt. Die Kassen wenden die gleichen Regeln wie die Finanzämter an und kontrollieren die vorgelegten Belege möglicherweise noch penibler. Schließlich geht es hier nicht um einige Euro Steuerersparnis, sondern um 2.208 Euro Kindergeld für das ganze Jahr. Im Zweifelsfall sollte man sich daher rechtzeitig von einem Steuerberater beraten lassen oder durch beruflich notwendige Ausgaben so viel zusätzliche Werbungskosten machen, dass noch genügend finanzieller Puffer für mögliche Abschläge der Familienkasse bleibt.
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