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06.06.2013 14:58

Kirchensteuer Der Staat kassiert mit

von Max Geißler Autor
Die Kirchenmitglieder finanzieren ihre Religionsgemeinschaften. Einen Grundfreibetrag wie der bei der Einkommensteuer gibt es dabei nicht.
Kirchensteuer Der Staat kassiert mit Verbraucherportal Biallo.de
Um Kirchensteuer zu sparen, greift eigentlich nur ein Mittel: Der Austritt aus der Kirche
Nicht nur der Staat braucht Geld zum Leben, auch die Kirchen kommen ohne finanzielle Unterstützung nicht aus. Rund zehn Milliarden Euro Kirchensteuern flossen 2012 aus den Lohntüten direkt in die Klingelbeutel der anerkannten Religionsgemeinschaften, etwa der römisch-katholischen Kirche, der evangelischen Landeskirchen oder der jüdischen Kultusgemeinde. Interessant ist, dass sich die Einkünfte zwischen Katholischer und Evangelischer Kirche fast die Waage halten: die Katholiken nahmen 5,2 Milliarden Euro ein, die Protestanten 4,8 Milliarden.

Beim Kassieren kann sich die Kirche - laut Expertenschätzungen mit fast einer halben Billion Euro Gesamtvermögen das reichste Unternehmen der Bundesrepublik - auf die tatkräftige Unterstützung des Staates verlassen. Die Kirchensteuer wird in der Regel bei der Veranlagung zur Einkommensteuer von den Finanzämtern festgesetzt und erhoben. Diese Kooperation hat sich seit der Säkularisation von 1803, mit der eigentlich das Ende der Symbiose von Thron und Altar eingeleitet wurde, zur beiderseitigen Zufriedenheit bewährt: Für die Kirchen ist dies der einfachste und preiswerteste Weg, ohne eigenen Verwaltungsapparat ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Kirchensteuer geltend zu machen. Und der Fiskus kassiert für die Dienstleistung eine Entlohnung zwischen 2,0 Prozent (Bayern) und 4,5 Prozent (Saarland) der erhobenen Kirchensteuer.
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Höhe der Kirchensteuer variiert je nach Bundesland

Der Arbeitgeber berechnet die Kirchensteuer in der Regel nach dem am Sitz der Betriebsstätte geltenden Steuersatz und führt sie zusammen mit der Lohnsteuer an das Finanzamt ab. Der Steuersatz kann variieren: Während beispielsweise Bayern und Baden-Württemberg acht Prozent berechnen, kassieren die übrigen Bundesländer neun Prozent von der Einkommensteuer. Neu ist, dass auch im Rahmen der Abgeltungsteuer Kirchensteuer anfällt. Kirchensteuern können ebenso als Zuschlag zu den Grundsteuermessbeträgen sowie als Kirchgeld erhoben werden. Gehören Ehepartner verschiedenen Konfessionen an und werden sie bei der Einkommensteuer zusammen veranlagt, so wird die gemeinsame Einkommensteuer halbiert und dann die Kirchensteuer für jede Religionsgemeinschaft einzeln errechnet. Gehört nur ein Ehepartner einer Kirche an, wird die Kirchensteuer grundsätzlich individuell errechnet. Eine Besonderheit ist das Kirchgeld, eine Ortskirchensteuer, die auf Beschluss des jeweiligen Presbyteriums zur Deckung des Finanzbedarfs der Kirchengemeinde von ihren Mitgliedern erhoben werden kann, wobei die Kirchensteuer angerechnet wird.
 

Ab bestimmtem Einkommen Kappung der Kirchensteuer

Nicht jedes Mitglied zahlt Kirchensteuer. Befreit sind zum Beispiel Kinder, Jugendliche, die meisten Rentner, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. Für Erwerbstätige ist es schwierig, Kirchensteuer zu sparen. Im Endeffekt hilft nur ein Mittel: Der Austritt aus der Kirche. Um gut verdienende Mitglieder nicht zu verlieren, ermöglichen die Kirchensteuergesetze der meisten Bundesländer (Ausnahme Bayern) sowie die entsprechenden Regelungen der meisten evangelischen Landeskirchen und die katholischen (Erz-)Bistümer eine sogenannte Kappung der Kirchensteuer. Das führt bei Einkommen, die über der Kappungsschwelle liegen, zur Begrenzung der Steuerschuld auf 2,75 bis 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens. In vielen Bundesländern erfolgt die Kappung automatisch, wenn die Günstigerprüfung durch das Finanzamts positiv ausfällt. In manchen Ländern werden die Finanzämter nur auf Antrag aktiv.

Tipp:
Wer der Kirche den Rücken kehrt, sollte daran denken, dies nach dem Austritt umgehend dem Arbeitgeber mitzuteilen. Falls der Arbeitgeber nicht am elektronischen Abrufverfahren teilnimmt, brauchen Sie eine neue Elstam-Bescheinigung vom Finanzamt. Kirchliche Arbeitnehmer müssen sich zudem harter Konsequenzen bewusst sein: Zwar sehen die Kirchenleitungen über viele Fehltritte ihrer Schäfchen hinweg, den Entzug der Kirchensteuer ahnden sie jedoch zumeist mit Kündigung.
Leserkommentare
06.06.2013 - von HeikeJ
Kinder und Jugendliche...
Dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich von der Kirchensteuer befreit sind, ist falsch. So eine grundsätzliche Befreiung gibt es nicht. Jeder ist kirchensteuerpflichtig, der getauft ist. Zahlen also Kinder und Jugendliche Einkommenssteuer, z.B. von Kapitalerträgen, Erbschaften u.äh., müssen sie auch entsprechend Kirchensteuer zahlen.
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