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11.11.2011 16:44

Doppelbelastung Was deutsche Steuerzahler im Ausland erwartet

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Wer sein Geld im Ausland anlegt, der muss oft gleich doppelt Steuern bezahlen. Häufig lässt sich diese Doppelbelastung vermeiden. Doch nicht immer ist die Quellensteuerabrechnung einfach zu handhaben. Beispiel Italien und Spanien.
Quellensteuer Was deutsche Steuerzahler im Ausland erwartet Finanzportal Biallo.de
Quellensteuer und Abgeltungsteuer können die Rendite von Anlagen kräftig bröckeln lassen
Andere Länder – raue Sitten. Manche Länder stellen keine hohen formalen Anforderungen. Bei Dividendenerträgen aus den Niederlanden, Luxemburg und den USA hält sich der Papierkrieg in Grenzen – hier wird von vornherein nur Quellensteuer fällig, die die inländische Depotbank direkt bei Auszahlung der Dividende in voller Höhe als Abschlag auf die deutsche Abgeltungsteuer berücksichtigt. Die mühsame Einforderung von Ermäßigungsansprüchen bei ausländischen Behörden entfällt.

In Großbritannien, Irland und Südafrika wird auf Dividendenerträge ausländischer Aktionäre keine unmittelbare Quellensteuer erhoben. Werden die Aktien in einem Auslandsdepot verwahrt, müssen Dividenden und Quellensteuern anhand der Bankbelege über die Einkommensteuererklärung nachträglich abgerechnet werden.

Quellensteuer in Italien

Aktien aus Italien und Spanien glänzen bei jedem Dividenden-Ranking stets mit vorderen Plätzen. Deutsche Anleger sollten sich allerdings von den erzielbaren Renditen nicht blenden lassen. Denn oft wird die im Ausland bezahlte Quellensteuer entweder gar nicht oder erheblich verspätet erstattet.

Gerade bei der Quellensteuerabrechnung mit Italien müssen deutsche Anleger sehr viel südländische Gelassenheit beweisen. Der italienische Fiskus zwackt von jeder Dividendenzahlung zunächst eine Quellensteuer von 27 Prozent ab. Davon werden von der inländischen Depotbank bei Fälligkeit der Dividende sofort 15 Prozent auf die in Deutschland zu zahlende Abgeltungsteuer angerechnet. Die restlichen zwölf Prozent müssen deutsche Aktionäre über ein besonderes Ermäßigungsverfahren nachträglich vom italienischen Fiskus zurückfordern. So steht es jedenfalls als Theorie im deutsch-italienischen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).

Doch Papier ist geduldig und der Praxistest erweist sich im Regelfall als ernüchternd. Schlampige Bearbeitung, verlorengegangene Anträge und jahrelanges Warten auf die fällige Steuerrückzahlung sind die Regel. Die deutschen Finanzämter sind dabei keine Hilfe – achselzuckend verweisen deutsche Finanzbeamte auf die Zuständigkeit ihrer Kollegen jenseits der Alpen. Die Auszahlung ist alleine Sache der Italiener und die versuchen oft genug, sich mit Zeitspiel vor Erstattungen zu drücken.

Rückvergütungsanträge senden deutsche Steuerzahler an die zentrale Regulierungsstelle „Centro Operativo dell` Agenzia delle Entrate, via Rio Sparto 21, I - 65100 Pescara (weitere Infos im Internet unter www.finanze.it). Das zweisprachig aufgebaute Antragsformular R/DE- I/1 hält das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn im Internet zum Download als PDF-Datei bereit (www.steuerliches-info-center.de).

Spanische Quellensteuer

Im letzten Jahr haben Anleger mit spanischen Aktien im Depot eine böse Überraschung erlebt. Seit Geltung der deutschen Abgeltungsteuer (1. Januar 2009) bis zum Sommer 2010 haben deutsche Banken die spanische Quellensteuer auf Dividenden (2009: 18 Prozent, ab 2010: 19 Prozent) mit 15 Prozent auf die in Deutschland fällige Abgeltungsteuer angerechnet. Auf der Bankabrechnung wurden dann nur noch die fehlenden zehn Prozent deutsche Abgeltungsteuer und der darauf anfallende Solidarzuschlag und eventuell Kirchensteuer nachberechnet. Die verbleibenden drei bzw. vier Prozent spanische Quellensteuer wurden nicht angerechnet.

Spanien hat allerdings schon zum 1. Januar 2007 sein Steuerrecht geändert - für Anleger aus den Mitgliedstaaten der EU und Aktionäre aus dem EWR-Raum (Island, Norwegen, Liechtenstein) sind Dividendenzahlungen spanischer Aktiengesellschaften in Spanien bis zu einer Höhe von 1.500 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei. Da der spanische Fiskus allerdings zunächst nicht wissen kann, wie viel Dividenden der einzelne Aktionär übers Jahr erzielt, wird erst mal von jeder Dividende 19 Prozent Quellensteuer einbehalten. Die überzahlte Steuer muss dann in Spanien über ein spezielles Rückerstattungsverfahren zurückgefordert werden. Für Dividenden bis 1.500 Euro wird ausländischen Aktionären die Quellensteuer in Spanien erstattet. Das heißt für in Deutschland ansässige Depotbanken, dass sie bei Erhebung der deutschen Abgeltungsteuer keine spanische Quellensteuer anrechnen durften.

Diese Regelung wurden von den deutsche Bankverbänden lange Zeit übersehen - erst im Sommer 2010 wurde der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) darauf aufmerksam und hat nach einer Rücksprache mit dem deutschen Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Bonn ab Sommer 2010 damit begonnen, die bisherige Praxis umzustellen und bereits erteilte Abrechnungen für Dividendengutschriften des Jahres 2010 zu stornieren und neu zu berechnen. Nach einem aktuellen Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 8. September 2011 (Az. IV C 1 – S 2406/10/10001:002) sollen die Banken jetzt sogar die Abrechnungen des Jahres 2009 nachträglich berichtigen – Anleger müssen sich deshalb auf weitere Steuereinbußen einstellen.
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Doppelbelastung
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Leserkommentare
21.05.2013 - von Eggers
verstehe ich nicht
Wenn ich Wertpapiere aus diesen Ländern halte oder kaufe - wird denn die ausländische Quellensteuer abgezogen UND die deutsche Abgeltungssteuer, oder bucht die Bank nur noch die Differenz zwischen ausl. Steuer und höherer deutscher Steuer ab?
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