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02.11.2016 14:33

Steuererleichterungen 2017 Kein großer Wurf

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6,3 Milliarden Euro Steuerentlastung verspricht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Beginn des nächsten Jahres. Viel Geld für den Minister – was bringt es für Sie?
Steuererleichterungen 2017 Kein großer Wurf
Ab 1. Januar 2017 gibt es Steuererleichterungen - viel ist es aber nicht.
Der Grundfreibetrag steigt Anfang nächsten Jahres um 170 Euro auf dann 8.822 Euro pro Steuerzahler. Ein Jahr später ist eine weitere Anpassung um 200 Euro geplant. Der Grundfreibetrag stellt das steuerliche Existenzminimum pro Bürger, bis zu dessen Höhe der Staat keine Steuern verlangt. Der Betrag muss alle zwei Jahre an die allgemeine Kostenentwicklung angepasst werden. Insofern setzt der Berliner Kassenwart Schäuble nur eine verfassungsrechtliche Vorgabe um – ein Wahlgeschenk im anstehenden Bundestagswahlkampf ist die Erhöhung deshalb nicht.

Das gilt auch für den Kinderfreibetrag, den Gutverdiener anstelle des Kindergeldes über die Steuererklärung erhalten. Er steigt von derzeit 4.608 Euro zum Jahresanfang 2017 um 108 Euro, 2018 um weitere 72 Euro. Davon profitieren aber nur Besserverdiener – für Otto Normalsteuerzahler ist in der Regel das Kindergeld günstiger. Um Familien mit weniger Einkommen ebenfalls zu entlasten, soll das Kindergeld um zwei Euro pro Kind steigen (siehe Tabelle).

Mit zwei Einschnitten beim Steuertarif will Schäuble auch der sogenannten kalten Progression entgegenwirken. Das soll verhindern, dass Lohnsteigerungen für Arbeitnehmer durch eine ansteigende Steuerbelastung wieder aufgezehrt werden. Um 0,73 Prozent in 2017 und 1,65 Prozent in 2018 werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs nach oben verschoben, dadurch greift ein höherer Steuersatz erst später.
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Der Steuerzahlerbund hat bereits gerechnet, was das Maßnahmenpaket in Euro und Cent für den einzelnen Steuerzahler bringt. Ein Single mit 35.000 Euro Jahreseinkommen spart gerade einmal 54 Euro also 4,50 Euro im Monat. Dafür gibt es noch nicht mal ein Kännchen Kaffee. Ein Ehepaar mit steuerpflichtigem Einkommen von 50.000 Euro spart 88 Euro, mit zwei Kindern immerhin 136 Euro.

Eine deutlich spürbare Steuerentlastung soll es nach dem Willen Wolfgang Schäubles erst nach der Bundestagswahl im September 2017 geben. Bis dahin liegen wichtige Reformvorhaben – zum Beispiel eine zeitlich befristete Sonderabschreibung für Vermieter, die neuen preisgünstigen Wohnraum schaffen – weiter auf Eis, weil sich Bund und Länder nicht auf die Finanzierung der Steuerausfälle einigen können. Nach der Bundestagswahl steht zudem die Abschaffung der Abgeltungsteuer auf der Agenda. Das könnte Sparer und Aktionäre teuer zu stehen kommen.

Vermögen umschichten

Momentan steht noch nicht fest, ob die Abgeltungsteuer ab 2018 abgeschafft wird und Kapitalerträge wieder mit dem persönlichen Steuertarif steuerpflichtig werden. Sollte das so kommen, sind Zinssparer klar im Nachteil – für Sie steigt die Steuerbelastung von 25 auf maximal 45 Prozent an. Aktiensparer sind da besser dran. Sollte der Gesetzgeber zum alten Steuersystem zurückkehren, dass bis Ende 2008 galt, wären Aktiendividenden nur zu 60 Prozent mit dem individuellen Steuersatz steuerpflichtig. Das wäre unter dem Strich keine größere Belastung als die momentanen 25 Prozent Abgeltungsteuer auf die volle Ausschüttung. Wer seine Spargelder in ertragsstarke Aktien oder Aktienfonds umstrukturiert, kann also der Steuerdiskussion im anstehenden Bundestagswahlkampf gelassen entgegensehen.

Sozialabgaben steigen

Die Steuerentlastung wird im nächsten Jahr gerade bei gesetzlich renten- und krankenversicherten Gutverdienern durch steigende Sozialabgaben wieder aufgezehrt. Die Bemessungsgrenze, bis zu der Arbeitnehmer in die Renten- und Arbeitslosenkasse Beiträge einzahlen müssen, steigt ab 2017 im Westen von 6.200 auf 6.350 Euro und im Osten gleich um 300 Euro von 5.400 auf 5.700 Euro. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung wird die Obergrenze von 4.237,50 Euro auf 4.350 Euro einheitlich für das gesamte Bundesgebiet angehoben. Die Pflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung wird um 112,50 auf 4.800 Euro angehoben. Wer mehr verdient, kann sich privat krankenversichern. Zusatzbelastungen drohen auch durch die bereits beschlossene Anhebung des Beitragssatzes für die Pflegeversicherung. Der Beitragssatz steigt im Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent, für Kinderlose sogar auf 2,8 Prozent. Arbeitnehmer in Westdeutschland mit einem Bruttoeinkommen von 6.350 Euro oder mehr müssen mit einer jährlichen Mehrbelastung von 313 Euro rechnen, Beschäftigte in den neuen Bundesländern ab einem Bruttoverdienst von 5.700 Euro zahlen künftig 508 Euro jährlich mehr.
Alte und neue Steuerfreibeträge und Kindergeld im Überblick
 Angaben in Euro 2016 2017 2018
 Grundfreibetrag für Ledige  8.652  8.820  9.000
 Grundfreibetrag für Verheiratete  17.304 17.640 18.000
 Kinderfreibetrag  4.608 4.716 4.788
 Kindergeld für das erste und zweite Kind  190 192 194
 Kindergeld für das dritte Kind  196 198 200
 Kindergeld für das vierte und jedes weitere Kind  221 223 225
 Unterhaltshöchstbetrag  8.652 8.820 9.000
Quelle: Bundesfinanzministerium; Stand 24.10.2016

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Leserkommentare
02.11.2016 - von betroffen
Abgeltungsteuer hin oder her
Es gibt keinen Zweifel, dass man auch die Abgeltungsteuer reformieren muss. Entweder der Satz wird erhöht: Von 25% plus KiSteu und Soli zur Zeit auf etwa 35% plus KiSteu und Soli (solange es ihn noch gibt). Oder sie wird ganz abgeschafft, was mehr Bürokratie bedeuten würde. In jedem Fall aber muss der Sparerpauschbetrag (Sparerfreibetrag) aber kräftig erhöht werden. Vor allem im Hinblick auf die Altersvorsorge - zu der die Regierung noch letzte Tage aufgerufen hat. In dieser Form sollte sie selbst (die Regierung) auch etwas dazu beitragen.
02.11.2016 - von betroffen
Steuerreform ist überfällig
Eine ordentliche Steuerentlastung, eine echte Steuerreform wäre längst angesagt. Erstens streicht der Staat seit Langem Monat für Monat neue Rekordsteuereinnahmen ein, zweitens werden Arbeitnehmer der unteren Mittelschicht mittlerweile so hoch versteuert wie früher die Oberschicht. Nur für eine echte Steuerreform vor der nächsten Bundestagswahl bekäme die große Koalition meine Stimme.
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