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25.10.2016 15:05

Steuerrecht: Teilwertabschreibung Dauerhafte Wertminderung erforderlich

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Unternehmer können Buchverluste auf ihre bilanzierten Vermögenswerte nur unter eingeschränkten Voraussetzungen vorzeitig steuerlich geltend machen. Ein neuer Erlass bringt mehr Klarheit.
Teilwertabschreibung: Dauerhafte Wertminderung erforderlich
Voraussichtlich dauernde Wertminderung als Grundvoraussetzungen für eine Teilwertabschreibung.
Bald beginnt die Bilanzsaison für mittelständische Unternehmen, Freiberufler und Kleingewerbetreibende. Dann heißt es Bilanz ziehen über das abgelaufene Geschäftsjahr und für das Finanzamt den erzielten Gewinn oder Verlust ermitteln. In vielen Betrieben liegt der Jahresabschluss aber schon vor der Silvesterfete im Rohzustand in der Schublade. Es bleibt daher noch genügend Zeit, die bestehenden Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte konsequent zu nutzen, um das Finanzamt rechtzeitig an geschäftlichen Risiken finanziell zu beteiligen. Dabei gilt die Faustregel: Eine intensive Bilanzbesprechung mit einem versierten Steuerberater bringt manchmal mehr ein als eine ganze Arbeitswoche im Geschäft.


Bilanz abspecken

Bei vielen Unternehmen stehen Grundstücke, Wertpapiere, Waren, Ersatzteile und Rohstoffe mit zu hohen Einstandspreisen in der Bilanz. Clevere Unternehmer nutzen hier konsequent Gestaltungsspielräume bei der Aufstellung ihrer Bilanz. Der Jahresabschluss wird so zum legalen Steuersparmodell.

Das Zauberwort heißt Teilwertabschreibung. Hat sich zum Beispiel eine technische Anlage als Fehlinvestition erwiesen oder wird eine im Dauerbetrieb eingesetzte Maschine wegen erhöhtem Verschleiß nicht mehr lange halten, kann der über die Normal-Abschreibung hinausgehende Wertverlust gewinnmindernd verbucht werden. Bereits bei der Inventur sollte die Bewertung der Warenbestände und Vorräte kritisch mit dem Steuerberater durchleuchtet werden.

Im Konkurrenzkampf lassen sich viele Lagerbestände nur noch zu Dumpingpreisen verramschen. Ist der am Markt erzielbare Preis unter die Einstandskosten gerutscht, können Firmenchefs die Differenz über eine Teilwertabschreibung gewinnmindernd verbuchen. Hohe Außenstände in der Bilanz lassen sich durch Einzel- oder Pauschalwertberichtigungen korrigieren – und das Finanzamt sitzt mit im Boot.

Macht der Kunde nach der dritten Mahnung immer noch keine Anstalten zu bezahlen, wird die Netto-Forderung im Extremfall vollständig abgewertet. Die restlichen Außenstände können zu Lasten des Fiskus pauschal abgewertet werden. Abwertungen bis zu einem Prozent hakt der Betriebsprüfer im Regelfall ohne Kommentar ab – wer noch weiter runter will, sollte sich mit Aufzeichnungen über hohe Mahnkosten, Skontoabzüge oder Zinsverluste aufmunitionieren, um kritischen Fragen des Beamten Paroli bieten zu können.

Spielregeln beachten

Ein Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 2. September 2016 (Az. IV C 6 - S 2171-b/09/10002:002) regelt für Unternehmer aktuell die Voraussetzungen, unter denen sie steuerwirksame Wertberichtigungen auf ihr betriebliches Vermögen geltend machen können.

Nach den steuerlichen Bewertungsvorschriften müssen bilanzierende Steuerpflichtige die abnutzbaren Wirtschaftsgüter ihres Anlagevermögens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen ansetzen. Stattdessen kann der Teilwert des Wirtschaftsgutes angesetzt werden, wenn dieser aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung niedriger als die fortgeschriebenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist. Der Begriff der dauernden Wertminderung erfordert ein nachhaltiges Absinken unter den maßgeblichen Buchwert; eine nur vorübergehende Wertminderung reicht für eine Teilwertabschreibung nicht aus.

Von einem nachhaltigen Absinken des Teilwertes unter die Anschaffungskosten sei auszugehen, wenn aus Sicht des Bilanzstichtages aufgrund objektiver Anzeichen ernstlich mit einem langfristigen Anhalten der Wertminderung gerechnet werden müsse. Für Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens setzt danach eine Teilwertabschreibung voraus, dass deren Wert am Bilanzstichtag mindestens für die halbe Restnutzungsdauer unter dem planmäßigen Restbuchwert liegt. Bei Wertminderungen aus besonderem Anlass (zum Beispiel technischer Fortschritt bei Maschinen oder eine Verseuchung des Produktionsgeländes nach einem Chemieunfall) liegt die Hürde für den Nachweis einer dauerhaften Wertminderung nicht sehr hoch.

Besonderheiten sind zu beachten, wenn im Betrieb Wertpapiere wie Aktien, Investmentfondsanteile oder festverzinsliche Wertpapiere als Liquiditätsreserve gehalten werden. Auch diese können steueroptimiert abgeschrieben werden, wenn der am Bilanzstichtag festgestellte Börsenwert unter die Anschaffungskosten gesunken ist. Der Fiskus unterstellt eine dauerhafte Wertminderung, wenn der Kursverlust die Bagatellgrenze von fünf Prozent der Notierung des Wertpapiers im Kaufzeitpunkt überschreitet. Kursänderungen, die zwischen Jahresende und dem Tag der Bilanzaufstellung eintreten, können allerdings nicht mit steuerlicher Rückwirkung auf das Altjahr bezogen werden (BFH-Urteil vom 21.9.2011, Az. I R 89/10).


Wertaufholung prüfen

Hat der Unternehmer eine Teilwertabschreibung auf einen Vermögenswert vorgenommen, muss er künftig zu jedem neuen Bilanzstichtag nachweisen können, dass die Gründe für die Teilwertberichtigung noch bestehen. Ist das Wirtschaftsgut im Wert wieder gestiegen, muss er eine gewinnerhöhende Zuschreibung vornehmen - das kostet Steuern. Der Fiskus spricht hier von einem „Wertaufholungsgebot“.

Bei im Betriebsvermögen gehaltenen Wertpapieren wie Aktien regelt der aktuelle BMF-Erlass eine neue Besonderheit: Die bei der Abwertung vorgesehen Bagatellgrenze von 5 Prozent gilt bei der Wertaufholung nicht mehr. Die Zuschreibung ist also auf den aktuellen Börsenkurs am Bilanzstichtag, maximal auf die früheren Anschaffungskosten vorzunehmen.

Biallo-Tipp: Die nächste Betriebsprüfung kommt bestimmt und bei der Nachweispflicht für den Teilwert und eine voraussichtliche Wertminderung eines Vermögenswertes hat der Unternehmer den schwarzen Peter. Wer beim Fingerhakeln mit dem Prüfer die besseren Argumente parat hat, spart deshalb bares Geld. Der Zustand von Betriebsgebäuden, Grundstücken und Maschinenpark lässt sich anhand von Gutachten belegen, die gesunkenen Preise für Warenbestände belegt man am besten mit gesammelten Aufzeichnungen über Rabattaktionen, alten Preislisten, Etiketten und Wurfsendungen der Konkurrenz.
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