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20.08.2012 08:00

Flug-Gebühren Wer bekommt sein Geld zurück?

von Sandra Petrowitz Autor
Flug verpasst, Ticket verfallen – gerade bei Billigfliegern gibt es in solchen Fällen oft keinen Cent des Flugpreises zurück. Was die wenigsten Reisenden wissen: Sie haben zumindest Anspruch auf Erstattung von Steuern und Gebühren, wenn sie ihren Flug nicht angetreten haben. Allerdings müssen sie sich selbst darum kümmern, dass sie ihr Geld zurückerhalten.
Flug-Gebühren Wer bekommt sein Geld zurück?
Wer am Boden bleibt, kann sich einen Teil des Ticketpreises erstatten lassen
Grundsätzlich gilt: Für nicht erbrachte Leistungen kann man das Geld zurückfordern. Gerade bei den Billig-Fluggesellschaften machen Gebühren und Steuern regelmäßig einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Die Airlines erheben sie zu Gunsten Dritter – zum Beispiel für die Flughäfen. Oft verstecken die Fluggesellschaften auch eigene Kosten unter diesem Oberbegriff, zum Beispiel Kerosinzuschläge.

Welchen Teil der Gesamtkosten der Kunde zurückbekommt, der seinen Flugschein nicht genutzt hat, ist je nach Gesellschaft unterschiedlich (siehe Übersicht). Steuern und Gebühren sind es in fast jedem Fall. Nicht alle Linien erstatten jedoch auch den Treibstoff-Zuschlag. Besondere Bedingungen gelten etwa bei Condors Sonderangeboten mit besonders niedrigen Preisen: Dort gibt es keine Rückerstattung. Begründung von Condor: Die Airline bezahlt bei diesen Flügen Steuern und Gebühren aus der eigenen Tasche und stellt sie nicht dem Kunden in Rechnung – folglich hat dieser auch keinen Anspruch auf Erstattung.

Sonderregelungen gibt es auch bei der Lufthansa, wenn man Hin- und Rückflug gebucht hat, aber einen der beiden Flüge nicht nutzen will und dafür Steuern und Gebühren zurückfordert. Dann kann das Verlangen nach Gebühren-Rückerstattung zu einer Neuberechnung des Ticketpreises führen und für den Kunden unter Umständen sogar teurer werden. Außerdem hat die Kranich-Linie bereits 2010 eine neue Tarifstruktur eingeführt: Lassen Kunden ein besonders günstiges (also nicht erstattbares) Economy-Class-Ticket verfallen, behält die Lufthansa neuerdings neben dem Flugpreis auch die Kerosin- und Sicherheitszuschläge ein. Das kann sich erheblich auf die zurückerstattete Summe auswirken: Allein die Treibstoff-Zuschläge liegen je nach Strecke bei 35 bis 134 Euro. Flughafengebühren und Steuern gibt's weiterhin zurück.
Wer sich nicht rührt, bekommt nichts

Wer nicht geflogen ist und sein Geld zurück haben will, muss selbst aktiv werden. Von sich aus geht keine Gesellschaft auf die Käufer nicht genutzter Flugscheine zu. Meist genügt es inzwischen allerdings, den Antrag relativ unkompliziert per E-Mail oder Post zu stellen. Das dürfte auch das Ergebnis eines Rechtsstreits sein, den der Billigheimer Germanwings im Mai 2010 spektakulär verlor: Er hatte mit einem auf sieben Seiten aufgeblähten Antragsformular, horrender Umständlichkeit (farbiges Formular aus dem Internet herunterladen, ausdrucken, von Hand ausfüllen und "ungeknickt" mit sämtlichen Original-Reiseunterlagen per Post an die Airline schicken) und Gebühren seine Kunden davon abhalten wollen, ihr Recht auf Erstattung von Steuern und Flughafengebühren einzufordern. Dagegen war der Verbraucherzentrale Bundesverband vor Gericht gezogen. Das Landgericht Köln entschied (AZ: 31 O 76/10): Die Gestaltung des Formulars stelle einen "erheblichen Lästigkeitsfaktor" dar, die Vielzahl der Erfordernisse sei ein belastendes, unverhältnismäßiges Hindernis für den Verbraucher, der seine Rechte gelten machen möchte. Das Verhalten von Germanwings stuften die Richter als wettbewerbswidrig ein – und der Billigflieger sah sich gezwungen, das Prozedere erheblich zu vereinfachen. Inzwischen reicht eine E-Mail aus, und die Rückerstattung kostet auch keine Gebühren mehr.

Rückerstattung auch nachträglich möglich

Dennoch sollten verhinderte Fluggäste nach wie vor einige Dinge beachten: Wichtig ist beim Antrag auf Rückerstattung generell die Angabe der Buchungsnummer, und manchmal müssen auch die Tickets oder die Buchungsbestätigung eingereicht werden. Ebenfalls wichtig zu wissen: Die Rückerstattung ist grundsätzlich auch nachträglich möglich – die Ansprüche verfallen erst nach drei Jahren. Ryanair schreibt allerdings vor, dass Anträge auf Rückerstattung der staatlichen Steuern innerhalb eines Monats nach dem gebuchten Reisedatum gestellt werden müssen – beim irischen Billigheimer ist deshalb Eile geboten.

Verbraucherschützer kritisieren schon lange, dass die Kunden aktiv ihr Geld zurückverlangen müssen. Petra von Rhein von der Verbraucherzentrale Bayern: „Sowohl Billigflieger als auch große Gesellschaften sollten automatisch Steuern und Gebühren zurückzahlen, wenn der Kunde den Flug nicht angetreten hat. Denn vielen Leuten ist gar nicht bewusst, dass sie darauf Anspruch haben, und in der Regel gibt es auch keinen Hinweis darauf.“ Die Lufthansa hält dagegen, sie weise den Kunden durchaus aktiv darauf hin. Allerdings: “Bei vielen Tarifen ist das Ticket für einen anderen Flug nutzbar, wenn man den ursprünglich gebuchten Flug nicht angetreten hat“, so Sprecher Boris Ogursky. “Wir als Airline können nicht wissen, ob der Kunde umbuchen oder eine Erstattung haben möchte. Deswegen muss er sich bei uns melden.“ Fluggesellschaften argumentieren häufig auch, sie verfügten gar nicht über die Kreditkartennummer oder Bankverbindung der Kunden, um das Geld zurückzahlen zu können.

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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
06.10.2014 - von Gregor
Nurflug: Lufthansa verweist an Reiseportal zur Abwicklung der Rueckzahlung
Hallo, ich hatte zwei Nur-Fluege gebucht ueber Opodo bzw. Flugladen. 2 Lufthansa-Mitarbeiterinnen am Telefon verwiesen mich zurueck an die Online-Vermittler, alternativlos. Der 3.Mitarbeiter verblieb wie folgt. Er sagte er veranlasse nun die Stornierung der beiden verpassten Fluege und schickte mir eine email mit neuen Buchungscodes. Ueber diese codes sollen die Onlinevermittler dann die urspruenglichen Buchungen in ihren Systemen einsehen koennen. Die Rueckerstattungen koennen jedoch nur ueber die Onlinevermittler erfolgen, da meine Zahlungen ja nicht direkt an Lufthansa gingen. Daher koennen u.U. Bearbeitungskosten der Onlinevermittler anfallen. Ist dieses Vorgehen nun korrekt oder werde ich ein drittes mal verschaukelt? Vielen Dank fuer die Hilfe! "Direkte Erstattung von Fluggesellschaft an Kunden Die Kunden haben einen direkten Anspruch auf Erstattung der Steuern und Gebühren von der Fluggesellschaft an sich selbst und nicht über einen evtl. Dritten/Makler/Vermittler/Reisebüro, denn es wurde ja ein Beförderungsvertrag zwischen dem Passagier und der Fluggesellschaft geschlossen. Das Reisebüro darf nur Gebühren erheben, wenn man bei der Rückzahlung dessen Hilfe in Anspruch nimmt. Dazu ist man aber nicht verpflichtet. Gemäß Urteil des LG Köln vom 28.10.2010, Az.: 31 O 76/10 darf die Fluggesellschaft bei der Rückzahlung an den Kunden auch keine sogen. Bearbeitungsgebühren erheben. Ich führe gerade eine diesbezüglich Klage gegen KLM."
01.05.2014 - von Krzysztof
Erstattung nachdem nur der zweite Passagier nicht geflogen war?
Kann die Person, die den Ticket gebucht hat, irgendwelche Gebühren und Steuern zurück bekommen, wenn der zweite Passagier nicht mitgeflogen ist?
13.08.2012 - von yacan sehnaz
pegasus airlines
HALLO HABE ZUFÄLLIG HIER DIE KOMMENTARE GELESEN. AUCH ICH HABE MEINEN FLUG VOR CA.ACHT MONATEN VERPASST. HABE DIE FLUGGESELLSCHAFT ANGESCHRIEBEN, UND HABE MEIN GELD NICHT BEKOMMEN.OBWOHL DIE CHECK-INN-SCHALTER 5 MINUTEN FRÜHER DEN SCHALTER GESCHLOSSEN HATTE, UND MIT MIR 12 PASSAGIERE DEN FLUGZEUG VERPASST HATTEN, WURDE MIR DIE SCHULD GESCHOBEN. NUN HABE ICH AUCH MEINEN TICKET WEGGESCHMISSEN, UND HABE KEINERLEI NACHWEISE DARÜBER. WAS KANN ICH JETZT TUN ?? HABE ICH IRGENDWELCHEN ANSPRUCH AUF RÜCKERSTATTUNG VON STEUERN ODER SO ??? WÜRDE MICH FREUEN, WENN MAN MIR IRGENDWELCHE RATSCHLÄGE DAZUGEBEN KÖNNTE.
13.05.2012 - von Klaus Schlesinger
Erstattung von Steuern und Gebühren - Klage einreichen
Nach Einreichung der Klageschrift einigte ich mich mit der KLM, daß diese 80 % meiner Forderung und Kosten erstattete. - Dadurch ersparte ich mir die Fahrtkosten zum Gericht. Dies ist ein Beweis, daß eine Klageeinreichung bei Gericht die Drohkulisse sehr erhöht. Die Fluggesellschaften wollen Urteile in solchen Sachen vermeiden. Übrigens: Kosten für die Bearbeitung der Rückerstattung von Steuern und Gebühren dürfen die Fluggesellschaften in aller Regel nicht erheben. Ein Muster einer Klageschrift kann man bei klausschlesinger@web.de anfordern.
30.12.2011 - von Klaus Schlesinger
Direkte Erstattung von Fluggesellschaft
Hallo Tobisa Berlino, das von mir Gesagte gilt immer dann, wenn ein Nur-Flug gebucht wurde. Dann hätten wir einen Beförderungsvertrag zwischen Passagier und Fluggesellschaft. Anders sieht es im Reiserecht aus, wo mehrere Leistungen (Hotel, Verpflegung, Flug) zu einem Gesamtpaket zusammengeschnürt werden. Dort ist Vertragspartner des Reisenden der Reiseveranstalter. In meinem Fall war jedoch die KLM Vertragsparter, da es sich um einen Nur-Flug handelte. Daher habe ich gegen sie Klage eingereicht!
29.12.2011 - von Tobias Berlino
Wirklich direkte Erstattung von Fluggesellschaft?
Stimmt das wirklich? Dass man nicht gezwungen ist, über den Reisevermittler (bei mir LTUR) die Rückzahlung von Steuern und Gebühren für einen nicht angetretenen Flug beantragen muss? Geht es in einem solchen Fall tatsächlich direkt über die Fluggesellschaft (bei mir MALEV)? MALEV bestreitet das, verweist mich wieder an LTUR zurück. Gibt es ein Urteil dazu? Danke für die Hilfe.
19.12.2011 - von Klaus Schlesinger
Direkte Erstattung von Fluggesellschaft an Kunden
Die Kunden haben einen direkten Anspruch auf Erstattung der Steuern und Gebühren von der Fluggesellschaft an sich selbst und nicht über einen evtl. Dritten/Makler/Vermittler/Reisebüro, denn es wurde ja ein Beförderungsvertrag zwischen dem Passagier und der Fluggesellschaft geschlossen. Das Reisebüro darf nur Gebühren erheben, wenn man bei der Rückzahlung dessen Hilfe in Anspruch nimmt. Dazu ist man aber nicht verpflichtet. Gemäß Urteil des LG Köln vom 28.10.2010, Az.: 31 O 76/10 darf die Fluggesellschaft bei der Rückzahlung an den Kunden auch keine sogen. Bearbeitungsgebühren erheben. Ich führe gerade eine diesbezüglich Klage gegen KLM.
29.11.2011 - von Gliege, Heike
Fluege.de unverschämte Bearbeitungsgebühr
Aufgrund eines NIchtantritts eines Fluges, welcher bei Flüge.de gebucht wurde, forderte ich entsprechend die Erstattung der Steuern und Gebühren. Die Gesellschaft "Fluege.de" verlangt pro Bearbeitung 50,00 Euro. Eine absolute Frechheit. Dort werde ich nie wieder buchen. Zahle dann lieber für einen Flug 20,00 Euro mehr und weißt aber dass andere Gesellschaften im Zweifelsfalle kundenfreundlicher sind.
28.11.2011 - von Klaus Schlesinger
KLM
Hatte über ein finnisches Reisebüro auf KLM drei Flüge gebucht (21.-24.08.11). Die Steuern und Gebühren betrugen EUR 265,- . Ich trat die Flüge nicht an. Ich forderte die Steuern und Gebühren zurück. KLM will die nur über das finnische Reisebüro erstatten und nicht direkt an mich zahlen. Das finnische Reisebüro will aber für jedes Ticket EUR 65,- Durchleitungsgebühr erheben. Durch diese Verfahrensweise entstünde mir ein Schaden von EUR 195,-. Habe den jetzt den Entwurf eine Klageschrift übersandt. Sollte der Betrag nicht bis 30.11.11 auf meinem Konto eingehen, werde ich die Klageschrift am 01.12.11 dem Gericht übersenden.
28.10.2010 - von Anjalin Perera
Anjalin Perera
Die Kerosinzuschläge werden NICHT mehr zurückerstatt! abweichend von der bisherigen Praxis bei der Ausführung von sogenannten Tax-Refunds gilt für fast alle Airline-Tickets, die ab dem 01. November 2010 ausgestellt werden, folgende Neuregelung: Sofern ein Ticket laut Tarifbedingungen als Non-Refundable festgelegt ist und die auf die nicht genutzten Coupons entfallenden Steuern erstattet werden sollen (Tax-Refund), YR bezeichnete Insurance and Fuel Surcharge nicht mehr erstattbar. Ist ja auch klar“ bevor der Kunde bucht die Fluggesellschaften müssen ja Tanken“ danach getankt ist getankt! Perera
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