Rentenfonds

Thomas Brummer
Thomas Brummer
Rentenfonds investieren in Staats- und Unternehmensanleihen. Die Anlage ist sicherer als Aktien.

Sicherheit ist Trumpf

Rentenfonds bieten risikobewussten Anlegern einen vernünftigen Kompromiss zwischen Sicherheit und Rendite. Rentenfonds investieren in eine Vielzahl von festverzinslichen und variabel verzinslichen Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. In Frage kommen je nach Fondskonzept Staats- oder Unternehmensanleihen, Kommunalobligationen, Pfandbriefe oder Wandelschuldverschreibungen. Große Renditesprünge sind mit Rentenfonds zwar nicht zu erwarten, dafür verbuchen die Fonds aufgrund ihrer überschaubaren Kursschwankungen aber vergleichsweise stabile Kursgewinne.

Sparen mit Rentenfonds bietet viele Vorteile

  • Geringes Risiko: Im Gegensatz zu Aktien schwanken sogenannte Rentenpapiere deutlich weniger. Anleihen mit exklusiver Bonität, zum Beispiel deutsche Staatsanleihen, bescheren Anlegern nur im Ausnahmefall Verluste. Der Vorteil von Rentenfonds sind die geringe Schwankungsbreite und die Streuung der Fondsgelder auf viele Wertpapiere. Dadurch verteilen sich Ausfallrisiken. Verluste einer Anleihe können durch Gewinne anderer Anleihen ausgeglichen werden.
  • Signifikante Kostenvorteile: Für Privatanleger ist es finanziell unattraktiv 50, 60 oder gar 80 Einzelanleihen im Depot zu führen, wie es für Rentenfonds üblich ist. Ein Rentenfonds kann viele Einzelwerte deutlich preiswerter verwahren und managen.
  • Geringer Anlagebetrag: Fondsanteile bekommen Sie schon für kleine Anlagebeträge, im Sparplan bereits ab 25 Euro monatlich. Möchten Sie hingegen in eine Einzelanleihe investieren, kostet Sie das mindestens 1.000 Euro, da nur diese Stückelung an der Börse zu haben ist. Anleihen, die sich an institutionelle Investoren richten, sind gar erst in einer Größenordnung ab 50.000 Euro verfügbar. Mit einem Rentenfonds haben Sie dieses Problem nicht.
  • Hohe Flexibilität: Für Rentenfonds bestehen keine Kündigungsfristen. Sie können börsentäglich Anteile an- und verkaufen.
  • Sichere Renditechancen: Rentenfonds bieten ruhige, aber stete Wertentwicklung.
  • Bequeme Geldanlage: Die Fondsmanager beschäftigen sich täglich mit der Marktentwicklung und den Chancen und Risiken einzelner Anleihen. Privatanleger haben weder das Knowhow noch die Zeit dazu.

Was sind Anleihen?

Rentenfonds basieren auf Anleihen. Eine Anleihe ist im Prinzip ein Darlehen, das einer Regierung, einer Organisation oder einem großen Unternehmen gegeben wird. Dabei garantieren die Schuldner zum Ende der Laufzeit die Rückzahlung des geliehenen Geldes plus die festgelegten Zinsen. Die Zinserträge der in einem Rentenfonds versammelten Anleihen fließen vollständig in den Fonds ein und bilden einen wesentlichen Bestandteil der Fondsrendite.

Neben den Zinserträgen beeinflussen die Kurse der Anleihen den Fondswert. Kursänderungen treten insbesondere dann ein, wenn sich die Zinsen am Kapitalmarkt bewegen. Fallende Zinsen bewirken in aller Regel steigende Anleihekurse und umgekehrt. Der Grund liegt in der feststehenden Verzinsung einer Anleihe. Steigen die Zinsen, kommen neue Anleihen mit höheren Verzinsungen auf den Markt. Da Investoren nun verstärkt zu den besser verzinsten Papieren greifen, werden die älteren Anleihen mit geringerem Zinssatz unattraktiv. Damit diese Papiere trotzdem noch Käufer finden, sinken deren Kurse. Erst wenn Preis und Zinssatz wieder in einem attraktiven Verhältnis zu den neu emittierten Anleihen stehen, finden die Papiere wieder Käufer.

Langläufer versus Kurzläufer: Als Anleger sollten Sie darauf achten, in welche Anleihe-Laufzeiten der Fonds vorrangig investiert. Am Anleihemarkt gilt folgende Regel: Je länger die Laufzeit einer Anleihe, desto stärker reagiert der Kurs auf Zinsänderungen. Sogenannte Langläuferfonds unterliegen daher höheren Kursschwankungen als Kurzläuferfonds.

  • Biallo-Tipp: Investieren Sie bei steigenden Kapitalmarktzinsen besser in Kurzläuferfonds, damit mindern Sie das Risiko von Kursverlusten. Bei fallenden Zinsen lohnt hingegen eher der Kauf von sogenannten Langläuferfonds.

Welche Renditen sind zu erwarten?

Rentenfonds sind das Pendant zu Aktienfonds. Während Aktienfonds sehr schwankungsanfällig sind unterliegen Rentenfonds vergleichsweise geringen Kursbewegungen. Was aber nicht heißt, dass Rentenfonds nicht ins Minus rutschen können. Auch mit Rentenfonds sind Verluste möglich.

Da die Kurse der im Fonds enthaltenen Anleihen schwanken, unterliegen auch Rentenfonds Wertschwankungen. Die Schwankungsbreite ist aber deutlich geringer als bei Aktienfonds. Im Vergleich zu wertstabilen Geldmarkt- oder Immobilienfonds ist die Volatilität von Rentenfonds allerdings höher. Quasi als Ausgleich für das etwas höhere Kursrisiko erwirtschaften Rentenfonds aber langfristig bessere Durchschnittsrenditen als diese. Je nach Fondsausrichtung liegt die durchschnittliche Wertsteigerung etwa zwischen drei und sechs Prozent pro Jahr, in Ausnahmefällen auch mehr oder weniger.

Welche Rentenfonds gibt es?

Euro-Rentenfonds: Möchten Sie vorrangig auf Sicherheit setzen, dann sind Euro-Rentenfonds erste Wahl. Diese Fonds investieren ausschließlich in Euro-Anleihen, dadurch sind Kursschwankungen auf Grund von Währungsturbulenzen ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass viele Euro-Länder hohe bis ausgezeichnete Bonität genießen oder im Rahmen der EU finanziell gestützt werden, sodass Zahlungsausfälle praktisch nicht vorkommen. Euro-Rentenfonds eignen sich besonders als Basisanlage für mittelfristig orientierte Anleger, etwa wenn Sie auf eine Immobilie oder eine große Anschaffung sparen wollen. Außerdem sind sie als Depotbeimischung ein idealer Stabilitätsanker für bereits vorhandenes Vermögen.

Internationale Rentenfonds: Bei international anlegenden Rentenfonds beeinflussen neben Zinsänderungen vor allem Währungsschwankungen die Performance. Sinkt beispielsweise der Wert des Dollars, verringert sich auch der Wert der Anteile von in Dollar notierenden Rentenfonds und umgekehrt. Fonds mit Fremdwährungsanleihen sind daher schwankungsanfälliger als Euro-Rentenfonds. Langfristig gesehen gleichen internationale Rentenfonds diese Wertschwankungen wegen des meist höheren Zinssatzes gegenüber Euro-Anleihen in aller Regel aber wieder aus. Tipp: Visieren Sie kein termingenaues Sparziel an, damit Sie eventuelle Währungsschwächen aussitzen können.

Fonds für Unternehmensanleihen: Ein Spezialfall aus der Gruppe der Rentenfonds sind Fonds für Unternehmensanleihen. Sie investieren in Anleihen großer nationaler oder internationaler Konzerne. Da Unternehmen als nicht so sicher wie Staaten gelten, müssen sie teils deutliche Zinsaufschläge an den Kapitalmärkten in Kauf nehmen. Dank der höheren Zinszahlungen erwirtschaften Unternehmens-Anleihefonds nicht selten zweistellige Wertzuwächse. Zwar sind die Ausfallrisiken überdurchschnittlich hoch, doch die hohen Renditeaufschläge gegenüber sicheren Staatsanleihen versüßen das Anlagerisiko. Zudem hält sich die Gefahr großer Fondsverluste in Grenzen, denn einzelne Unternehmen machen höchstens drei bis vier Prozent des Fondsvolumens aus. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie aber nur zehn bis 15 Prozent in Fonds mit Unternehmensanleihen investieren.

Renten-Indexfonds: Sogenannte Renten-ETF bilden computergesteuert einen Renten-Index eins zu eins nach, zum Beispiel den deutschen Rex. Damit setzen Sie auf einen ganzen Rentenmarkt. Ihr Investment ist breit gestreut. Das Ausfallrisiko ist gleich Null, weil der Index nie gegen Null fallen kann, da er den Durchschnitt des jeweiligen Rentenmarktes angibt. Wenn Sie hingegen eine einzelne Anleihe kaufen und das Unternehmen ist insolvent, können Sie fast alles verlieren. Da ETFs zum Sondervermögen zählen, kann auch eine Pleite der Bank, die den Indexfonds herausgegeben hat, Ihnen nicht schaden. Die Vermögenswerte, die im ETF enthalten sind, gehören Ihnen. Der Insolvenzverwalter und die Gläubiger der Bank haben darauf keinen Zugriff.

Kosten und Gebühren

Laufende Gebühren: Die jährlichen Verwaltungs- und Managementgebühren von aktiv gemanagten Rentenfonds betragen im Schnitt 0,5 bis ein Prozent des Fondsvermögens. Börsengehandelte Renten-ETF berechnen hingegen meist weniger als 0,2 Prozent. Aufgrund der geringen laufenden Kosten erzielen Renten-ETF nicht selten bessere Ergebnisse als aktiv gemanagte Rentenfonds.

Ausgabeaufschlag: Der beim Kauf fällige Ausgabeaufschlag liegt bei klassischen Rentenfonds zwischen zwei und drei Prozent. Ist die Wertentwicklung des Fonds im ersten Anlagejahr gleich hoch, erzielen Sie praktisch keine Rendite auf Ihr Anlagevermögen. Achten Sie deshalb auf Rabattaktionen Ihrer Hausbank oder ordern Sie Fonds über Direktbanken. Dort sind 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag keine Seltenheit, manchmal auch mehr.

Bei Renten-ETF fällt hingegen kein Ausgabeaufschlag an. Da diese Fonds ausschließlich über die Börse gehandelt werden, entstehen Transaktionskosten. Renten-ETF berechnen zum einen die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis des Fonds. Dieser sogenannte Spread liegt meist zwischen 0,05 und 0,3 Prozent. Hinzu kommt die Oderprovision der Bank, häufig zwischen zehn und zwanzig Euro, sowie eine geringe Maklercourtage und Entgelt für die Nutzung des Börsenplatzes.

Depotgebühren: Die Kosten für die Aufbewahrung der Fonds werden zwar nicht vom Fonds erhoben, sind für Fondssparer aber oft unvermeidlich. Schließlich müssen die Fondsanteile irgendwo verwahrt werden, und dies geschieht im Bankdepot. Banken berechnen dafür entweder Pauschalgebühren von 20 bis 40 Euro im Jahr oder volumenabhängige Gebühren von 0,1 bis 0,2 Prozent, in seltenen Fällen auch mehr.

  • Tipp: Besitzen Sie bereits Aktien, Anleihen oder Zertifikate, können Sie Fondsanteile in das gleiche Depot einbuchen lassen. Bei pauschalen Depotgebühren erhöhen sich die Kosten dadurch nicht. Viele Banken bieten kostenlose Wertpapierdepots, etwa Consorsbank, DKB und Maxblue. Unter bestimmten Bedingungen verzichten auch 1822 direct, Comdirect und S-Broker auf Depotgebühren.

Was passiert bei Pleite einer Fondsgesellschaft?

Rechtlich gesehen sind Sie als Anleger Miteigentümer des Fondsvermögens. Das Fondsvermögen gilt innerhalb der Investmentgesellschaft als Sondervermögen. Vorteil: Sollte die Fondsgesellschaft in Zahlungsschwierigkeiten geraten, stehen die Fondsgelder nicht zur Disposition. Die Fondsanteile werden an Sie zurückgegeben und Sie können frei darüber verfügen.

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